Matthias Ginter ist bei Borussia Mönchengladbach der Dauerbrenner. Seit seinem Wechsel im letzten Jahr verpasste er keine einzige Bundesligaminute. 42 Bundesligaspiele war er durchgehend mit dabei. Am Freitag wird er auch in Freiburg wieder als Abwehrchef agieren. Am Niederrhein wächst Ginter immer weiter in die Rolle des Führungsspielers hinein.

Eine kleine Schrecksekunde gab es für Matthias Ginter am vergangenen Sonntag, als er nach 27 Minuten mit einem blutenden Cut über dem rechten Auge behandelt werden musste. Doch Ginter kam anschließend sofort wieder aufs Feld und veröffentlichte später auf seinem Instagram-Kanal ein Selfie mit der genähten Platzwunde und schrieb mit lachenden Smileys dazu: »Ciao Augenbraue«.

Dass ihn bis jetzt noch keine größere Verletzung zurückgeworfen hat, ist auf der einen Seite, wie immer im Profisport, ein wenig Glückssache, bei Ginter aber auch kein Zufall. »Ich mache auch abseits vom Platz viel dafür, deshalb will ich mich auch nicht darauf ausruhen, sondern weiter an mir arbeiten und jeden Tag nutzen«, so der 24-jährige, der noch akribischer als andere auf eine gute Regeneration, ausreichend Schlaf und eine gesunde Ernährung achtet.

Professionalität zahlt sich aus

Matthias Ginter ist nicht der geborene Lautsprecher, aber einer, dessen Wort mehr und mehr Gewicht hat. Im März scheute er sich nicht davor, die vermeintlich unprofessionelle Einstellung einiger Mitspieler in der Öffentlichkeit zu hinterfragen. Ginter, der seit 2013 durchgehend als einziger Spieler in jedem Sommer an einem Turnier mit dem DFB teilnahm, weiß ganz genau, wovon er spricht. Joachim Löw setzt weiterhin auf ihn und für den flexibel einsetzbaren Defensivspieler dürfte nun endgültig die Zeit als feste Größe und Stammspieler im Nationaltrikot gekommen sein.

»Es ist ein Prozess«

An seiner Körpersprache und Ausstrahlung auf dem Platz hat sich einiges getan, seitdem er bei Borussia spielt. »Genau das wollte ich vor einem Jahr. Unabhängig von der aktuellen Situation glaube ich, dass ich relativ früh schon das Gefühl hatte, hier die richtigen Schritte machen zu können«, so Ginter über seine Entwicklung, die ihn weiter zum Führungsspieler heranreifen lassen. »Es ist ein Prozess und geht nicht von heute auf morgen.« 

Dabei geht es nicht nur um die Fortschritte Einzelner, sondern um die gesamte Mannschaft. »Jetzt geht es darum, dass wir uns als ganzer Verbund immer besser aufeinander abstimmen. Unsere Neuzugänge haben sich super integriert. Es wirkt generell sehr harmonisch. So greift ein Rädchen ins andere und es kommen so gute Spiele zustande«, sagt Ginter. Auf die Frage, was er selbst als sein größtes Defizit bezeichnen würde, antwortet er entschlossen: »Alles. Es gibt jetzt nicht einen Bereich, bei dem ich sage, dass ich da nichts mehr machen muss. Körperlich, taktisch, technisch – es gibt so viele Dinge, die auf dem Platz gefragt sind. Deswegen würde ich sagen, dass ich mich überall noch verbessern kann.« 

»Uns erwartet ein großer Kampf« 

Verbessern würde der VfL am liebsten auch seine miese Bilanz bei Gastspielen im Breisgau. Am Freitagabend geht es für die Fohlenelf in Freiburg weiter. Der letzte Sieg dort ist auf den 23. Februar 2002 datiert. Damals unter anderem auf dem Feld: Max Eberl, Steffen Korell und Siegtorschütze Arie van Lent. Ginter weiß selbst am besten, was die Freiburger so unangenehm macht. »Gerade am Freitagabend ist es in Freiburg unter Flutlicht besonders schwer. Da erwartet uns ein großer Kampf und wir versuchen unsere bestmögliche Leistung zu zeigen. Freiburg ist eine Mannschaft, die sehr über den Willen, die Geschlossenheit und die Kompaktheit kommt. Trotzdem wollen wir eine gute Leistung abrufen, um dann die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass wir da was mitnehmen«, blickt er voraus.