Im Rahmen des Trainingslagers in Jerez de la Frontera hat Borussia Mönchengladbach das erste von insgesamt drei Testspielen verloren. Gegen den niederländischen Erstligisten Heracles Almelo unterlagen die Borussen am Ende mit 1:3. Breel Embolo traf vor der Pause für die Fohlenelf, die zumindest gute Ansätze zeigte, sich aber größtenteils an den kompakten und eiskalten Niederländern die Zähne ausbiss.

Borussias Trainer Marco Rose musste beim ersten Test in Spanien auf die noch individuell trainierenden Thorben Müsel, Famana Quizera und auf Ramy Bensebaini (Kopfschmerzen) verzichten. Dazu wurde Mamadou Doucouré weiterhin behutsam aufgebaut und Yann Sommer wurde geschont. Ansonsten hatte der 43-Jährige alle Mann an Bord. 

Unterdessen ließ Rose gegen den aktuellen Tabellenneunten der Eredivisie im 4-2-3-1-System zunächst folgende Fohlenelf auflaufen: Vor Torhüter Tobias Sippel bildeten Patrick Herrmann, Jordan Beyer, Nico Elvedi und Oscar Wendt die Viererabwehrkette, während Tobias Strobl und Denis Zakaria im defensiven Mittelfeld spielten. Davor posierte sich Raffael, die Offensive bildeten Alassane Plea, Breel Embolo und Jonas Hofmann.

Bei optimalen äußerlichen Bedingungen mit Temperaturen um 17 Grad ließen beide Teams die Kugel von Beginn an gut durch die Reihen laufen und liefen gegen den Ball hoch an. Bei den in Grün spielenden Borussen ließ Rose mit einer Flügelzange Herrmann und Wendt agieren. Das Duo sollte beim hohen Verteidigen mit für Tempo sorgen. Torchancen gab es in den ersten zehn Minuten nicht zu notieren.

Embolo bringt Fohlen in Front

Allerdings war es ein rassiges Spiel, in dem beide Mannschaften stets den Weg nach vorne suchten und Nadelstiche setzten. So wie Almelos Júnior, dessen Schuss Sippel sicher festhielt (12.). Auf der Gegenseite versuchten sich die Fohlen immer wieder schnell in die Hälfte der Niederländer zu tanken, prallten aber immer wieder an der kompakten Defensive ab. Kurze Zeit später zog dann Plea trocken aus der Distanz ab, Blaswich war zur Stelle (13.).

Doch fünf Minuten später zappelte die Kugel dann erstmal in 2020 in den Maschen. Nach einer schnellen Kombination über Hofmann war es Embolo, der die Kugel aus kurzer Distanz zum 1:0 einschob (18.). Ein schönes Tor der Borussen, die nach und nach das umsetzten, was ihr Trainer von ihnen fordert. Hohes verteidigen, Überzahl im Mittelfeld schaffen, kurze Wege zum Tor haben und dann Torchancen kreieren.

Dessers gleicht erst aus, dann rettet Beyer, und trifft erneut

Der Führungstreffer tat den Borussen gut. Auf der Gegenseite steckte Almelo nicht zurück. Im Gegenteil. Die Truppe um Ex-Borusse Janis Blaswich setzte immer wieder Akzente nach vorne. Und nach etwas als über einer halben Stunde wurde Almelo für die Bemühungen belohnt. Torjäger Dessers (bis dato 15 Tore und 6 Vorlagen in 20 Pflichtspielen) kam an der linken Strafraumkante an die Kugel, ließ Beyer stehen und zimmerte die Kugel aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich in den Winkel (33.). Drei Minuten später war Beyer zur Stelle und rettete kurz vor der Torlinie in Höchster Not (36.). Zwei Minuten stand Dessers erneut richtig und versenkte die Kugel eiskalt zum 2:1 in den Maschen (38.).

Almelo mit Blitzstart nach der Pause

So gab es zur Pause keine unverdiente Führung für die Niederländer, die nach dem Rückstand bissig blieben und zwei Torchancen eiskalt nutzten. Zum zweiten Durchgang wechselte Marco Rose komplett durch. Im jetzt 4-3-2-1-System hütete jetzt Max Grün das Tor. Vor ihm bildeten Stefan Lainer, Matthias Ginter, Tony Jantschke und Fabian Johnson die Abwehrkette. Davor postierten sich Christoph Kramer und László Bénes im defensiven Mittelfeld. Die Offensive bildeten Ibrahima Traoré, Florian Neuhaus, Marcus Thuram und Lars Stindl. 

Und die Elf war erst wenige Minuten auf dem Platz, da sorgte Heracles für die Vorentscheidung. Cijntie lief Ginter auf links davon, überwand Grün und betoniere die Kugel im kurzen Eck zum 3:1 (50.). Almelo zeigte sich bis dahin eiskalt vor dem Tor. Dreimal kamen sie vielversprechend vor den Kasten, dreimal klingelte es. Die erste Torchance für die Borussen nach Wiederanpfiff hatte dann Bénes, dessen Freistoß aber an Freund und Feind vorbeiflog (59.).

Die Borussen waren nun deutlich präsenter und drängten auf den Anschlusstreffer. Doch Almelo war stets wachsam und ließ wenig zu. So blieben den Borussen lediglich Schüsse aus der zweiten Reihe. So wie Stindl, dessen Schuss links am Tor vorbei flog (64.).

Almelo stand weiter kompakt und machte den Borussen das Leben schwer. Andererseits nutzten die Borussen den Rückstand dazu, um druckvoll und mit hohem Pressing zu agieren. Also genau das, was Marco Rose von seinen Jungs möchte.

Am Ende blieb es beim 3:1 für Heracles Almelo. Die Niederländer gewannen unter dem Strich verdient, weil sie dreimal eiskalt zuschlugen und ansonsten defensiv kaum etwas zuließen. Auf der anderen Seite die Borussen, die zumindest in Ansätzen das gezeigt haben, was gefordert ist und bisher einstudiert wurde, wie zum Beispiel aggressives Anlaufen. Allerdings ist es ohne Frage, dass nach wie vor noch was zu tun und deutlich Luft nach oben ist. Die nächste Möglichkeit, es besser zu machen, gibt es für die Fohlen dann am kommenden Freitag. Dann steht der Testspiel-Doppelpack gegen den SC Freiburg auf dem Programm. 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach 1. Halbzeit: Sippel – Herrmann, Beyer, Elvedi, Wendt – Strobl, Zakaria – Hofmann, Plea, Embolo – Raffael

Borussia Mönchengladbach 2. Halbzeit: Grün – Lainer, Ginter, Jantschke, Johnson – Kramer, Bénes – Neuhaus – Traoré, Thuram – Stindl

Tore: 1:0 Embolo (18.), 1:1 Dessers (33.), 1:2 Dessers (38.), 1:3 Cijntie (50.)

Gelbe Karten: Keine

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Francisco Alonso Ramirez

Zuschauer: 100 (Barceló Montecastillo Golf Resort in Jerez)