271x stand Patrick Herrmann bisher für die Fohlenelf auf dem Platz und es sieht momentan nicht so aus, als würden weitere Einsätze hinzu kommen. Den Standpunkt von Dieter Hecking kennt Patrick Herrmann und dieser scheint eindeutig zu sein: Das Eigengewächs darf den Verein verlassen.

»Wir hatten ein sehr offenes Gespräch und haben alles angesprochen, wie es im nächsten Jahr für ihn aussehen kann. Und jetzt wird man sehen, welche Schlüsse Patrick aus dem Gespräch zieht«, sagte Dieter Hecking im Trainingslager am Tegernsee. 

Konkurrenz ist an ihm vorbeigezogen

Offenbar konnte Herrmann die Verantwortlichen in der Vorbereitung nicht überzeugen. Zu groß ist die Konkurrenz, auch wenn mit Vincenzo Grifo ein Kandidat für die Außenbahnen den Verein verlassen hat. Fabian Johnson hingegen hat seine Chance in der Vorbereitung bisher eindrucksvoll genutzt und ist an Herrmann vorbeigezogen. Seitdem sich der gebürtige Saarländer im Frühjahr 2016 von seinem Kreuzbandriss erholte, fand er nie wieder zu seinem Spiel, was vor allem durch Schnelligkeit und Durchsetzungsvermögen gekennzeichnet war, zurück. Im letzten Jahr war er trotz der vielen Ausfälle nicht als Stammspieler gesetzt und lief seinen eigenen Ansprüchen und denen des Vereins oftmals nur hinterher.

Für die neue Saison sieht es für den 27-jährigen nicht einfacher aus: Ibo Traoré ist topfit und strahlt die Spielfreude aus, die die Borussenfans von ihm kennen. Thorgan Hazard, Topscorer der letzten Saison, wird am 6. August wieder ins Training einsteigen und auch in der nächsten Saison ein wichtiger Bestandteil im neuen 4-3-3-System sein. »Wir planen voll und ganz mit Thorgan. Er wird bleiben. Da gehe ich ganz fest von aus«, so Hecking. Unmoralische Angebote wären vor allem aus England zu erwarten, doch dort schließt der Transfermarkt bereits am 9. August. Mit Keanan Bennetts pocht ein Youngster auf seine ersten Spielminuten auf den Außenpositionen.

Auslaufender Vertrag, viele Fragen 

Das Arbeitspapier von Patrick Herrmann läuft im Sommer 2019 aus. Mit der Aussicht auf wenig Spielpraxis wird er sich im kommenden Jahr nicht unbedingt bei anderen Klubs bewerben können, das weiß er selbst. Er wird ebenfalls wissen, dass sich aktuell kein Spitzenklub um ihn reißen wird und er bei einem kleineren Verein vermutlich ordentliche Gehaltseinbußen hinnehmen müsste. Bleibt er bei Borussia, kann er weder darauf hoffen, dass Dieter Hecking ihm Einsatzzeiten gewährt, noch darauf spekulieren, dass es im Laufe der Saison einen neuen Cheftrainer geben könnte, unter dem er komplett neu aufblühen könnte. Diese Punkte muss Herrmann nun für sich selbst klären und eine Entscheidung treffen. Dabei wird es vor allem darauf ankommen, welche Vereine tatsächlich ernsthaft an einer Verpflichtung interessiert sind und ihm eine wichtige Rolle zutrauen.