Die Borussen mussten bei Union bereits die zweite Niederlage in Folge hinnehmen. Foto: picture alliance/dpa | Andreas Gora

Borussia musste bei Union Berlin schon die zweite Niederlage in Folge einstecken, alles andere als ein perfekter Saisonstart. Erneut fielen die Gegentore viel zu einfach, sodass die Fohlenelf nun nach drei Spieltagen bereits sieben Gegentreffer hinnehmen musste. Auch im Spiel nach vorne wurde klar, dass aktuell die letzte Zielstrebigkeit fehlt. 

Auf guten Beginn folgte die Ernüchterung 

Eigentlich begann der Sonntag für Borussia Mönchengladbach mit einer positiven Nachricht. Denn am frühen Morgen bestätigte Max Eberl, dass der FC Bayern München kein Angebot für Jonas Hofmann abgegeben hat und der 29-Jährige auch über den Sommer hinaus am linken Niederrhein bleibt. Zudem bestätigte der Nationalspieler nach der Partie bei Union Berlin am Mikrofon von ‚DAZN‘ nochmals selbst, dass er die Fohlenelf nicht verlassen wird. 

Mut machte dann auch die Anfangsphase an der Alten Försterei, die Gäste vom Niederrhein machten einen deutlich wacheren Eindruck als noch zuletzt bei der 0:4-Auswärtsniederlage in Leverkusen. »Wir waren eigentlich nicht schlecht im Spiel, hatten gerade in der Anfangsphase viel Ballbesitz und sind auch gut in die Zweikämpfe gekommen«, sagte Patrick Herrmann. Auch Jonas Hofmann fand, dass die Borussen »eigentlich gut in die Partie gekommen sind und zu Beginn spielbestimmend waren«. 

Borussia lud Union zum Toreschießen ein 

Doch die Fohlenelf machte sich das Leben selber schwer, denn die ‚Eisernen‘ nutzten zwei Fehler der Gäste eiskalt aus. »Zwei Angriffe der Berliner haben leider direkt gesessen. Man muss aber auch ehrlich sagen, dass wir es dem Gegner bei den beiden Gegentoren viel zu einfach gemacht haben. Hier in Berlin einen 0:2-Rückstand aufzuholen, ist enorm schwer«, fand Herrmann nach der zweiten Saisonniederlage in Folge. 

Beim 2:0 für Union wurde die Fohlenelf, trotz Überzahl, klassische ausgekontert. »Wir haben uns bei den Gegentreffern viel zu naiv eingestellt. Beim 0:2 sind wir vier gegen zwei – und trotzdem kassieren wir das Tor. Das darf einfach nicht passieren«, monierte Jonas Hofmann. Auch nach dem Seitenwechsel fanden die Borussen zunächst kein Erfolgsmittel, eben weil die Hausherren »gut verschoben und weiter stark verteidigt haben. Da sind dann Lösungen gefragt, doch die haben wir nicht gefunden«. 

Keine Zielstrebigkeit im Spiel nach vorne 

Der Anschlusstreffer des deutschen Nationalspielers in der Nachspielzeit kam viel zu spät und war letztlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. »Im letzten Drittel waren wir heute einfach nicht zwingend genug, so dass die klaren Chancen gefehlt haben. Mein Anschlusstreffer kam leider etwas zu spät. Wäre das Tor zehn Minuten früher gefallen, wäre vielleicht noch etwas drin gewesen«, haderte Hofmann mit dem späten Anschlusstreffer. 

Zwar gaben die Borussen laut Statistik 20 Torschüsse ab, etwas Zählbares sprang aber außer dem Ehrentreffer nicht heraus. Der Fohlenelf fehlte es über weite Strecken an Durchschlagskraft und auch der Wucht des verletzten Marcus Thuram. »Wir sind in der zweiten Hälfte noch einmal angerannt und haben alles versucht, aber am Ende war es von uns offensiv zu wenig, sodass wir uns an die eigene Nase fassen müssen«, so Patrick Herrmann. Dennoch versuchte ‚Flaco‘ schon wieder nach vorne zu schauen, denn die Fohlen sind beim nächsten Heimspiel in zwei Wochen mächtig unter Zugzwang und müssen »gegen Bielefeld unbedingt die ersten drei Punkte holen«. 

Auch Adi Hütter haderte mit seiner zweiten Niederlage als Trainer der Borussia in Folge, vor allem, weil sie laut dem Österreicher nicht gerecht war. »Es ist eine unglückliche und bittere Niederlage für uns, weil sie meiner Meinung nach in der Form nicht verdient war. Leider sind wir durch zwei individuelle Fehler in Rückstand geraten«, sagte der 51-Jährige, um noch mehr in die Analyse zu gehen. »Beim ersten Gegentreffer haben wir den Ball viel zu leicht hergegeben, beim zweiten Gegentor hätten wir ein taktisches Foul begehen müssen.«

Adi Hütter hat noch viel Arbeit vor sich 

Dennoch hat seine Mannschaft »trotz des Rückstands alles versucht und es gegen einen Gegner, der sehr tief stand, spielerisch auch nicht schlecht gemacht«. Hütter monierte allerdings, dass der »letzte Pass und die letzte Entscheidung zu häufig nicht gepasst« haben. Sein Fazit vor der Länderspielpause: »Mit einem Punkt aus drei Spielen können wir nicht zufrieden sein, die Leistungen waren aber zumindest in zwei der drei Spiele in Ordnung«.

Vor allem aber fallen die sieben Gegentore nach drei Bundesliga-Spielen bereits sehr ins Gewicht und erinnern teilweise an die letzte Saison. Hütter hat mit seinem Trainerteam in den nächsten Tagen und Wochen extrem viel Arbeit vor sich, die Länderspielpause macht ihm aufgrund der vielen Abstellungen auch nochmals das Leben schwer. Hinzu kommen noch die vielen verletzten Leistungsträger. Wahrlich kein leichter Start für sein neues Kapitel am linken Niederrhein…