Valentino Lazaro hatte sich sein Debüt sicherlich anders vorgestellt. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Die Testspielsieg-Serie von Borussia Mönchengladbach ist gerissen. Gegen die SpVgg Greuther Fürth verloren die Borussen am Donnerstagnachmittag mit 0:2. Vor 300 Zuschauern im Borussia-Park musste zudem auch noch Debütant Valentino Lazaro nach einer halben Stunde angeschlagen den Platz verlassen. 

Es war zwar „nur“ ein Testspiel, aber dennoch ein besonderes. Denn erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie durften wieder Zuschauer im Stadion sein. 300 VfL-Mitglieder kamen in den Genuss, den Test gegen den Zweitlisten unter Einhaltung der Hygiene- und Verhaltensregeln live zu verfolgen. Und das Interesse an Live-Fußball war groß – innerhalb von 20 Minuten waren die zur Verfügung stehenden Tickets vergriffen. Als  zusätzliches Bonbon wurde de Zuschauern auch noch die Spielzeit verlängert, denn beide Trainer hatten sich zuvor auf 2x 60 Minuten geeinigt. 

Marco Rose musste im vorletzten Test der Vorbereitung weiterhin auf László Bénes (Bandverletzung im Sprunggelenk), Marcus Thuram (Operation am Sprunggelenk), Denis Zakaria (Knie-Operation), Keanan Bennetts (Mittelfußprellung), Andreas Poulsen (Schulter-OP) und Alassane Plea (muskuläre Verletzung ) und auch Julio Villalba verzichten. Der Paraguayer sollte eigentlich von Beginn an auflaufen, hatte sich aber beim Aufwärmen verletzt. Yann Sommer und Mamadou Doucouré wurden geschont. Dafür stand Neuzugang Valentino Lazaro erstmals seit seiner Verpflichtung zur Verfügung und stand auch im Aufgebot. 

Im Gegensatz zum Testspielsieg gegen Paderborn durfte erneut Tobias Sippel von Beginn an das Tor hüten. Kaan Kurt, Tony Jantschke, Ramy Bensebaini und Jordan Beyer spielten in einer Viererkette direkt vor ihm. Im Mittelfeld bildeten Christoph Kramer und Famana Quizera die „Doppel-6, Neuzugang Valentino Lazaro, Patrick Herrmann und Lars Stindl davor. Breel Embolo  begann als einzige Spitze.

Lazaro-Debüt nur von kurzer Dauer, Herrmann mit der besten Chance

Es war allen Beteiligten anzusehen – sie hatten richtig Bock auf die Partie mit Zuschauern auf den Rängen, auf denen die Pappkameraden so langsam immer weniger werden. Den ersten Abschluss sahen die 300 Zuschauer in Minute 7, als Ex-Borusse Branimir Hrgota Sippel aus der Distanz prüfte, Sippel aber sicher zufasste.

Auf der Gegenseite hatten die Borussen ihre Probleme, ins Spiel zu kommen. Man leistete sich viele Ballverluste die dazu führten, dass die ‚Kleeblätter‘ in der Defensive wenig zu tun hatten. Nach 21 Minuten gab es Freistoß für die Fohlenelf, den Bensebaini nur knapp über das Gehäuse bugsierte. Zwei Minuten später setzte Embolo einen abgefälschten Schuss rechts vorbei (23.).

Wenige Minuten später eine Schrecksekunde für die anwesenden Fans. Neuzugang Lazaro musste nach einer halben Stunde sein Debüt abbrechen. Die Leihgabe von Inter Mailand hatte sich an der linken Wade verletzt, musste gestützt vom Platz gebracht werden und konnte nicht mehr weitermachen, Lang kam auf den Rasen (31.).

Bitter für den Schweitzer und die Borussen, die ab dieser Phase besser in der Partie waren. Vor allem Herrmann hatte die große Chance zur Führung, scheiterte aber am stark parierenden Keeper Funk (43.). Bis zum Pausenpfiff nach einer Stunde passierte nicht mehr allzu viel, so dass es torlos in die Kabinen ging.

Green überwindet Grün wie aus dem Nichts

Zu den zweiten 60 Minuten nahm Rose dann zahlreiche Wechsel vor. Unter anderem stand Keanan Bennetts nach seiner überstandenen Verletzung wieder auf dem Feld. Unterdessen waren es im Gegensatz zum ersten Durchgang nun die Borussen, die mehr vom Spiel hatten, ohne dabei allerdings in der Offensive für große Gefahr zu sorgen.

Zwar gab es immer mal wieder ordentliche Annäherungsversuche vor das Tor der ‚Kleeblätter‘, doch dann fehlte die letzte Konsequenz. Und dann führte plötzlich Fürth. Nielsen setzte sich klasse rechts im Strafraum durch und legte in die Mitte, wo Green am langen Pfosten lauerte und die Kugel aus wenigen Metern in den Maschen versenkte (75.). Es war das erste Gegentor der Fohlen in der Vorbereitung, die kurze Zeit die Möglichkeit zum Ausgleich hatten, aber Wolf verpasste das Ziel nur knapp, die anschließende Ecke brachte nichts ein (83.). Fünf Minuten wieder Wolf, doch die Leipzig-Leihgabe verzog diesmal um einige Meter (88.).

Grün mit dem Doppelpack

Auf der Gegenseite nutzte die Spielvereinigung ihre Chance und brachte sich mit 2:0 in Front. Wieder war es Green, der die Kugel nach einer tollen Flanke direkt nahm und über den Ex-Fürther Grün hinweg in die Maschen beförderte (103.).

In der Schlussphase passierte nicht mehr allzu viel. Die ‚Kleeblätter‘ machten den laden dicht, während sich die Biorussen damit schwer taten. So blieb es am Ende bei der ersten Testspiel-Niederlage der Borussen, die auch erstmals in der Vorbereitung überhaupt Gegentore hinnehmen mussten. Überzubewerten ist diese Niederlage genauso wenig wie die Siege zuvor. Wichtig war uns ist, dass alle Akteure Spielpraxis sammeln und weiter lernen konnten. Bis zum Saisonstart gibt es noch Dinge zu tun.

Vielmehr bleibt aber zu hoffen, dass sich Valentino Lazaro keine allzu schwere Verletzung an der Wade zugezogen hat und alsbald weiter mit den Borussen trainieren und üben kann.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sippel (61. Grün) – Kurt (35. Ginter), Jantschke (61. Elvedi), Beyer (61. Wolf), Bensebaini (61. Lainer) – Kramer (61. Neuhaus), Quizera (31. Noß, 61. Reitz) – Lazaro (31. Lang, 61. Wendt), Herrmann (61. Traoré), Stindl (61. Hofmann) – Embolo (61. Bennetts, 91. Müsel)

SC Paderborn: Funk (48. Burchert, 91. Schaffran) – Meyerhöfer (91. Kratzer), Barry (61. Jaeckel), Mavraj (61. Bauer), Raum (88. Subaric, 110. Lungwitz) – Sarpei – Seguin (88. Abiama), Ernst (61. Tillman) – Hrgota (91. Stefaniak), Leweling (91. Redondo) – Nielsen (88. Stach)

Tore: 0:1 Green (75.), 0:2 Green (103.)

Gelbe Karten: Wolf / Barry, Seguin, Redondo, Abiama

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Mitja Stegemann (Bonn)

Zuschauer: 300 (Borussia-Park)