Valentino Lazaro traf gegen Bayer per Traumtor. Foto: team2sportphoto

Gegen Bayer Leverkusen musste Borussia Mönchengladbach die zweite Saisonniederlage hinnehmen. Und das, obwohl man gleich zweimal in Führung lag. Unter dem Strich gab es für die Fohlenelf also nichts zu feiern. Einen positiven Aspekt gab es dann aber doch: Das Traumtor von Valentino Lazaro.

Valentino Lazaro hatte es bisher nicht leicht bei Borussia Mönchengladbach. Gleich im ersten Auftritt für die Fohlenelf im Bespiel gegen die SpVgg Greuther Fürth verletzte sich die Leihgabe von Inter Mailand und musste dann wochenlang aufgrund einer Muskelverletzung zuschauen. Im Spiel gegen RB Leipzig durfte der 24-Jährige dann erstmals ran für die Fohlenelf. Zehn Minuten gab ihm Marco Rose da. In der Königsklasse bei Schachtar Donezk folgte dann der nächste Kurzeinsatz für Lazaro (15 Minuten), der sich peu á peu ranarbeitet an die Fohlenelf.

Auch im Spiel gegen Bayer Leverkusen durfte Lazaro Einsatzminuten sammeln. In der 63. Minute kam der Offensivmann für Breel Embolo in die Partie und arbeitete sich in die Partie. Und als diese eigentlich schon gelaufen war, betrieb der österreichische Nationalspieler in der vierten Minute der Nachspielzeit nochmals Ergebniskosmetik – mit einem herausragenden Treffer, den es so selten zu sehen gibt und der jeden Fußball-Fan ins Schwärmen geriet.

»Das ist absolute Weltklasse«

Lazaro ließ sich nicht von Gegenspieler Sven Bender beeindrucken, tauchte unter dem Ball durch – und beförderte ihn aus Kopfhöhe in hohem Bogen über Leverkusens Torhüter Lukáš Hrádecký seitlich in der der Luft stehend mit der Hacke hinweg ins Tor.

Ein Traumtor, das jegliche Superlative abfordert – Das Tor des Monats November, ja wenn nicht gar das Tor des Jahres 2020. Ähnlich sah es auch Bayer-Keeper Hrádecký hinterher bei Sky: »Ich habe zwar jetzt keinen Hut auf, aber geiles Tor, Valentino.« Und Sky-Experte Dennis Aogo schwärmte in der Spielanalyse: »Das ist absolute Weltklasse, das werde ich mir zu Hause noch zehnmal angucken.«

»Habe nicht gedacht, dass ich den Ball so treffe und er so ins Tor geht«

Wo man dem Ex-Profi nur zustimmen kann. Ein Hauch von Slatan Ibrahimovic, ein bisschen Fritz Walter, aber am Ende jedoch leider ohne Wert. Dementsprechend konnte sich der Protagonist ob der ärgerlichen Niederlage nachvollziehbar natürlich nicht so richtig freuen. »So kurz nach Spielschluss verspüre ich keine Euphorie wegen meines Treffers«, sagte Lazaro und erinnerte sich an sein Traumtor: »Bei meinem Tor habe ich den Weg in die Box gesucht und dann gesehen, dass der Ball ein wenig in meinen Rücken kommt. Aber ich habe nicht gedacht, dass ich den Ball so treffe und er so ins Tor geht.«

»Ich habe es einfach probiert und es passiert natürlich nicht oft so, dass das dann funktioniert. Ich bin auf jeden Fall stolz drauf. In ein paar Wochen kann ich mich sicher drüber freuen«, so Lazaro weiter. »Heute bin ich reingekommen, um der Mannschaft zu helfen und ich bin froh, dass ich noch einen Treffer beisteuern konnte.«

Lazaro will alsbald bei 100 Prozent sein

Der aber bekanntlich nicht gereicht hat, um etwas Zählbares aus Leverkusen mitzunehmen. »Es ist schade, dass wir verloren haben. Wir waren zwar nicht das bessere Team, Leverkusen hat das sehr gut gemacht, aber wir hatten dennoch unsere Möglichkeiten, haben zweimal geführt und auch Chancen liegen gelassen«, befand Lazaro. »Deswegen ist es ein bitterer Moment und sehr schade, dass wir diese außergewöhnlichen Wochen nicht mit einem Sieg abschließen konnten.«

Dem 24-Jährigen wird das Tor dennoch sichtlich dahingehend gutgetan haben, um weiter in Fahrt zu kommen. »Es war mein dritter Kurzeinsatz und ich arbeite weiter daran, um auf 100 Prozent zu kommen«, verspricht der Nationalspieler. »Dann freue ich mich, wenn ich bei der Nationalmannschaft vielleicht ein paar Minuten sammeln kann und ich freue mich dann auch, wenn ich auf 100 Prozent bin und dem Team von Beginn an helfen kann.« Gerne dann auch mit weiteren Toren und solchen wie gegen Leverkusen…