Zwei Tage vor der Auswärtsaufgabe beim VfB Stuttgart hat sich Dieter Hecking ausführlich zu Thorgan Hazard geäußert. Dabei ging es ausnahmsweise mal nicht um die Zukunft des Belgiers, sondern vor allem um seine Rolle auf der linken Außenbahn und die Frage, ob er mit seinen Offensivqualitäten besser als zweite Sturmspitze aufgehoben sei.

In Stuttgart wird Dieter Hecking am Wochenende auf Raffael verzichten müssen. Der Brasilianer fällt mit einer Zerrung in der Wade aus. Da Lars Stindl ebenfalls nicht zur Verfügung steht, könnte Thorgan Hazard als zweite Spitze auflaufen. Doch darauf will sich Dieter Hecking im Vorfeld, zumindest in der Öffentlichkeit, nicht festlegen. »Das lasse ich komplett offen. Thorgan hat es für mich auf der linken Seite auch richtig gut gemacht«, sagte er auf der Pressekonferenz am Donnerstag. 

Hazard selbst steht seit einigen Monaten immer wieder besonders im Blickfeld der Fans. Seine anhaltende Torkrise bringen einige Anhänger mit den stetig anhaltenden Gerüchten rund um seinen offenbar bevorstehenden Wechsel zu Borussia Dortmund in Verbindung. Mangelenden Einsatz kann man dem Belgier allerdings nicht vorwerfen. 

Im 3-5-2 System ist er noch mehr gefordert als sonst, da er zum Teil als linker Außenverteidiger in der Defensive und im Umschaltspiel wenige Sekunden später als Offensivzange agieren muss. In Hannover kam er trotz der neuen Aufgabe in ungewohnter Rolle in aussichtsreiche Abschlusspositionen, konnte aber immer noch nicht sein erstes Pflichtspieltor im Jahr 2019 erzielen. Nun stellt sich die Frage: Könnte Hazard, falls Hecking an seinem System festhält, beim VfB Stuttgart neben Alassane Plea in vorderster Front agieren? 

»Da maßen sich die Leute an, wie ein Trainer zu denken«

Dass Hazard auf der linken Seite generell schlecht aufgehoben sei, sieht Hecking jedenfalls nicht so. »Ich bin es leid, immer wieder darüber zu diskutieren, ob er auf dieser Position verschenkt ist oder nicht. Thorgan spielt in der belgischen Nationalmannschaft auf dieser Position. Er hat seine absolute Berechtigung auf dieser Position zu spielen. Das hat er insbesondere gegen Leipzig nochmal unter Beweis gestellt«, so Hecking. »Das sind Diskussionen, die nerven einen manchmal wirklich. Da maßen sich die Leute an, wie ein Trainer zu denken, obwohl man null Ahnung von dem Ganzen hat und nicht nachvollziehen kann, warum man irgendwelche Dinge macht, weil man nicht nah genug dran ist«, monierte der Cheftrainer weiter. »Thorgan kann zweite Spitze spielen, Thorgan kann aber auch wieder links spielen.«

Ob Hazard die Position in der Sturmspitze helfen könnte, um tatsächlich nach über vier Monaten wieder zu treffen, ist Spekulation. Denn auch in Hannover hatte er aus dem Mittelfeld kommend mehrere gute Möglichkeiten. »Thorgan hat in Hannover drei Situationen gehabt, in denen er ein Tor hätte schießen können. Ich wünsche mir natürlich, dass es nochmal in den letzten vier Spielen passiert. Das können ganz entscheidende Tore werden. Wir brauchen seine Torgefahr. Aber nicht nur Thorgan ist gefordert. Unsere Torausbeute in der Rückrunde ist sehr, sehr ausbaufähig. Dass nur an Thorgan auszumachen, ist mir aber ein bisschen zu billig«, unterstrich Hecking.