Für Borussia geht es gegen Leverkusen vor allem um die Qualifikation für Europa. Foto: Dirk Päffgen

Borussia braucht am Samstag gegen Bayer Leverkusen dringend wieder einen Sieg, anrosten rückt auch die Europa League in weite Ferne. Dabei müssen die Fohlen definitiv auf Christoph Kramer verzichten, Jonas Hofmann und Breel Embolo stehen noch auf der Kippe. Max Eberl hielt vor der Partie nochmals an Marco Rose fest. 

»Eberl: Bin der Überzeugung, dass wir gerade den besten Trainer haben«

Aktuell stecken die Fohlen in der Krise, das ist auch nach der jüngsten Niederlage im DFB-Pokal gegen Dortmund nicht von der Hand zu weisen. Seit fünf Bundesliga-Partien wartet Borussia Mönchengladbach auf einen ‚Dreier‘, nur Hertha und Schalke haben in der höchsten deutschen Spielklasse noch länger nicht gewonnen. Außerdem ist es für die Borussen der längste Negativlauf seit Ende 2016. 

Ein Grund sind die Unruhen im Umfeld des Borussia-Park nach den Abschiedsbekundungen von Marco Rose. Deshalb werden auch die Rufe nach einer vorzeitigen Trennung immer lauter, ansonsten droht die Fohlenelf die Saison möglicherweise komplett herzuschenken. Dennoch: Max Eberl stellte sich erneut vor den aktuellen Trainer. 

»Ich treffe die Entscheidung ja nicht, weil ich Marco was Gutes tun will, sondern weil ich der Überzeugung bin, dass wir gerade den besten Trainer haben. Wir als Klubverantwortliche sind für den Klub angestellt und wollen die bestmöglichen Entscheidungen treffen am heutigen Tag. Natürlich kann man irgendwann sagen, es war verkehrt oder richtig. Die Bewertung kommt danach, aber nicht heute«, so Max Eberl. 

Qualifikation für Europa ist in Gefahr 

Borussias Sportdirektor weiß aber auch: Geht das Spiel gegen die ‚Werkself‘ schon wieder schief, dann werden die Diskussionen über einen Rauswurf von Rose nicht verstummen. Der 44-Jährige selbst schließt einen Rücktritt ohnehin aus. »Ein Rücktritt ist für mich kein Thema. Ich bin kein anderer Trainer als in der Phase, als wir uns für die Champions League qualifiziert haben oder als wir ins DFB-Pokal-Viertelfinale eingezogen sind«. 

Die Qualifikation für die Champions League ist ohnehin in weite Ferne gerückt: Neun Punkte trennt die Fohlenelf aktuell von der Königsklasse, die Europa League ist vier Punkte entfernt. »Wir haben noch elf Bundesliga-Spiele und sind nicht so weit entfernt von Europa wie es gerade rüberkommt«, weiß auch Max Eberl. Deshalb ist das Spiel gegen Leverkusen von enormer Bedeutung, der Rückstand könnte sogar auf sieben Zähler anwachsen. Gewinnt Borussia allerdings, sind sie im Kampf um die Europa League wieder voll im Geschäft. 

Eine Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb ist insofern wichtig, als dass die Fohlen Argumente für neue und bestehende Spieler in der Hand haben. »Ich warte nur darauf, dass der Bock umgestoßen wird. Die Leistung der Mannschaft zeigt mir, dass wir daran arbeiten und daran ziehen. Und dafür werden wir belohnt werden«, ist sich Borussias Sportdirektor sicher, dass schon bald wieder Ergebnisse folgen werden. 

Fohlen wollen gemeinsam aus der Krise 

Auch Rose ist davon überzeugt, dass die Fohlen »gemeinsam den Turnaround schaffen. Morgen haben wir die nächste Gelegenheit dazu.« Mit den Leverkusenern kommt ebenfalls ein taumelnder Gegner in den Borussia-Park: Die ‚Werkself‘ holte im bisherigen Jahresverlauf aus zehn Spielen nur neun Punkte – das bedeutet Platz 15 der Jahrestabelle. Dennoch warnt Rose davor, den Gegner nicht zu unterschätzen. 

»Bayer Leverkusen hat einen guten und begeisternden Fußball gespielt. Sie hatten wie wir auch unglaublich viele Spiele. Diese Dinge spielen eine nicht unerhebliche Rolle. Auch sie werden versuchen mit jedem Spiel, das jetzt kommt, das Glück wieder auf die eigene Seite zu ziehen. Ich glaube, dass es ein sehr, sehr intensives Spiel werden wird. Beide Mannschaften wollen wieder zurück in die Erfolgsspur«, geht der 44-Jährige von einer engen Partie aus. 

Stindl und Kramer nicht dabei, weiteres Duo fraglich 

Dabei muss Borussia mindestens auf zwei wichtige Säulen verzichten: Lars Stindl und Christoph Kramer. Borussias Kapitän sitzt gegen Bayer eine Gelbsperre ab, Kramer hingegen hat eine Bänderverletzung. Fraglich sind noch Jonas Hofmann und Breel Embolo, das Duo leidet an muskulären Problem. Dagegen darf sich Rocco Reitz möglicherweise Hoffnungen auf einen Einsatz machen, denn »Rocco ist gut drauf und wird morgen auch dabei sein«.