Symbolbild – Matthias Ginter konnte nach dem Spiel bei Ex-Klub BVB nur schmollen. Archivfoto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Erstmals seit 2015 ist Borussia Mönchengladbach mit einer Niederlage in die neue Spielzeit gestartet. Bei Borussia Dortmund kassierten die Fohlen eine 0:3-Schlappe. Dabei waren die Gladbacher Borussen lange Zeit ebenbürtig. Am Ende machte auch die starke Offensive des BVB den Unterschied.

Lange Gesichter bei Borussia Mönchengladbach nach der Auftakt-Niederlage beim BVB. Wieder mal boten die Fohlen dem Favoriten gut Paroli und agierten auf Augenhöhe – das zeigen die Spieldaten deutlich – um am Ende erneut mit leeren Händen dazustehen. So wie die letzten zehn Partien zuvor gegen den BVB.

Dass dem am ersten Spieltag der Saisons 2020/2021 so war lag vor allem an der fehlenden Power in der Offensive. Zwar hört sich ein 0:3 unter dem Strich klar an, doch so deutlich war es nicht. »Wir dürfen nicht vergessen, dass Gladbach viele Spieler gefehlt haben. Sie haben gut gespeilt, es war schwer für uns«, sagte Lucien Favre hinterher bei ‚Sky‘.

Womit der Ex-Fohlen Coach durchaus recht hatte. Die Fohlenelf machte es taktisch gut, gestaltete ein offenes Spiel und ließ dem BVB zunächst wenig Raum. Es war gut und ansehnlich, was die Gladbacher Borussen vor 9.300 Zuschauern im Signal-Iduna-Park auf den Rasen brachte. Besonders das Gegenpressing führte dazu, dass der BVB-Express vorne wenig zustande bringen konnte.

Offensiv zu schwach gegen den BVB

Das galt allerdings auch für die Fohlenelf, die bis zur 32. Minute brauchte, um den ersten Nadelstich zu setzen –  Bürki rettete da vor dem einschussbereiten Neuhaus. Dafür nutze der BVB auf der Gegenseite eine Unachtsamkeit der Borussen und brachte sich in Führung. Genau das war ausschlaggebend an diesem lauen Sommerabend in Dortmund und brachte Dortmund auf die Siegerstraße. Der BVB nutzte seine sich bietenden Möglichkeiten eiskalt und konterte die Fohlen aus.

Unter dem Strich war die fehlende Offensiv-Qualität der Fohlenelf mit der Hauptgrund dafür, dass man zum elften Mal in Serie nichts Zählbares gegen die Namenscousine ergattern konnte. Das war zu wenig. Die Tatsache, dass Marcus Thuram, Alassane Plea und Breel Embolo nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte waren beziehungsweise fehlten, ist zu viel Aderlass gegen einen BVB. Auch nicht zu vergessen sind die fehlenden Valentino Lazaro und Denis Zakaria. Zu viel Qualitätsverlust, der für die Fohlen nicht vollends zu kompensieren ist – gerade nicht gegen eine Spitzenmannschaft wie dem BVB. Und nach vorne hin fehlte es gegen diese einfach an der nötigen Durchschlagskraft, um für fordernde Aufgaben und arge Probleme zu sorgen. Daran änderte sich auch nicht viel, als Marco Rose eben benannte Thuram und Plea ins Spiel brachte. Zudem passte man dann hinten zweimal nicht auf.

VAR schläft bei Szene gegen Thuram

Dass die Gladbacher Borussen auch einen Foulelfmeter hätten bekommen können – Hummels brachte den eingewechselten Thuram mit einem Kontakt zu Fall – steht außer Frage. Zumindest aus dem Kölner-Keller hätte hier ein Hinweis an Felix Brych kommen müssen, sich die Szene genau wie beim Strafstoß nach Foul von Bensebaini an Reyna nochmal anzuschauen. Unverständlich, warum das nicht geschehen ist. Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob ein eventuell verwandelter Elfmeter dem Spiel nochmal eine Wende gebracht hätte. 

Am Ende des Tages haben die Fohlen gegen den BVB wieder mal gut gespielt, aber nichts Zählbares ergattert. Wie sagte es Christoph Kramer hinterher bei Sky: »Es fehlte ein My«. Es sind diese Kleinigkeiten, die gegen solche Mannschaften eben den Unterschied machen. Zudem muss man die Situationen, die zu den Gegentoren geführt haben, besser verteidigen. Daraus gilt es zu lernen.

Die Sinne schärfen 

»Die Sonne scheint, es geht weiter«, beschrieb Max Eberl am Sonntagmorgen zu Beginn im Sport1- „Doppelpass“ seine Gefühlslage. Das ist mit Sicherheit richtig. Zumal auch erst ein Spiel gespielt und noch relativ wenig passiert ist. Dennoch tut diese Niederlage weh und sie sollte und muss Niederlage die Beteiligsten sensibilisieren und dafür sorgen, dass die Sinne geschärft werden. Am nächsten Wochenende kommt Union Berlin in den Borussia-Park, dann geht es zum Derby in die Domstadt. Keine einfachen Aufgaben, die es nun mit aller Konzentration anzugehen und zu bewältigen gilt – damit nicht ein kompletter Fehlstart droht…