Die Borussen feierten einen souveränen Derbysieg. Foto: Ulrich Hufnagel / Hufnagel PR

Mit dem 3:1-Derbysieg sorgte Borussia Mönchengladbach erstmal für etwas Ruhe und kann sich nun in der Länderspielpause auf die Vorbereitung für die heiße Saisonphase Im Oktober konzentrieren. Der 51. Erfolg der Borussen im rheinischen Gipfeltreffen war hochverdient, denn die Fohlenelf machte im Gegensatz zu den ersten beiden Spielen vieles richtig. 


Es stand zwar Derby drauf, aber war auch wirklich Derby drin? Geht man nach der Kulisse und dem ganzen Drumherum kann man diese Frage getrost mit ‚Nein‘ beantworten, denn eine wirkliche Derbystimmung wollte angesichts der Corona-Pandemie nicht aufkommen. Zudem waren nur 300 Zuschauer in Müngersdorf, eine Kulisse, die eines Derbys nicht würdig ist. 

Dennoch: Die Fohlenelf nahm die Situation an und machte es vor allem viel besser als in den ersten beiden Spielen. Wahrlich konnte man nach der Niederlage in Dortmund und dem Unentschieden gegen Union Berlin nicht von einem Fehlstart sprechen, doch die Mannschaft um Marco Rose hatte sich den Start in die Bundesliga-Saison natürlich anders vorgestellt.

Von Beginn das Spiel kontrolliert 

Am Samstagnachmittag brachten die Fohlen dann in den ersten 20 Minuten alles auf den Platz, was sie in der letzten Saison noch ausgemacht hat: Viel Tempo nach vorne, gut herausgespielte Chancen und hohes Pressing. Die Domstädter kamen überhaupt nicht in die Partie und waren nach 15 Minuten durch die Tore von Alassane Pléa und Stefan Lainer ausgeknockt. 

Vor allem beim ersten Treffer durch Pléa, der generell ein richtig starkes Spiel machte, glich einem Kölner-Offenbarungseid. Der Franzose hatte alle Zeit der Welt, konnte die Kugel in Ruhe annehmen und anschließend mustergültig verwerten. Das Kopfballtor von Stefan Lainer setzte dem Ganzen noch die Krone auf und war im Training einstudiert, das gab der Österreicher nach dem Derbysieg zu. 

Mit dem 3:0 war die Partie dann nach der Pause definitiv entschieden und Borussia ließ locker die Kugel laufen. Überhaupt kann man von einem Klassenunterschied zwischen Borussia und den Domstädtern sprechen, denn die Hausherren hatten zu keinem Zeitpunkt den Hauch einer Chance. 

Hier und da ließen die Fohlen die ‚Geißböcke‘ aber doch mal etwas an der längeren Leine, was beim Ehrentreffer dann auch konsequent bestraft wurde. Das muss die Fohlenelf demnächst auf so einem hohen Niveau wie der Champions League definitiv besser verteidigen. Das weiß auch Marco Rose und wird das seinen Spielern in der Länderspielpause auch schonend beibringen. 

Seinen Derbysiegern gibt Borussias Trainer jetzt erstmal bis Dienstag frei, dann beginnt die Vorbereitung auf das nächste Spiel gegen Wolfsburg und vor allem auf die heiße Saisonphase mit vielen Spielen in der Königsklasse und Bundesliga. Dass die Fohlen vor der Spielpause für Ruhe sorgen konnten ist extrem wichtig, denn ansonsten wäre es nicht nur aufgrund des herbstlichen Wetters in diesen Tagen etwas ungemütlich am linken Niederrhein geworden. 

Ebenso ist schön zu sehen, wie Marcus Thuram und Alassane Pléa sich immer besser zurecht finden. Auch das Offensiv-Duo wird die Länderspielpause nochmal intensiv nutzen, um für die Champions League auf Betriebstemperatur zu kommen. Das wird auch Denis Zakaria schaffen wollen, denn in zwei Wochen könnten die Fohlen im Idealfall wieder auf den Schweizer zurückgreifen. Allzu hohes Risiko wird Marco Rose aber angesichts des straffen Programms nicht eingehen wollen. 

Auch wenn diesmal keine richtige Derby-Atmosphäre aufkam und alle hoffen, dass man in der Rückrunde im Borussia-Park mal wieder ein richtig hitziges Spiel mit Stimmung und all dem Drumherum haben kann, bleibt Borussia weiterhin die Nummer eins am Rhein – und das völlig verdient!