Adi Hütter und die Borussen haben noch einiges zu tun. Archivfotos: Dirk Päffgen. 

Borussia Mönchengladbach blieb auch im zweiten Testspiel ohne Erfolg. Das Spiel in Paderborn hat gezeigt, dass die Borussen noch einiges zu tun haben, ehe es am 09. August im ersten Pflichtspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern geht. Neu-Coach Adi Hütter weiß das natürlich und wird nun an der Klosterpforte weiter am Feintuning arbeiten. Unterdessen hat Michael Lang den Klub bereits verlassen.

Dass Adi Hütter nach der 1:3-Niederlage beim SC Paderborn wenig Grund zum Strahlen hatte, liegt auf der Hand. Hatte seine Mannschaft doch noch einiges an Sand im Getriebe. Vor allem im Spiel nach vorne war es recht wenig, was die Borussen zu bieten hatte. Zwar gab es ein paar Halbchancen, doch in letzter Konsequenz fehlte es dann an der nötigen Durchschlagskraft. Und auch im Defensivverhalten gab es Fehler, die direkt bestraft wurden. »Für mich war das kein gutes Spiel, eine unnötige Niederlage«, gab Adi Hütter hinterher zu Protokoll.

Gewiss. Zu viel Geweicht schenken sollte und darf man sie aber auch nicht. »Man hat gesehen, dass wir noch in der Vorbereitung sind und Paderborn eine Woche vor dem Start steht. Sie waren spritziger und engagiert. Das kann ich bei uns noch nicht erwarten«, gab Hütter zu bedenken und erklärte: »Dafür haben wir in den letzten Tagen intensive Einheiten gehabt. Dazu darf man nicht vergessen, dass wir noch zehn Spieler haben, die erst noch dazukommen. Trotz allem darf man nicht drei Gegentreffer bekommen. Wir haben noch viel zu tun.«

Wohl nichts Schlimmes bei Kramer, Lob für Noß

Das ist in der Tat so, aber eben auch nachvollziehbar bei den bekannten Umständen, dass die Nationalspieler eben noch nicht und stattdessen einige Jungfohlen mit dabei sind. Apropos. Eines davon ist Conor Noß. Der 20-Jährige sorgte kurz nach seiner Einwechslung für den zwischenzeitlichen 1:2-Anschlusstreffer. Und das sehenswert. »Er hat es besser gemacht als noch im Spiel gegen Köln. Da war er sehr fehleranfällig im Spielaufbau. Heute hat er sich ein Herz genommen und auch mal abgezogen«, bewertete Hütter den Einsatz des irischen U-Nationalspielers. »Ich möchte, dass sich die jungen Spieler mutig präsentieren. Mir hat auch Borges Sanches seht gefallen. Man sieht, dass im Fohlenstall Talente sind.«

Reingekommen war Noß für Christoph Kramer. »Er hatte mit dem Kreislauf ein wenig Probleme. Ich bin froh, dass es nichts Schlimmes ist. Er wird sicherlich morgen wieder dabei sein«, konnte Hütter Entwarnung geben und fand auch lobende Worte für den EM-Experten. »Er ist ein Führungsspieler. Das sind Köpfe, die man braucht, um auch junge Spieler zu führen.«

Taktik und Physis

Die jungen Spieler werden auch mit in Harsewinkel-Marienfeld dabei sein und können weiter ihre Visitenkarte abgeben. An der Klosterpforte wird Hütter mit seinen Mannen nun noch einmal die Schlagzahl erhöhen und an einigen Dingen arbeiten. Vor allem aber wird die Taktik im Vordergrund stehen, wie Hütter erklärte. »Wir werden im taktischen Bereich arbeiten. Ziel ist, dass wir auch mal 10 gegen 10 spielen können, wo man taktische Inhalte besser trainieren kann«, so der Osterreicher.

»Zudem müssen wir noch an der Physis arbeiten und agiler werden. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass man nach zwei Wochen schon spritzig ist«, so der 51-Jährige. »Man muss Ruhe bewahren. Ergebnisse helfen uns nichts, wenn die Meisterhaft beginnt. Wir müssen Anfang August gegen den 1. FC Kaiserslautern zu 100 Prozent da sein.«

System nicht in Stein gemeißelt

Gegen den SC Paderborn ließ Hütter im 4-2-3-1-System spielen. Eines, das zur Grundausrichtung werden könnte, aber nicht in Stein gemeißelt sein wird. »Grundsätzlich ist es wichtig, dass man variabel bleibt, dass man nicht ausrechenbar ist. Die Flexibilität ist schon sehr wichtig. Vorbereitungszeit ist auch die Zeit, wo man viel ausprobiert«, so Hütter. »Ich hoffe, das wir gesund durch die Vorbereitung kommen, dass wir gute Einheiten haben und sich die Mannschaft weiterentwickelt, um sich ab 5. August so zu präsentieren, wie wir uns das vorstellen.«

Michael Lang vor Wechsel

Bei all dem wird Michael Lang nicht mehr dabei sein. Der Schweizer steht kurz vor einem Wechsel und hat sich bereits von der Mannschaft und dem Trainerteam verabschiedet. Womöglich zieht es den Schweizer zurück in seine Heimat und dort zu Ex-Klub FC Basel, von wo er 2018 an den linken Niederrhein gewechselt war. Eine generelle, offizielle Bestätigung eines Wechsels dürfte in den kommenden Tagen erfolgen. Und wenn dem so ist, ist es vor allem für den Schweizer, der bei den Borussen wenig Aussicht auf regelmäßige Spielzeit hat, die beste Lösung.