Geht tatsächlich noch was in Richtung Platz 7? Die theoretische Chance möchte Borussia Mönchengladbach aufrecht halten, doch dafür muss auf Schalke gepunktet werden. Hecking nimmt seine Mannschaft in die Pflicht, dass sie es sich in den verbleibenden Spielen vor allem selbst beweisen muss, um die Saison mit einem positiven Gefühl zu beenden.

Viele Borussenfans packten in dieser Woche unerwartet den Rechenschieber aus. Sieben Punkte aus den letzten drei Spielen dürften Pflicht sein, doch vielleicht reichen selbst neun Zähler nicht, um Eintracht Frankfurt oder RB Leipzig zu überholen. Das sind alles Spekulationen, die der VfL durch ein erfolgreiches Spiel weiter befeuern und bei einer möglichen Niederlage wieder vom Tisch werfen kann. »Vor zwei Wochen wurde ich gefragt, ob Europa vorbei ist, jetzt kommt die Frage wieder auf. Wir wollen morgen ein erfolgreiches Spiel machen. Mehr zählt erstmal nicht«, sagte Dieter Hecking auf der Pressekonferenz am Freitagmittag.

Jubiläum für Hecking

In der Trainingswoche war der Heimerfolg des vergangenen Spieltags nochmal ein größeres Thema. »Wir haben das Wolfsburgspiel aufgearbeitet, weil es sehr viele positive Dinge gab, bei denen es für mich als Trainer wichtig war, dass sie sich weiter festsetzen«, erklärt Hecking, der morgen zum 50. Mal in einem Bundesligaspiel an der Seitenlinie der Borussen steht. Er erhofft sich von seiner Mannschaft für die morgige Partie vor allem eines: »Dass man unsere fußballerischen Elemente, die man gegen Wolfsburg gesehen hat, auch wieder sehen wird. Dann wird man sehen, ob Schalke uns die Tür aufmacht und dann muss man auch diese Konsequenz haben und da durchzugehen. Darauf wird es ankommen.«

Hoffnung auf Spannung bis zum Schluss

»Wir haben noch drei Spiele, die es alle in sich haben. Der West-Schlager gegen Schalke hat immer eine besondere Brisanz. Für Freiburg geht’s um sehr, sehr viel, wenn sie nächste Woche hier hinkommen. Wer weiß, was in Hamburg noch von Nöten ist für den HSV oder auch für uns noch. Das sind drei Spiele, die uns nochmal alles abverlangen werden und die hoffentlich bis zuletzt eine gewisse Spannung für uns haben.«

Der FC Schalke gehört in dieser Saison zu den konstantesten Teams der Liga, auch wenn sie zuletzt das Aus im Pokalhalbfinale verdauen mussten. »Schalke ist ein Gradmesser. Sie sind Tabellenzweiter und auf dem Weg, sich für die Champions League zu qualifizieren. Da bin ich schon gespannt, wie viel Selbstvertrauen wir aus dem Wolfsburg-Spiel mit in das Spiel nehmen«, so Hecking. Dabei will er zusammen mit der Mannschaft beweisen, dass der Sieg letzte Woche keine Eintagsfliege gewesen ist.

Mit Selbstvertrauen zur Selbstbestätigung?

»Dieses Spiel kann wieder eine Richtung vorgeben. Wir haben gesagt, dass wir diese letzten Spiele so erfolgreich wie möglich für uns gestalten wollen, für nichts anderes, nicht für die Tabellensituation. Ich will auch einfach für mich eine Bestätigung haben, dass es hätte anders laufen können, wenn wir alle an Bord gehabt hätten. Das Spiel gegen Wolfsburg hat gezeigt, dass meine These vielleicht nicht ganz verkehrt ist. Sie steht natürlich noch dreimal auf dem Prüfstand und da werde ich die Mannschaft auch nochmal dran erinnern, dass wir uns selbst zeigen müssen, dass wir da Konstanz haben«, nimmt Hecking seine Spieler in die Pflicht.

Herrmann arbeitet wieder mit dem Ball

Patrick Herrmann (Außenbandriss und Innenbandteilriss im linken Sprunggelenk), Fabian Johnson (Aufbautraining), Raúl Bobadilla (Muskelfaserriss), Julio Villalaba (Muskelbündelriss im Oberschenkel) und Mamadou Doucouré (Muskelteilriss im Oberschenkel) werden bei diesem Vorhaben jedoch nicht helfen können. Zumindest bei Patrick Herrmann sollte es in dieser Saison aber noch für einen Einsatz reichen, denn seit gestern trainiert er wieder individuell mit dem Ball.

Begleitet wird die Fohlenelf von rund 5.000 Fans, die ebenso wie die Mannschaft Hoffnung haben, dass es für den VfL, der nur eines der letzten 21 Spiele auf Schalke gewann, mal wieder was auf Schalke zu feiern gibt – und zwar am besten einen Auswärtssieg.