Ramy Bensebaini machte als ‘Sechser’ ein starkes Spiel. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Borussia hat den letzten Test bei VVV Venlo souverän gemeistert und auch überzeugt. Marco Rose nutzte die Partie vor allem dafür, um die Flexibilität einiger Spieler zu prüfen. Allen voran Ramy Bensebaini und Christoph Kramer spielten auf ungewöhnlichen Positionen. Marcus Thuram und Alassane Pléa hingegen steigen am Montag wieder ins Mannschaftstraining ein und könnten für das Pokalspiel wieder eine Option darstellen. 

Neue Option als ‚Sechser‘?

Für Borussia Mönchengladbach war die Dienstfahrt nach Venlo eine kurze: Nur 25 Minuten sind es vom Borussia-Park bis zum Stadion De Koel in der Grenzstadt. Es war gleichzeitig auch ein neues, altes Gefühl, das einem da in den Niederlanden entgegen kam. Der VVV ließ rund 1.500 Zuschauer ins Stadion, mit dem entsprechenden Abstand versteht sich. Sicherlich auch für die Fohlen eine willkommene Abwechslung, eine Woche vor dem DFB-Pokal nochmal vor Fans auflaufen zu dürfen. Gegen den FC Oberneuland dürfen nämlich wieder ‚nur‘ 300 Fans in den Borussia-Park. 

Zwar musste Marco Rose auf die Nationalspieler und zahlreiche angeschlagene Akteure verzichten, doch die Fohlen brachten immer noch sehr viel Qualität auf den Rasen und zeigten das auch von Beginn an. Ein wenig verwundert waren die Beobachter dann schon, denn sie sahen Ramy Bensebaini im Mittelfeld auf der Sechs. »Es haben sicherlich nicht alle auf den Positionen gespielt, auf denen sie auch in der Saison am meisten auflaufen«, gestand Borussias Trainer. Als »Versuch« beschrieb Rose anschließend die ungewöhnliche Rolle des Algeriers. Doch der 25-Jährige bewies direkt eine gute Übersicht und leitete den ersten Treffer mit einem genialen Pass auf Oscar Wendt mit ein. 

»Ramy hat es sehr gut gemacht. Wir wissen noch nicht genau, wann Denis Zakaria zurück kommt, und deshalb ist es wichtig, dass wir Optionen haben«. Ob Bensebaini nun wirklich eine Alternative als ‚Sechser‘ ist, wird sich also in den nächsten Partien zeigen. »Wir wissen, was Ramy für ein außergewöhnlicher Fußballer ist und was er für Fähigkeiten hat. Diese Position trauen wir ihm zu, aber er hat sie lange nicht gespielt. Dennoch sehen wir ihn natürlich eher als Außenverteidiger«, so Rose. 

Entwarnung bei Beyer 

Zumal nächste Woche auch Florian Neuhaus wieder von der Nationalmannschaft zurück ist und mit Christoph Kramer die Doppel-Sechs bilden könnte. Apropos Kramer: Der Weltmeister von 2014 rückte in der zweiten Halbzeit in Venlo sogar in die Innenverteidigung. »Das ist eher aus der Not entstanden«, gesteht Rose. Grund hierfür war die Auswechslung von Jordan Beyer, zur Halbzeit musste er das Feld angeschlagen verlassen. Borussias Trainer gab nach dem 4:0-Sieg aber Entwarnung. »Wir gehen erstmal von nichts wilden aus. Der Doc hat das Knie gleich untersucht und es sah gut aus«. Der Blondschopf stand nach dem letzten Test auch schon wieder vor der Kabine und konnte lachen. 

Generell machte Beyer am Freitagabend eine gute Partie, Rose nahm sich unter der Woche Zeit für ein intensives Gespräch mit dem 20-Jährigen. »Wenn er die Möglichkeit haben möchte in der Mannschaft zu spielen, muss er von der Haltung her noch präsenter werden und mit mehr Selbstvertrauen auftreten«, erklärte Rose. Offensichtlich fand Borussias Trainer genau die richtigen Worte, denn Beyer war vor allem im Aufbauspiel ein sehr belebender Posten. »Heute hat er genau das gezeigt, was ich möchte. Er hat eine sehr gute erste Halbzeit gespielt. Wir vertrauen ihm und er gehört zu uns«, so Rose. 

Sippel als Mr. Zuverlässig 

Vertrauen durften die Fohlen gestern Abend auch ihrem überragenden Schlussmann Tobias Sippel. Der Pfälzer zeigte einmal mehr, dass er die beste Nummer zwei in der Bundesliga ist und hielt mit mehreren starken Paraden die Null. Die wollte Borussia auch mit aller Macht halten. »Das Spiel haben wir verdient gewonnen und wir haben schöne Tore geschossen. Trotzdem haben wir auch ein bisschen was zugelassen«, mahnte Rose. Vor allem gegen Ende der ersten Halbzeit hatte Venlo eine Dreifach-Chance: Sippel war zweimal zur Stelle, einmal half sogar der Pfosten aus. 

Trotzdem lobte der Fohlen-Coach den Einsatz und die Bereitschaft seiner Spieler. »Wir wollten dieses Spiel unbedingt zu Null gewinnen und haben das auch in ein paar Aktionen, wo wir uns richtig in den letzten Ball geschmissen haben, gezeigt.« Zeigen konnten sich in den Niederlanden logischerweise nicht die drei angeschlagenen Denis Zakaria, Marcus Thuram und Alassane Pléa. Das Trio befindet sich aktuell im Aufbautraining, wobei Thuram und Pléa ab nächster Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Das verriet Rose auf Nachfrage unserer Redaktion. 

Rückkehr von Thuram und Pléa 

»Plea und Thuram werden nächste Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Vor allem bei Thuram besteht große Hoffnung, dass er auch im Pokal dabei sein kann«, macht Borussias Trainer allen Fans Hoffnung auf eine baldige Rückkehr von ‚Tikus‘. Bei Pléa, der Top-Scorer in der abgelaufenen Saison, wollen die Fohlen kein Risiko eingehen. »Bei Alassane wollen wir auf Nummer sicher gehen. Diese Verletzung hat er schon zwei mal gehabt und wir wollen nichts riskieren. Sicher wäre er schon eine Option am nächsten Wochenende, aber das halten wir uns offen«. 

Denis Zakaria hingehen muss sich noch etwas gedulden, eher er sein Comeback in einem Pflichtspiel geben kann. Vielmehr macht der Schweizer »von Tag zu Tag kleine Schritte« und wird von den Fohlen behutsam vorbereitet. »Es wird noch ein paar Tage mehr dauern. Die Zeit geben wir ihm aber und wir freuen uns auf den Tag, an dem er wieder dabei ist«, verriet Marco Rose. Angesichts des starken Auftritts von Ramy Bensebaini sieht es tatsächlich so aus, als hätte Borussia auf der Sechs für die Ausfallzeit von Zakaria eine Option mehr…