Marco Rose und Max Eberl – Ein erfolgreiches Duo – Wie lange noch? Foto: Dirk Päffgen.

Die Fußball-Bundesliga befindet sich im Winterschlaf. Mit dem Weihnachtsfest stehen allerorts die besinnlichen Tage ins Haus. Diese wird auch Borussia Mönchengladbach nutzen, um das abgelaufene Jahr Revue passieren zu lassen und zu analysieren. Am linken Niederrhein kann man durchaus auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken, die Corona-Pandemie hat dem Klub im Jahr des 120. Geburtstags zwar zugesetzt, doch wird sie sie nicht völlig aus der Bahn werfen. Das nötigt großen Respekt ab Wir schauen zurück auf das Jahr 2020.

Der 7. März 2020 ist fast schon ein historisches Datum für Borussia Mönchengladbach. Sportlich gesehen war das Spiel unspektakulär, die Fohlen mussten sich am 25. Spieltag der Saison 2019/20 mit 1:2 gegen Borussia Dortmund geschlagen geben. Doch das Datum ist insofern historisch, weil es das bisher letzte Mal war, dass der Borussia-Park ausverkauft war.

Corona-Pandemie trifft den Klub mit voller Wucht

54.000 Zuschauer strömten an diesem Samstagabend in den Borussia-Park, nichts ahnend, dass es vorerst das letzte Mal sein wird. Nur wenige Tage später wurde das Derby gegen Köln nachgeholt, es war das erste Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte. Die Corona-Pandemie stand bevor, die Auswirkungen kannte zu diesem Zeitpunkt niemand. Es dauert nicht lange, bis das Virus auch in Deutschland mit voller Wucht einschlug und auch die Bundesliga erwischte. Vor allem wirtschaftlich tat der Lockdown den Borussen weh.

Der Spielbetrieb wurde zwei Monate ausgesetzt, in dieser Zeit Hygienekonzepte erarbeitet, damit die Saison noch irgendwie zu Ende gespielt werden konnte. In den verbleibenden Spielen ging es für die Fohlen darum, sich für die Champions League zu qualifizieren. Zwischenzeitlich stand die Mannschaft mit dem Rücken zur Wand, als man ausgerechnet im Endspurt zwei Niederlagen in Folge verkraften musste (Freiburg und Bayern).

Wie geht es weiter mit Marco Rose?

Marco Rose allerdings konnte nochmals alle Kräfte mobilisieren und schaffte in seiner ersten Saison mit Borussia auf Anhieb den vierten Platz und damit die sichere Teilnahme an der Königsklasse. Ein großartiger Erfolg, der vor allem auch Max Eberl recht gab, der 2019 den Umbruch am Niederrhein einleitete.

Ob der Fohlenelf ein weiterer Umbruch bevorsteht, weiß aktuell genauso niemand wie die Tatsache, wann wieder Fans in die Stadien dürfen. Dass diese fehlen, ist klar. Doch das bestimmende Thema zum Jahresende waren die Spekulation um Marco Rose. Borussias Trainer wurde nach der Entlassung von Lucien Favre immer wieder mit den Schwarzgelben in Verbindung gebracht, bis dato fehlt nach wie vor ein klares Bekenntnis zur einzig wahren Borussia. Max Eberl wird, auch wenn er sich im Januar eine verdiente Auszeit nimmt, mit seinem Fußball-Lehrer sprechen.

Starkes Zeichen von Eberl und Schippers

Dafür haben sich Max Eberl und Stephan Schippers in diesen Tagen klar zu Borussia bekannt! Das Erfolgs-Duo verlängerte den Vertrag bis 2026 und setzte damit ein starkes Zeichen. Auf der Pressekonferenz unterstrichen beide nochmals, dass Borussia mehr als nur ein Verein, mehr als ein Arbeitgeber ist. »Borussia ist ein Stück weit unser Baby geworden«, beschrieb der Sportdirektor liebevoll die Beziehung zu ‚seiner‘ Borussia. Eberl ist seit 1999 im Verein, hat alle Zeiten durchgemacht und lebt Borussia mit jeder Faser. 

Genau wie Eberl und Schippers ist es elementar wichtig, dass auch auf dem Platz weiterhin Spieler stehen, die dieses Gefühl in sich tragen und auch verkörpern. Deshalb verlängerten Lars Stindl und auch Tony Jantschke ihre Verträge bis 2023, ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk sozusagen. Doch zurück zum erwähnten Umbruch. 

