Borussia Mönchengladbach hat das Testspiel beim FSV Zwickau am Donnerstagabend verdient mit 3:1 gewonnen. Dabei ließ die Elf vom Niederrhein von Anfang an keine Zweifel ankommen, dass sie heute als Sieger das Feld verlassen wird. Patrick Herrmann und Alassane Plea per Doppelpack trafen für die Fohlenelf.

Im Testspiel beim Drittligisten schickte Dieter Hecking zunächst seine stärkste Elf aufs Feld. So begannen Tobias Sippel, Christoph Kramer, Patrick Herrmann und Raffael für die Nationalspieler Yann Sommer, Nico Elvedi, Denis Zakaria und Thorgan Hazard. Im Vergleich zum letzten Liga-Spiel gegen den SC Freiburg waren es also insgesamt vier Veränderungen.

Angeführt von Kapitän Lars Stindl übernahm die Fohlenelf von Anfang an die Spielkontrolle. Den ersten Schuss aufs Tor gab Lars Stindl aus der Distanz ab (5.). Gefährlicher wurde es beim Versuch des Zwickauers Alexandros Kartalis auf der Gegenseite, dessen Flachschuss knapp am Pfosten vorbeistrich (7.).

Herrmann mit Lattenknaller

 Wenig später war Herrmann nahe an der Führung dran. Nach einem Eckball eroberte er sich den abgewehrten Ball außerhalb des Strafraums und zog daraufhin mit seinem schwächeren Fuß volley ab – und wie! Der Ball rummste gegen den Querbalken (11.). Damit eröffnete Herrmann das Privatduell zwischen ihm und Schlussmann Johannes Brinkies, denn auch den nächsten Versuch von Herrmann konnte der Keeper entschärfen (15.). Der auffällige Herrmann nahm dann einen Pass von Christoph Kramer direkt, scheiterte aber zum dritten Mal an Brinkies (19.).

Jetzt beschäftigten die Fohlen die Zwickauer in der Defensive pausenlos. Doch ein direkt getretener Freistoß von Stindl, ein zu unpräziser Schuss von Raffael und ein Schlenzer von Plea fanden nicht den Weg ins Tor.

Herrmann belohnt sich doch

Dann aber war die Defensive geknackt. Christoph Kramer leitete eine Kombination ein, die Raffael und Herrmann mit einem schnellen Doppelpass vollendeten. Herrmann tauchte frei an der Grundlinie auf und knallte den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte (25.). Zogen die Borussen das Tempo an, hatte die Heimelf so ihre Probleme.

Nach einer guten Halben Stunde behauptete Alassane Plea gleich gegen mehrere Gegner die Kugel und sah den freien Herrmann, der seinen Meister zum wiederholten Male in Brinkies fad (32.). Die Zwickauer versteckten sich jedoch nicht, sondern stellten die Borussen möglichst früh zu. So kamen sie auch mal wieder zu einer Chance: Christian Bickel zog aus zentraler Position ab, aber Tobias Sippel konnte den harmlosen Schuss locker aufnehmen (35.). 

Plea mit Auge

Kurz vor der Pause hatten die Zwickauer ihre größte Chane, aber Gaines II traf den Ball freistehend vor Sippel aus Borussensicht zum Glück nicht richtig (43.). Wachgerüttelt davon zogen die Fohlen die Zügel nochmal an. Plea hatte keine Minute später im Strafraum den Ball am Fuß und schob die Kugel mit viel Auge und Gefühl exakt neben den Innenpfosten, sodass Brinkies sich zwar noch strecken konnte, allerdings keine Chance hatte, den Ball noch abzuwehren.

Zum zweiten Durchgang nahm Dieter Hecking dann einen Wechsel vor. Mandela Egbo kam für Wendt in die Partie. Drei Minuten nach Wiederanpfiff gehörte dem VfL dann die erste Möglichkeit. Raffael versuchte es mit einem Torschuss, scheitete aber an Keeper Brinkies (48.). Vier Minuten später stellte Gaines II den hellwachen Sippel vor keine allzu große Aufgabe (52.). Dann hatte Plea die große Möglichkeit zum 3:0, scheiterte aus kurzer Distanz an Brinkies (55.).

Plea schnürt den Doppelpack, Kevin Hofmann trifft für Zwickau

Die Fohlen waren unterdessen weiterhin spielbestimmend und suchten schnell den Weg nach vorne. Und belohnte sich dann auch erstmals in Durchgang zwei. Plea versenkte die Kugel mit einem satten Schuss im langen Eck (59.). Kurze Zeit später wechselte Hecking erneut: Josip Drmić und Markus Pazurek kamen für Raffael und Johnson (60.). Damit war die Messe in Zwickau gesungen. Der abstiegsbedrohte Drittligist wusste mit dem Ball recht wenig anzufangen und konnte die Borussen kaum fordern. Dennoch gelang den Sachsen ein Treffer. Kevin Hofmann zündete aus zwanzig Metern eine Rakete und versenkte die Kugel zum 1:3 in den Maschen. Sippel hatte dabei keine Abwehrchance (69.).

Hecking gab dann auch Keanan Bennetts, Julio Villalba und Torben Müsel Einsatzminuten, so dass lediglich Ersatzkeeper Franz Langhoff noch draußen saß. In der Schlussviertelstunde passierte nicht mehr allzu viel, auch bedingt durch die zahlreichen Wechsel. Die Borussen ließen nichts mehr anbrennen und spielten ihren Stiefel runter, während Zwickau auch einen Gang runter schaltete und die Kräfte für das wichtige Punktspiel gegen Cottbus schonte.

Sinn und Zweck erfüllt

So blieb es am Ende beim verdienten 3:1-Sieg der Fohlenelf, die sich vor allem im ersten Durchgang einige gute Möglichkeiten erspielte. Allen voran Herrmann, der zu überzeugen wusste und seine mehr als gute Leistung mit einem Tor krönte. Nach der Pause wusste auch Egbo zu gefallen. Dazu konnte Raffael wichtige Spielpraxis sammeln und Plea mit einem Doppelpack frisches Selbstvertrauen tanken – das er hoffentlich mit ins kommende Punktspiel gegen Fortuna Düsseldorf transportiert. Unter dem Strich war es ein gelungener Test, der durchaus seinen Zweck erfüllt hat. Die Borussen haben nun nach der Trainingseinheit am Freitagmorgen am kommenden Wochenende frei, ehe dann die Vorbereitung auf das Punktspiel in der Landeshauptstadt beginnt.

In einer Fotostrecke haben wir für Euch einige Impressionen des Spiels hochgeladen (hier klicken).

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sippel – Johnson (60. Pazurek), Strobl, Jantschke, Wendt (46. Egbo) – Kramer, Stindl, Hofmann (70. Müsel) – Herrmann (70. Bennetts), Plea (70. Villalba), Raffael (60. Drmić)  

Weiter im Kader: Langhoff (ETW)

Tore: 0:1 Herrmann (25.), 0:2 Plea (44.), 0:3 Plea (59.), 1:3 Kevin Hofmann (69.)

Gelbe Karten: Keine

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Henry Müller (Cottbus)

Zuschauer: 5.270 (Stadion Zwickau)