Joe Scally, hier im Trikot von NYCFC, kommt im Januar zum VfL. Foto: NYCFC.com

Im Januar 2021 kommt Joe Scally vom New York City FC zu Borussia Mönchengladbach. Verpflichtet haben die Fohlen den Neuzugang bereits vor einem Jahr, der 17-Jährige kann je nach Ablöse der teuerste nach Europa transferierte Spieler der MLS-Geschichte werden. Mit unserer Redaktion sprach er über seine Ziele bei Borussia, seine Lieblingsposition und vor allem über eine ausschlaggebende Person beim Wechsel. 

Vor rund einem Jahr verkündete Borussia Mönchengladbach den Wechsel von Joseph „Joe“ Scally. Doch Max Eberl und Co. müssen sich bis zur Ankunft des Teenies noch etwas gedulden, erst im Januar kommt der dann 18-Jährige zu den Fohlen. »Der Plan ist, im Januar 2021 nach Mönchengladbach zu kommen. Bis dahin liegt mein Fokus noch auf der MLS und dem New York City FC, denn ich möchte dazu beitragen, dass sie ihren ersten Titel gewinnen«, sagt Scally im Gespräch mit unserer Redaktion.

Scally könnte der teuerste Transfer nach Europa werden

Borussia hat sich mit New York im letzten Jahr auf eine Ablösesumme von rund zwei Millionen US-Dollar geeinigt. Damit ist Scally definitiv der teuerste 16-Jährige, der in der Geschichte der MLS wechselt. Er könnte aber noch einen weiteren Rekord aufstellen, denn die Ablöse könnte sich durch Leistungsboni bis auf sieben Millionen US-Dollar erhöhen. Damit würde NYCFC die höchste Ablösesumme für einen MLS-Spieler erzielen, der nach Europa transferiert wird. Außerdem handelte der US-Club eine Weiterverkaufs-Gebühr für Scally aus.

»Ich weiß, dass Borussia ein großer Verein mit tollen Fans ist«

Schon vor dem Interesse der Fohlen hat Scally gewusst, wer Borussia ist. »Ich weiß, dass Borussia ein großer Verein mit tollen Fans ist. Damals habe ich sie in der Champions League verfolgt und seitdem sie mit mir in Kontakt getreten sind, habe ich jedes Spiel gesehen«. Deshalb weiß er also, dass »Borussia und die Bundesliga eine sehr gute Adresse sind«, der Wechsel an den Niederrhein ist für Scally also »die richtige Entscheidung.« 

Der 17-Jährige verrät, dass er vor der Corona-Pandemie schon zweimal in Mönchengladbach war: Einmal zur Vertragsunterzeichnung und ein weiteres Mal im Dezember 2019. »Ich habe schon ein sehr gutes Gespür für das Umfeld bekommen und freue mich schon sehr auf den Wechsel. Das Stadion ist großartig und es ist schön zu sehen, dass dort jedes Spiel mehr als 50.000 Fans sind. Ich kann es kaum erwarten vor diesen Fans zu spielen«, ist der Amerikaner voller Vorfreude.

Scally paukt fleißig Deutsch

Doch bis er in den Genuss eines ausverkauften Borussia-Parks kommt, wird es vermutlich noch etwas dauern. Aufgrund der Corona-Pandemie finden in Nordrhein-Westfalen die Spiele aktuell ohne beziehungsweise nur vor 300 Zuschauern statt. Die Pandemie machte ihm auch bei seinen Deutschkursen einen Strich durch die Rechnung. »Vor der Pandemie habe ich schon ein paar Deutschstunden genommen, aktuell mache ich das aber über einen Onlinedienst.« Sobald er in Deutschland ist, wird er aber wieder einen Kurs besuchen, denn für Scally ist es »sehr wichtig die Sprache zu lernen«. 

Apropos: An das Niveau in der Bundesliga wird sich der aktuelle MLS-Spieler wohl auch noch gewöhnen müssen. »Natürlich muss ich mich erstmal dem Niveau in der Bundesliga anpassen, aber ich bin bereit für diese Herausforderung«, gibt sich der 17-Jährige kämpferisch. Dann wird es für ihn primär darum gehen »der Mannschaft ab dem ersten Tag zu helfen, egal ob auf oder neben dem Platz.« Mittlerweile spielt der US-Boy in der Verteidigung, am liebsten auf der rechten Seite.

»Ich liebe das physische Spiel«

Doch das war nicht immer so, denn zu Beginn seiner Laufbahn spielte Scally im zentralen Mittelfeld, wurde aber schnell in der Jugendakamdemie des NYCFC zum Rechtsverteidiger umgeschult. »Am liebsten spiele ich als rechter Verteidiger, das stimmt. Ich renne die Seitenlinie hoch und runter, ich liebe das physische Spiel. Aber auch die Technik mit dem Ball kommt bei mir nicht zu kurz, weshalb ich ganz gut zum Spielstil in Deutschland passen sollte«, erklärt er seine Spielweise.

Ex-Borusse und NYCFC-Kapitän Alexander Ring gab gute Inputs

Bevor der Wechsel überhaupt zustande kam, spielte Alexander Ring eine große Rolle. Der Finne war zwischen 2012 und 2013 bei Borussia aktiv und kennt daher das Umfeld am linken Niederrhein. Ring ist nach seinem Gastspiel in Kaiserslautern seit 2017 beim NYCFC aktiv und konnte dem Neuzugang daher eine große Empfehlung aussprechen. »Ich habe mit Alexander Ring viel über Borussia und die Bundesliga gesprochen. Er sagte mir, dass es ein großartiger Klub für einen jungen Spieler wie mich ist. Er hat mir viel über die Stadt und die Fans erzählt, dass sie die besten in Europa sind. Außerdem schwärmte er eben auch vor der Erfahrung, im ausverkauften Borussia-Park zu spielen«, verrät uns Scally.

Einen ausverkauften Borussia-Park wird es erstmal bis auf Weiteres aus bekannten Gründen nicht geben – Auf diese Erfahrung wird Scally auf jeden Fall noch lange warten müssen. Ob er aber generell schon in der Rückrunde im Borussia-Park auflaufen wird, darauf darf man ebenso gespannt sein, wie dem US-Boy die Umstellung auf eine neues Land, eine neue Kultur und ein neues Umfeld im Einklang mit einem neuen und hohen fußballerischen Niveau gelingt…