Max Eberl hat sich deutlich zu Borussia bekannt. Foto: Dirk Päffgen

Mit Stephan Schippers und Max Eberl haben zwei wichtige Säulen bei Borussia ihre Verträge langfristig verlängert. Auf einer Pressekonferenz sprachen beide über ihre Ziele und Visionen mit den Fohlen. Max Eberl nahm ebenfalls Stellung zu den aktuellen Gerüchten um Marco Rose, Stephan Schippers beantwortete eine wichtige Frage zur Vermarktung des Stadionnamens. Im Januar 2021 wird sich Borussias Sportdirektor eine persönliche Auszeit nehmen. 

Max Eberl auf der Pressekonferenz über…

…seine Zeit bisher bei Borussia seit 1999 und die Vertragsverlängerung: 

Für mich ist es ein großartiger Weg den ich bisher in Gladbach gehen durfte. Natürlich ist es eine große Chance, die ich als Spieler, Jugendirektor und jetzt Sportdirektor bekommen habe und es bereitet mit große Freude. Ich bin sehr emotional und das hat damit zu tun, dass der Verein mehr ist als ein Job. Es ist ein Stück weit unser Baby geworden. Ich durfte 2008 als Sportdirektor beginnen und habe schnell verstanden, was möglich ist und geht. Heute reden wir über Europapokal und Champions League. Ich habe mir viele Gedanken gemacht und der Klub hat sehr schnell signalisiert, dass er gerne weiter machen möchte. In den Gesprächen mit Herrn Schippers und Herrn Königs wurde mir schnell signalisiert, dass dieser Klub einen fantastischen Weg gegangen ist und dieser Weg noch nicht am Ende ist. Es gibt Visionen und Gedanken weiter zu kommen. Borussia ist ein Verein der großartiges geleistet hat und ich möchte hier weiter gehen. Ich bin auch froh, dass das Präsidium diesen Weg weitergehen möchte. Ich bin sehr stolz und sehr froh. 

…seine Visionen: 

Ich möchte weiter und nichts verwalten, am besten eben mit diesem Klub. Wir sind dieses gallische Dorf und den Großen möchten wir immer wieder Paroli bieten. Ich brauche persönlich nicht immer höher, schneller, weiter, aber ich wollte die Möglichkeit sehen, dass es diese Ideen und Visionen gibt. Wir werden in einer nicht einfachen Zeit dieses Schiff Borussia durch diese Zeiten bringen und in ruhige Fahrwasser kommen um diesen Klub weiter nach oben zu bringen. Mein Gedanke war nicht wegzulaufen, sondern welche Möglichkeiten es hier gibt. Natürlich gab es Interesse an meiner Person, aber ich wollte nicht pokern, sondern diesen Weg weiter beschreiten. Ich möchte aber nicht suggerieren, dass weiter alles nach oben geht: Wir müssen weiter hart arbeiten und ich habe Lust und Freude, das mitzugestalten. 

…die Vertragsverlängerung, vor allem in Zeiten von Corona: 

Wir wollten zeigen, dass wir kein kleiner Verein sind. Aufgrund der Arbeit der letzten fast 20 Jahre, insbesondere der letzten zehn Jahre, können wir sagen, dass wir kein kleiner Verein sind. Wir können hier richtig was gestalten und auf den Weg bringen. Es wird immer so sein, dass es in Europa Vereine gibt die andere Möglichkeiten haben. Gladbach gehört zu den großen Vereinen in Europa. 

…die bisherige Zeit als Sportdirektor: 

Wir wissen, dass wir Lichtjahre von den großen Vereinen entfernt waren. Wir haben uns dorthin gearbeitet, dass wir ihnen jetzt Paroli bieten können. In Bezug auf Europa sind wir das gallische Dorf, das werden wir so schnell nicht aufgeben können. Dieser Verein hat alles aus eigener Kraft geschaffen und wir haben keine fremde Hilfe erhalten. Wir haben eine Identität geschaffen wie die Mannschaft aussehen soll, man soll Zeit der 70er weiter spüren. Man kann diese DNA nicht einfach kopieren, aber weiter tragen. Unsere Philosophie werden wir nicht über den Haufen werfen. Natürlich wird der Weg steinig sein und wir werden Qualität durch Transfers verlieren, aber dennoch weiter Potenzial finden. 

…Gespräche mit anderen Vereinen: 

Natürlich habe ich nachgedacht, aber bei Borussia ist alles transparent und ehrlich. Der Klub kennt mich und weiß, woran er bei mir ist. Als das Signal vom Klub kam mit mir zu verlängern habe ich schnell gesagt, dass ich nicht einfach ‚nur‘ verlängern möchte, sondern voll hinter der Entscheidung stehen muss. Es gab das ein oder andere Mal wo man sich nach mir erkundigt hat, aber ich habe die Situation nicht genutzt um zu verhandeln. Ich als Max Eberl wollte den nächsten Schritt mit Borussia gehen. 

…seine Aufgaben in naher Zukunft: 

Die Vertragsverlängerung ist ein Start, aber wir starten auf einer anderen Stufe als noch 2008 oder bei meiner letzten Verlängerung. Wir haben eine neue Stufe erreicht, auch mit den Erwartungshaltungen. Es ist unser Wunsch weiter mit Marco und auch länger mit Marco zu arbeiten. Wir wollen auch mit Spielern verlängern die auf dem Markt begehrt sind. Dennoch riskieren wir keinen Wahnsinn, wollen aber Spieler und Trainer an Borussia binden. Wir wollen die Truppe weiter aufbauen und in den Tabellenregionen bleiben wo wir stehen. 

