Nach dem grandiosen Sieg in Kiew hatten due Borussen allen Grund zum Jubeln. Archivfoto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Borussia Mönchengladbach hat in der Champions League ein ganz dickes Ausrufezeichen gesetzt. In der Ukraine fegte die Fohlenelf den bis dato ungeschlagenen ukrainischen Meister Schachtar Donezk mit 6:0 vom Platz und hat so nach der Hälfte der Gruppenphase die Tabellenführung in Gruppe B inne. Es war in Kiew von A bis Z eine nicht zu erwartende Galavorstellung der Borussen, die einfach für pure Begeisterung sorgt.

Man musste sich wirklich mehrmals kneifen und sich die Augen reiben beim Blick auf das Endergebnis, das die Anzeigetafel da im Olympiastadion zu Kiew notierte. Sage und schreibe 6:0 stand da – für die Fohlenelf! Bereits zur Pause hatten die Borussen 4:0 geführt und den ukrainischen Meister aus Donezk mit tollem Fußball an die Wand gespielt.

Dass der 1:0-Heimsieg gegen Leipzig für ordentlich Rückenwind bei Borussia Mönchengladbach sorgte, war unbestritten. Viel war bis dato darüber gesprochen und geschrieben worden, dass die Fohlen in der Nachspielzeit bereits zahlreiche Siege hergeschenkt haben. Doch es schien, als wäre die Mannschaft von Marco Rose gegen RB einen weiteren Schritt gegangen.

Spielerisch überzeugt und eiskalt

Vor allem in der ersten Halbzeit wurde dem Gastgeber aus der Ukraine keine Luft zum Atmen gelassen. Marco Rose hatte seine Spieler perfekt eingestellt – und das setzte seine Mannschaft auch um. Schon früh in der Hälfte von Donezk liefen die Fohlen an und zwangen die Hausherren zu Fehlern, die die Borussen dann eiskalt ausnutzten. Nicht nur spielerisch überzeugte Gladbach, auch in der Effektivität war die Elf vom Niederrhein gnadenlos. In der ersten Hälfte saßen vier von sieben Schüssen aufs Tor, insgesamt gab die Fohlenelf in den ersten 45 Minuten zwölf Torschüsse ab, Donezk vier. Der ukrainische Meister wusste gar nicht, wie ihm geschieht und hatte mit so einem Überfall womöglich nicht gerechnet.

Ein jedenfalls zur Pause komfortabler Vorsprung, den die Fohlenelf auch deshalb nicht mehr herschenkte, weil man eben nach dem Seitenwechsel nicht nachließ, sondern weiterhin voll da war. Auch ein Fakt der zeigt, dass die Borussen gelernt haben und gefestigt sind. Sicherlich nahmen die Borussen auch etwas den Fuß vom Gas, was aber im Hinblick auf die nächste Aufgabe in Leverkusen absolut nachvollziehbar war. Dennoch setzten sie immer wieder Ausrufezeichen und machten noch das halbe Dutzend voll. Das ist bemerkenswert.

Ein toller Europapokal-Abend

Es war ein Europapokal-Abend, wie man ihn nur selten erlebt hat. Was die Fohlenelf an diesen Abend auf die Platte gebracht hatte, war einfach zum Zunge schnalzen und nötigt ab, gleich mehrere Hüte zu ziehen. Für die weitere Saison könnte dieser Sieg tatsächlich richtungsweisend sein, denn nach einem eher verhaltenen Saisonstart sind die Fohlen nun so richtig auf Trab gekommen und wirbeln sogar Europa durcheinander.

Fohlenelf gibt starkes Statement an die Konkurrenz

Beim Champions-League-Spiel bei Schachtar Donezk von einem ‚kleinen‘ Schritt zu sprechen, wäre noch untertrieben, es war fast schon ein Meilenstein in der jüngeren Vereinsgeschichte. Nicht nur, weil Borussia den höchsten Auswärtssieg im Europapokal seit der Saison 1973/74 einfuhr (damals bei IBV Vestmannaeyjar), sondern auch, weil die Fohlenelf ein perfektes Spiel ablieferte.

Der Sieg war definitiv ein starkes Statement und ein ganz großes Ausrufezeichen an die Konkurrenz in Europa. Mit uns ist zu rechnen, wir sind keine Mannschaft, gegen die man die Punkte sicher einplanen kann. Das ist spätestens seit dem Abend in Kiew auch den Giganten dieser starken Gruppe klar. Erreicht ist gewiss noch nichts, aber die erste Etappe war ein Fingerzeig und lässt zuversichtlich die Rückspiele gehen. Gerade Schachtar dürfte im Borussia-Park Haare auf den Zähnen haben und sich mit aller Macht revanchieren zu wollen. Darauf muss und wird sich die Fohlenelf einstellen.

Die Fohlenelf kann sich nach diesem Abend durchaus auf die Schulter klopfen, aber gewiss nicht drauf ausruhen. Das wird sie auch nicht tun. Schließlich bleibt eh nicht viel Zeit dazu, wartet doch bereits am Sonntag die Aufgabe bei Bayer Leverkusen. Auch dort kann die Fohlenelf nach dem Auftritt mit breiter Brust hinreisen. Die letzten beiden Spiele in der BayArena gewannen die Borussen. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei…