Ibrahima „Ibo“ Traoré kommt mehr und mehr wieder in den Tritt. Das letzte Jahr war für ihn ein Seuchenjahr, er fiel überwiegend verletzt aus und brachte es in der Liga nur auf 196 Spielminuten. In der Vorbereitung zeigt der 30-jährige bisher, dass er sich einiges vorgenommen hat.

Im Testspiel gegen den FC Augsburg war zu sehen, warum Traoré der Fohlenelf in der letzten Saison so gefehlt hat. Unermüdlich trieb er das Spiel auf der rechten Seite an, suchte immer wieder das Dribbling und tat einfach das, was ihm sein Körper in den letzten Monaten verwehrte: Voll aufs Gaspedal drücken. »Wenn er fit bleibt, ist er eine große Hilfe. So ein Spieler hat letztes Jahr gefehlt«, urteilte Dieter Hecking am Ende des Trainingslagers.

In den Rhythmus kommen

Für Traoré steht seit Beginn der Vorbereitung an erster Stelle, dass er seinen Körper wieder in einen topfitten Zustand bekommt. »Es ist eine lange Vorbereitung. Das ist gut, damit ich wieder konditionell arbeiten kann und alles nachhole, was ich die letzten Monate nicht hatte und endlich wieder in den Spielrhythmus komme«, sagte der Guineer am Donnerstagvormittag nach dem Training. »Ich hoffe, dass ich in der Saison verletzungsfrei bleibe und wieder viel Spaß auf dem Platz haben werde und nicht in der Reha bin.« 

»Das System, das ich am meisten liebe« 

Bisher ist er auf einem guten Weg, dass das so klappt, auch wenn ihm die vergangene Spielzeit gelehrt hat, dass eine falsche Bewegung reicht, um ihn monatelang außer Gefecht zu setzen. »Ich freue mich einfach, dass ich alles problemlos mitmachen kann und ich hoffe natürlich, dass das so bleibt«, so Traoré. Er möchte wieder wertvoll für die Fohlenelf sein, nicht nur neben dem Platz, wo er als Spaßvogel und „Integrationsbeauftragter“ auch während seiner Verletzungen eine wichtige Funktion einnahm. Jetzt soll es mit möglichst vielen Einsätzen klappen. Das 4-3-3-System kommt ihm dabei sehr entgegen. »Das ist das System, das ich am meisten liebe. Für einen offensiven Spieler bietet es viele Möglichkeiten und ich hoffe, dass ich das auch für mich nutzen kann und mich zeigen kann«, blickt er voraus. 

Flügelzange mit Hazard?

Bisher klappt das für ihn mehr als ordentlich. Auf den Flügeln ist er mit Fabian Johnson einer der auffälligsten Spieler der bisherigen Vorbereitung. Sein bester Kumpel Hazard steigt in der kommenden Woche wieder ins Training ein. Am liebsten würde er mit ihm zusammen die Defensive der Gegner aufmischen. Mit Plea im Sturm hätte die Borussia ein französisches Dreigestirn auf dem Rasen. »Wir freuen uns, dass Alassane Plea da ist, weil er vor allem ein super Spieler ist. Ich versuche es ihm einfach zu machen, damit er sich schnell integrieren kann und sofort seine beste Leistung zeigen kann«, erklärt Traoré. Da wäre es doch nicht verkehrt, wenn er seinen neuen Mannschaftskollegen mit ein paar Vorlagen füttern könnte. »Im besten Fall, ja«, grinst Traoré, dessen Leidenszeit nun ein Ende haben soll.