Borussia Mönchengladbach hat sich nach zuvor mehreren gescheiterten Versuchen nun die Dienste von Matthias Ginter gesichert. Der Weltmeister kommt von der Namenscousine aus Dortmund und erhält am linken Niederrhein einen bis Sommer 2021 gültigen Vierjahresvertrag plus Option auf eine weitere Spielzeit. Die Ablösesumme soll laut ‚kicker’ 17 Millionen Euro plus Bonuszahlungen betragen.

Matthias Ginter, Borussia Mönchengladbach und dazu Dieter Hecking: Eine in der jüngsten Vergangenheit gleich mehrfach gescheiterte ‚Ehe’, die nun geklappt hat. Schon im Sommer 2014 wollten die Gladbacher Borussen den Weltmeister holen, doch damals entschied er sich für den BVB. Ein Jahr später dann der nächste Versuch: Für eine geschätzte Ablösesumme in Höhe von 10 Millionen Euro wollte Eberl den Youngster an den linken Niederrhein locken, doch der BVB legte damals sein Veto ein.

Gleiches galt ein Jahr später, als der VfL Wolfsburg um die Dienste des 23-Jährigen buhlte. Das Ex-Wölfe-Duo um den damaligen Manager Klaus Allofs und Dieter Hecking wollte den Weltmeister verpflichten und boten laut ‚Kicker’ eine Ablöse in Höhe von 18 Millionen Euro, die die Schwarz-Gelben jedoch ablehnten. »Ginter kann sich einen Wechsel zum VfL gut vorstellen, der BVB hat aber bislang nicht zugestimmt. Das respektieren wir«, wurde Allofs seinerzeit im ‚Kicker’ zitiert.

So lag ein erneutes Interesse an dem Defensiv-Allrounder nahezu auf der Hand. Zumal die Borussen nach dem schmerzhaften Abgang von Andreas Christensen (zurück zum FC Chelsea London ) nach einem adäquaten Ersatz ‚fahndeten’. Den hat man nun in Matthias Ginter, der beim BVB noch bis 2019 unter Vertrag stand und einen aktuellen Marktwert von 15 Millionen Euro besitzt, gefunden.

Schon reichlich Erfahrung mit Luft nach oben

Borussia und Dieter Hecking bekommen also den Wunschspieler, um den man sich in der Vergangenheit mehrfach bemüht hat. Dem Vernehmen nach lassen sich die Borussen den Wechsel einen Sockelbetrag von 17 Millionen Euro plus weitere Bonuszahlungen kosten. Eine gleichermaßen stattliche und doch irgendwie angemessene Summe für einen Spieler, der sich Weltmeister 2014, DFB-Pokalsieger 2017 und ConfedCup-Sieger 2017 nennen darf. Zudem kann der 23-Jährige in jungen Jahren bereits auf reichlich Erfahrung zurückschauen. 137 Bundesliga-, 13 Champions League-, 14 Europa League- und 13 Länderspiele hat der gebürtige Freiburger bis dato bereits auf dem Buckel. Dennoch trägt Ginter mit dieser Summe schon einen schweren Rucksack, der natürlich Erwartungen schürrt.

In der abgelaufenen gehörte der vornehmlich in der Innenverteidigung spielende gebürtige Freiburger zum Stammpersonal des BVB und zeigte durchweg solide Leistungen. So wie jüngst beim abgelaufenen ConfedCup in Russland, wo er in vier von fünf Spielen über die volle Distanz spielte zu überzeugen wusste und schlussendlich seinen Anteil am ConfedCup-Sieg hatte.

33-mal stand Ginter im Kader, 26-mal stand er von Beginn an auf dem Platz und sammelte dabei starke 2.474 Einsatzminuten. Doch nicht „nur“ in der Abwehrzentrale kann der Rechtsfuß spielen. Auch als rechter Verteidiger und im defensiven Mittelfeld kann der Weltmeister eingesetzt werden. In der Saison 2015/16 absolvierte Ginter, der stets besonnen, sachlich und ruhig auftritt, 15 Bundesliga-Spiele als Rechtsverteidiger, erzielte dabei zwei Tore und gab sieben Vorlagen. Dennoch war er beim BVB nicht unumstritten.