Findet Borussia mit mehr Mut in der Offensive zurück in die Spur? 

Hugo Bolin könnte frischen Wind in die Offensive bringen. Foto: Dirk Päffgen

Borussia steht in Frankfurt ein richtungsweisendes Spiel bevor. Inzwischen ist das Polster auf Relegationsplatz 16 auf nur noch drei Zähler geschrumpft. Daher sind die Fohlen gefragt, in der Offensive wieder mutiger agieren. Wael Mohya wird derweil von den Verantwortlichen etwas gebremst. 

Das Hinspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt war eines der kuriosesten Partien der aktuellen Bundesliga-Saison. Nach 0:6-Rückstand bäumten sich die Fohlen nochmal auf und verkürzten auf 4:6. Dennoch war der Auftritt auch ein Fingerzeig und gleichzeitig die schlechteste Defensivleistung der Spielzeit. So weit darf es am Samstag nicht mehr kommen, das weiß auch Sportchef Rouven Schröder. »Wir treffen in Frankfurt auf einen starken Gegner, der sicherlich im ersten Heimspiel des neuen Trainers punkten möchte, aber das wollen wir auch. Die Jungs haben an sich selbst die klare Erwartung, den nächsten Schritt gehen zu wollen.«

Duell der angeschlagenen Klubs 

Borussias Trainer Eugen Polanski spricht beim kommenden Gegner, ähnlich wie bei seiner eigenen Mannschaft, von einer »schwierigen Situation«. Nach Heidenheim stellen die Hessen mit 46 Gegentoren die schlechteste Defensive der Liga. »Nichtsdestotrotz haben sie eine Top-Mannschaft mit sehr hoher Qualität. Durch den Trainerwechsel haben Sie nun zudem einen neuen Impuls gesetzt und den Spielern wurden gleichzeitig sicherlich einige Dinge mit an die Hand gegeben.« Hinzu kommt die positive Serie der SGE gegen die Borussen: In den letzten neun Spielen verloren die Frankfurter keines. 

Deshalb ist von den Fohlen eine Leistungssteigerung zu erwarten. In der Vorwoche präsentierte sich die Elf vom Niederrhein wieder verbessert, muss es nun aber im ehemaligen Waldstadion wieder schaffen, Power in die Offensive zu bringen. »Wir wollen am Samstag an die Leistung vom vergangenen Wochenende anknüpfen und die gleiche Euphorie, den gleichen Mut und die gleiche Qualität auf den Platz bringen«, sagte Polanski. 

Es braucht mehr Mut in der Offensive 

Dafür hat er mit seiner Mannschaft »unter der Woche an den Abschlüssen gearbeitet.  Schließlich ist es nach wie vor unser Ziel, die Torgefahr auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Darüber hinaus möchten wir generell in den verschiedensten Positionen den Abschluss suchen und wollen außerdem mit möglichst wenig Pässen in die gegnerische Box gelangen, um Gefahr zu erzeugen«. Das ist auch dringend nötig, um endlich wieder einen Sieg zu feiern. Zuletzt blieb Borussia fünfmal in Folge ohne dreifachen Punktgewinn. 

Nicht unterstützen kann bei der Mission ‚drei Punkte‘ Alejo Sarco. Die Leihgabe von Bayer Leverkusen zog sich unter der Woche einen Kapselriss im Fußgelenk zu und fällt aus. Allerdings geht man rund um den Borussia-Park nicht davon aus, dass er länger fehlt. »Kevin Diks fehlt gelbgesperrt. Zudem steht uns Gio Reyna weiterhin nicht zur Verfügung. Hinzu kommen die drei Langzeitverletzten Tim Kleindienst, Robin Hack und Nathan Ngoumou«, äußerte sich Polanski zum Kader. 

Mohya muss sich vorerst gedulden 

Derweil sprach der 39-Jährige auch über die wohl heißeste Personalie im Fohlenstall. Denn zuletzt saß Offensivtalent Mohya zweimal über die kompletten 90 Minuten auf der Bank und wartet weiter auf Einsatzzeit. Die stellte Polanski dem 17-Jährigen vorerst nicht in Aussicht. »Es liegt daran, dass Wael nicht mehr ganz so frei im Kopf ist wie zu Beginn. Da ist er reingekommen und einfach drauflosgestürmt, hat sich keinen großen Kopf gemacht. Nun ist er aber viel mehr drin in den taktischen Abläufen. Das ist ein komplett normaler Prozess. Das Wichtigste ist, dass er weiter Vollgas gibt, jeden Tag dazulernen will und demütig bleibt. Er wird bald wieder seine Einsätze bei uns bekommen«, erklärte Polanski. 

Stattdessen darf sich eine andere Leihgabe, nämlich Hugo Bolin, berechtigte Hoffnung auf mehr Spielzeit machen. Der Schwede überzeugte in seinen ersten Minuten gegen Leverkusen. Polanski: »Hugo hat gezeigt, dass er das „gewisse Etwas“ hat. Mit ihm haben wir einen Spieler hinzugewonnen, der viel Qualität und Frische mitbringt. Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass er aus einer speziellen Situation kommt. Schließlich pausiert die schwedische Liga im Winter. Malmö hat zuletzt lediglich in der Europa-League gespielt. Hinter Hugo liegt dementsprechend eine kurze Vorbereitung. Somit wird er wohl noch nicht über 90 Minuten auf dem Platz stehen können. Ob wir ihn als frischen Schwung von der Bank bringen oder ob er beginnt, werden wir dann sehen.«