…seine Auszeit im Januar: 

Ich werde ab Januar für vier Wochen einfach mal raus sein und mir eine Auszeit nehmen. Diese habe ich beim Klub erfragt und die Möglichkeit bekommen. In meinen bisherigen Urlauben konnte ich nie wirklich abschalten und mein Handy ist mein treuester Begleiter. Mit der Verlängerung habe ich den Klub darum gebeten, mal ein bisschen Ruhe und zeit für mich zu bekommen. Der Klub hat mir das zugestanden, auch Marco Rose ist natürlich informiert. 

…die Gespräche mit Marco Rose: 

Marco und ich stehen in sehr engem Austausch. Marco Rose ist ein Glücksfalls und hat sich vor knapp zwei Jahren für Gladbach entschieden. Er hat mit uns sehr viel erreicht. Sportlich hakt es gerade ein bisschen, aber das lösen wir gemeinschaftlich. Marco ist sehr lange im Fußball tätig und weiß genau das wir in einer Situation sind, in der wir Klarheit brauchen. In den nächsten Tagen und Wochen werde ich mit Marco, trotz meiner Auszeit, den engen Austausch beibehalten und Entscheidungen fällen. 

…die Möglichkeiten bei Borussia: 

Es ist wichtig, dass wir uns auch in der Infrastruktur weiterentwickeln. Das Lizenzhaus was wir gerne auf den Weg bringen möchten ist aktuell hinten angestellt. Der Klub hat signalisiert, dass wir in den nächsten Jahre neue Wege gehen können. Es ist keine Sache, die man von heute auf morgen über den Zaun brechen kann. Ich habe viel Ehrgeiz und das spiegelt sich darin wieder, dass ich mit Borussia etwas ‚Blechernes‘ gewinnen kann. Ich habe Ehrgeiz und Lust mit Gladbach etwas zu gewinnen, das wäre fantastisch. 

Stephan Schippers über…

…seine Vertragsverlängerung bis 2026: 

Es freut mich natürlich, dass wir nach 21 1/2 Jahren heute hier sitzen können und uns über eine Vertragsverlängerung unterhalten können. Ich freue mich aber auch über die Verlängerung von Max, er hat ein klares Statement und Bekenntnis zu Borussia gegeben. Es ist eine Bank, wenn sich Max so eindeutig zu Borussia bekennt. Es freut mich sehr. 

…die Verhandlungen mit Max Eberl: 

Die Freude über die Planungssicherheit überwiegt. Wir wissen gegenseitig genau wie der andere denkt und was es für Möglichkeiten gibt. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie müssen wir schauen, was um Borussia herum passiert. Wir müssen Borussia nachhaltig in der oberen Tabellenhälfte etablieren. Wir haben Wünsche und dafür muss man verdammt hart arbeiten. Ich freue mich deshalb umso mehr, dass ich das gemeinsam mit Max und dem Präsidium machen darf. Die Frage ist, wo wollen wir alle gemeinsam in. Es geht nicht darum um in einen Modus des Verwalten zu geraten, sondern diesen Weg weiterzugehen. Wir müssen sicherlich viele kurzfristige Herausforderungen meistern und fokussieren uns deshalb auf die Zukunft. Die Verlängerung von Max ist ein starkes Signal für Borussia.

…die nächsten Jahre bei Borussia: 

Es ist ein klares Signal an alle. Borussia lebt die Kontinuität, das sehen wir überall im Verein. Das macht die Qualität aus: Die linke Hand weiß, was die rechte Hand macht. Diese Qualität haben wir in der Vergangenheit nach vorne gebracht und es gibt noch einiges zu tun, dafür brauchen wir verlässliche Schultern. Das macht auch ein Stück weit Vereinskultur aus, es liegt ein großer Weg vor uns und wir haben uns dazu bekannt diesen Weg mitzugestalten. 

…die gemeinsame Arbeit mit Max Eberl: 

Jeder ist grundsätzlich ersetzlich, auch Max und ich. Ich kenne Max schon fast 22 Jahre in seinen unterschiedlichen Funktionen. Ich habe ihn sehr schätzen gelernt. Es ist richtig, dass wir genau wissen, was wir voneinander zu halten haben, das ist ein wichtiger Punkt. Gerade in der jetzigen Zeit ist Verlässlichkeit extrem wichtig.

…eine mögliche Vermarktung des Stadionnamens: 

Die Vermarktung kategorisch auszuschließen wäre nicht richtig. Wir allen lieben den Borussia-Park, es ist die Heimat für unsere Fans uns der Mannschaft. Dennoch sollte man nichts ausschließen.

…über die Auswirkungen und Hürden der Corona-Krise: 

Die Situation als wir 1999 hier zusammen begonnen haben war eine komplett andere und ist nicht mit der heutigen zu vergleichen. Wir wissen nicht was auf uns zukommt uns das Virus verändert sich gerade. Wir gehen sehr gewissenhaft mit den medizinischen und hygienischen Maßnahmen um. Am langen Ende ist es unsere Gesundheit und Wirtschaft die wir haben.