Ob dieser stattfindet, hängt wohl sehr viel von der Personalie Marco Rose ab. Sollte Borussias Trainer tatsächlich ab Sommer in den Diensten von Dortmund stehen, könnten sich mit ihm auch Leistungsträger wie Denis Zakaria oder Nico Elvedi verabschieden. Die Zukunft ist also weiter ungewiss, auch was uns das Jahr 2021 bringt. Das neue Jahr wird, wie es Präsident Rolf Königs bereits erwähnt hat, ebenso Herausforderungen bringen, dies es im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu meistern gilt. Bisher hat der Klub  die gestellten Aufgaben durch gewohnt seriöse Arbeit, nicht zuletzt im wirtschaftlichen Bereich, mit Bravour gemeistert. Borussia ist nach wie vor nicht reich, aber gesund. Das zollt großen Respekt, gerade in diesen schweren Zeiten.

Ein erfolgreiches Jahr

Das fast abgelaufene Jahr war, abgesehen von der Corona-Krise, ein sportlich sehr erfolgreiches für Borussia. Im nächsten Jahr ist die Fohlenelf noch in allen drei Wettbewerben vertreten und steht sogar erstmals im Achtelfinale der Königsklasse. Die Mannschaft ist gereift und hat sich weiterentwickelt und gezeigt, dass man sich auch vor den ganz großen in Europa nicht verstecken muss. Highlights waren sicherlich die beiden Kantersiege gegen Schachtar Donezk, aber auch die Hinspiele gegen Inter Mailand und Real Madrid. 

Während die Fohlen in den vergangenen Jahren teilweise mit den großen Klubs mithalten konnten aber nichts Zählbares heraussprang, gab es gegen die besten Vereine in Europa nun zumindest ein Unentschieden. Die Fohlen hatte sowohl Inter, als auch Real am Rande einer Niederlage. Sicherlich war die Punkteausbeute ein Stück weit enttäuschend, aber wer hätte den Fohlen solch ein Auftreten mit Auslosung der Gruppe B zugetraut. Richtig, niemand! 

Insofern können alle Beteiligten stolz auf das sportliche Abschneiden sein. Sicherlich waren die vergangenen Wochen mit der hohen Belastung nicht einfach und der berühmte Akku war einfach leer, dennoch hat Borussia mit dem Tanz auf drei Hochzeiten Großes erreicht. Allerdings muss man sich auch durchaus eingestehen, dass der Kader eben nicht breit genug aufgestellt ist. 

Im Schlussspurt der Saison 2019/20 war der Kader zwar ähnlich bestückt, aber die Punkteausbeute deutlich höher. Den vielen Spielen musste Borussia in den vergangenen Tagen Tribut zollen. Dennoch haben die Fohlen die letzte Aufgabe des Jahres souverän gemeistert und konnten ins Achtelfinale des DFB-Pokals einziehen. 

Nun gilt es in der sehr kurzen Winterpause darum, die Akkus wieder aufzuladen und den Kopf freizubekommen. Apropos: Das wird auch Max Eberl im Januar. Mit seiner Vertragsverlängerung hat Borussia Sportdirektor um eine vierwöchige Auszeit gebeten, auch der 47-Jährige muss mal abschalten. Zwar wird er das sicherlich nicht auf ganzer Linie können, die Kaderplanung erfordert weiterhin viel Arbeit, doch er hat sich das mehr als verdient. 

Ebenso wie die Spieler, die sich die kurzen Weihnachtsferien verdient haben, doch sie brauchen eigentlich eine viel längere Pause. Denn das Jahr 2020 war nicht nur auf dem Rasen, sondern eben auch physisch sehr anstrengend. Während des ersten Lockdowns konnten die Spieler nicht gemeinsam trainieren, teilweise mussten sie sich zu Hause fit halten. 

Das neue Jahr wird für Borussia wieder einige Aufgaben und Hürden parat haben: Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal werden wieder Höchstleistungen abverlangen. Das sind aber alles Aufgaben, die sich die Fohlen über das letzte Jahr hinweg hart erarbeitet haben. Apropos: In diesem Sinne gönnt sich nun auch die Reaktion von Fohlen-Hautnah eine kleine Auszeit und freut sich auf ein hoffentlich erfolgreiches, neues Jahr. Wir bedanken uns bei allen Lesern und vor allem unseren Sponsoren und Partnern für die Treue und Zusammenarbeit im Jahr 2020. 

Wir wünschen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr. Möge der Alltag ziemlich schnell wieder so zurückkehren wie wir ihn kennen und auch die Fans wieder in die Stadien strömen… Bleibt gesund!