Borussia Mönchengladbach hat mit dem zweiten Sieg im dritten Spiel endgültig einen guten Saisonstart hingelegt. Gegen Schalke gingen die Fohlen früh in Führung und konnten sich nach der Partie vor allem bei einem überragenden Yann Sommer bedanken.

Noch nicht alle Zuschauer hatten ihren Platz auf der Tribüne gefunden, da tobte der Borussia-Park bereits. Nach nur drei Minuten schlug Jonas Hofmann eine Ecke so präzise in den Strafraum, das Matthias Ginter den Ball mit dem Kopf ins Tor drücken konnte. »Sie haben in dem Moment im Raum verteidigt, deswegen mussten wir die Bälle ein bisschen weiter weg vom Tor spielen, sonst wird es schwierig gegen die drei, vier Brocken von Schalke, ein Kopfballduell zu gewinnen. Das hat Matthias dann gut gemacht«, so der Vorlagengeber nach Abpfiff. 

»Matthias zieht die anderen mit« 

Die Idee ging perfekt auf. »Bei Standards bin ich komplett raus. Da wunder ich mich immer, was sich der Dirk (Bremser, Anm. d. Red.) da zurechtlegt«, antwortete Dieter Hecking auf die Frage, ob dies denn eine einstudierte Variante gewesen sei. »Auf der Rückfahrt vom zweiten Spiel der Nationalmannschaft habe ich mir in der Nacht noch Videos von Sergio Ramos angeschaut. Anscheinend hat es geholfen«, verriet ein glücklicher Matthias Ginter, dem ganz nach dem Motto »aller guten Dinge sind drei« nach seinen zwei guten Chancen beim DFB nun ein eigener Torerfolg gelang. »Matthias hat eine unwahrscheinlich positive Ausstrahlung und Präsenz auf dem Platz. Er zieht die anderen mit«, lobte ihn sein Trainer, dessen Schützling sowohl Jordan Beyer in den vergangenen zwei Spielen als auch gestern Nico Elvedi an seiner Seite führte. 

Sommer: »Das kann man manchmal nicht erklären«

»Wir wollten Schalke vor Aufgaben stellen – das hat die Mannschaft für mich 30 Minuten überragend gemacht«, so Hecking, dessen Team die Gäste gerade zu Beginn kaum zur Entfaltung kommen ließ. Kamen die Schalker doch mal gefährlich vors Tor, konnten sich die Borussen immer noch auf ihren Keeper verlassen. In der 33. Minute musste Sommer sein ganzes Können aufbringen, um den Kopfball von Sané mit einem starken Reflex zu entschärfen. »Ich fühle mich gut, das kann man manchmal nicht erklären. Ich habe ein gutes Gefühl, wir trainieren sehr intensiv. Das ist dann das Resultat«, zeigte sich Sommer zufrieden. »In der ersten Halbzeit war es wichtig, dass wir nicht das Tor haben und mit der Führung in die Pause gehen können.«

Das Quäntchen Glück erarbeitet

Ein wenig Glück hatte der VfL kurz vor der Pause, als Tony Jantschke den Ball unglücklich genau in die Füße von Uth spielte. »In Augsburg hatte ich als Abwehrspieler beim Gegentor nicht das Quäntchen Glück. Jetzt war es eben da. Das braucht man manchmal eben auch einfach«, unterstrich Jantschke, der zusammen mit seinen Nebenleuten um jeden Ball kämpfen musste. 

»Die zweite Halbzeit war eine Schlacht, es gab fast nur noch lange Bälle von Schalke. Die wollten ja gar nicht mehr spielen. Da mussten wir alles reinhauen und haben natürlich einen sehr, sehr guten Keeper drin«, betonte Jantschke. »Es war sehr intensiv, gerade von den Zweikämpfen her. Du hattest gefühlt 100 Kopfballduelle. Deswegen genießen wir es heute erstmal, dass wir das Spiel gewonnen haben.« 

Herrmann: »Da fällt einiges von einem ab«