Am Donnerstagabend waren Frank Geideck und Dirk Bremser der Einladung von Torsten “Knippi” Knippertz gefolgt und in die Kulturküche in Mönchengladbach zum Kitchentalk 64:49 gekommen. In der Sendung plauderten die Co-Trainer von Dieter Hecking über ihren Werdegang, ihr Privatleben und unter anderem auch über die Entwicklung der Sozialen Medien.

Im Alltag von Frank Geideck spielen weder Instagram noch Facebook eine Rolle. Für sich selbst findet der 50-jährige keinen Nutzen darin, trotzdem bekommt er natürlich mit, welchen Reaktionen seine Spieler oder auch der gesamte Verein dort ausgesetzt sind. Und gerade, wenn es mal nicht so läuft, gewinnen Hähme und Spott in der schnellen Welt des Internets die Überhand. Er selbst sei davon als Co-Trainer relativ geschützt: »Ich diene nicht so sehr als Projektionsfläche. Es passiert mir relativ selten, dass mich jemand freudig in den Arm nimmt, wenn wir gewonnen haben, aber ich werde auch selten angepflaumt, wenn wir verlieren.«

Anders sieht das bei den Spielern aus, die oft gleichzeitig auf Facebook, Instagram und Twitter präsent sind. Neben großen Jubelschreien und Lobeshymnen im Erfolg werden ihnen dort im Falle des Misserfolgs oft die wüstesten Beschimpfungen an den Kopf geworfen. »Durch die sozialen Medien hat es einen riesigen Wechsel im Vergleich zu früher gegeben. Für die Spieler ist das wirklich, wirklich hart. Die müssen Sachen aushalten, die extrem sind. Ich möchte auch gar nicht über die Medien urteilen, weil es nicht mehr zurückzufahren ist. Es ist so und wird so bleiben. Die Jungs haben viel auszuhalten, was Beschimpfungen angeht. Es hat meiner Meinung nach eine Änderung ergeben, seit es Fotohandys auf dem Markt gibt. Die Spieler stehen seitdem permanent unter Beobachtungen. Egal, was sie machen, es wird dokumentiert. Das ist normal, das weiß jeder, aber das ist einfach schwer für die Spieler.«

Auf der einen Seite fordern die Fans im Fußball immer wieder echte Typen, die nicht direkt ins Schwiegersohn-Profil passen. Für Frank Geideck sind die “Dreckstypen” eine seltene Spezies, die bald ganz Aussterben wird: »Die Spieler können keine Ecken und Kanten mehr haben. Das wird auch immer weniger werden, weil die ruck-zuck abgeschliffen werden. Die, die sich letztendlich durchsetzen, die müssen es mit dem Druck auch aushalten. Wenn ich manchmal mit 18-jährigen spreche und höre oder sehe, was sie da auf ihren Accounts stehen haben, dann frage ich mich, wie der Junge das aushält. Aber klar, die sind damit großgeworden und um sich durchzusetzen ist das auch ein Anforderungsprofil, diesem Druck standzuhalten.«

Die gesamte Aufzeichung mit Frank Geideck und Dirk Bremser gibt es hier