Schaut man in dieser Saison auf die Laufleistung der Borussen, führt einer diese Statistik regelmäßig ganz vorne mit an: Jonas Hofmann lief am Sonntag 12,72 Kilometer und damit wieder mit Abstand die meisten auf dem Platz. Vielleicht war sein dreifacher Torjubel ein Grund dafür.

Tobias Strobl spulte 11,35 Kilometer ab und hatte damit den zweithöchsten Wert aller Spieler, die gestern zum Einsatz gekommen waren. Dass Jonas Hofmann mit seiner Leistung nochmal fast 1,5 Kilometer draufpackte, könnte unter anderem daran liegen, dass er sich gleich dreimal feiern lassen konnte und zum Jubelsprint ansetzte. Doch da stets alle Borussen zu ihm liefen, um ihm zu gratulieren und ihn zu herzen, ist das Ungleichgewicht dieser These schnell wieder hergestellt. 

Fünf Torschüsse, drei Tore

Vielmehr zeigt der Laufwert des zentralen Mittelfeldspielers, wie engagiert Hofmann auftritt und mit welcher unermüdlichen Pferdelunge (oder besser: Fohlenlunge) er auf dem Rasen unterwegs ist. Nun ist es jedoch nichts Neues, dass die Kilometerzahl bei Hofmann überdurchschnittlich hoch ist. Neu ist jedoch seine Effektivität und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, die er gestern unter Beweis stellte. Das verblüffte sogar seine Kollegen und nicht nur die Fans, die sich schon bei Hofmanns zweitem Tor verwundert die Augen rieben.

Hattrick als Belohnung

Entsprechend musste sich Hofmann nach dem Spiel einen Kommentar seines Kollegen Thorgan Hazard gefallen lassen, der den Dreierpack, an dem der Belgier selbst mit zwei Vorlagen direkt beteiligt war, wie folgt kommentierte: »Ich glaube, dass war das erste Mal in seinem Leben – und vielleicht das letzte Mal«, flachste Hazard und schob schnell noch »Ich hoffe nicht« grinsend hinter. Man könnte sich darüber streiten, ob Hofmann tatsächlich einen „Hattrick“ erzielte. Es war zumindest kein „lupenreiner“, denn Hofmann erzielte seine Treffer in verschiedenen Halbzeiten und Hazard schob sich mit seinem Tor noch dazwischen.

Stindl: »Super Entwicklung«

„Dreierpack“ oder „Hattrick“, das dürfte Hofmann herzlichst egal sein. Sein enger Freund und Mitspieler Lars Stindl hatte im Anschluss an das Spiel ebenfalls lobende Worte für den „Mann des Tages“ parat. »Der Jonas hat echt eine super Entwicklung genommen. Es freut mich für ihn, dass er sich endlich mit Toren belohnt und hoffe natürlich, dass er in Zukunft öfters trifft. Das ist schon eine optimale Entwicklung, die er momentan nimmt. Da sieht man auch, wie wichtig er ist«, so Stindl.

Hecking: »Er spürt das Vertrauen«

Trainer Dieter Hecking, der seit jeher ein Befürworter seines Schützlings ist, freute sich besonders für ihn: »Ich habe immer gesagt, dass Jonas Hofmann für mich ein kompletter Fußballer ist, wenn er merkt, wie gut er ist. Er hat die Schnelligkeit, die Ausdauer, ein super Passspiel und ein gutes taktisches Gefühl fürs Spiel. Er spürt das Vertrauen von uns und den Mitspielern. Dann geht vieles leichter und dann kommt auch mal so ein Spiel wie heute«, sagte er.

»Deswegen sind wir so erfolgreich«

Wie könnte Hofmann das Spiel von gestern denn noch toppen? Die Antwort gab er gleich selbst: »Viererpack«, lachte er laut, um dann wieder ganz bescheiden und demütig zu werden. »Ich bin jetzt fast seit einem Jahr verletzungsfrei. Das ist weiterhin mein großer Traum. Das ist jetzt kleinlich ausgedrückt, aber es ist so, weil ich die Erfahrung mit den Verletzungen eben auch schon gemacht habe«unterstrich Hofmann, der sich an diesem Abend nicht nur für sich, sondern vor allem für das gesamte Team freuen konnte. »Unser Klima ist sehr, sehr gut in der Mannschaft. Auch neben dem Platz passt momentan alles, deswegen sind wir so erfolgreich im Moment.«