Keanan Bennetts ist von Tottenham zur Borussia gewechselt. Er hat die Metropole London gegen das beschauliche Mönchengladbach getauscht. Lange überlegen musste er jedoch nicht, als er von dem Interesse des VfL gehört hat. Das verriet er nach dem ersten Training mit seinen Kollegen am Mittwochmorgen.

Für Keanan Bennetts, dessen Mutter gebürtig aus Hamburg kommt, ist es kein Problem, die Fragen der Medienvertretern auf Deutsch zu beantworten. »Ich muss mich schon ein bisschen anstrengen, aber nach ein paar Wochen sollte es wieder fließend gehen. Wenn man in England wohnt, spricht man über die Jahre nicht so viel Deutsch«, erklärt er fast akzentfrei und mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Drei Nationalitäten, drei Pässe

Er ist 1999 in England geboren, sein Vater kommt aus Nigeria und dadurch besitzt er sowohl den deutschen und englischen als auch den nigerianischen Pass. Bei der laufenden Weltmeisterschaft hat er die Qual der Wahl. Er hat allen drei Teams die Daumen gedrückt und beim Ausscheiden von Nigeria und Deutschland mitgelitten. »Wenn zwei ausscheiden, hat man aber immer noch eine Mannschaft«, sagt er. Seit gestern Abend steht fest, dass England im Viertelfinale der WM steht und Bennetts hat zumindest noch ein Team, das Chancen auf den Titel hat.

Mönchengladbach als neue Heimat

Die WM verfolgt er natürlich, doch für ihn geht es gerade vor allem darum, sich schnell einzugewöhnen in seiner neuen Heimat. Eine Wohnung in Mönchengladbach hat er bereits gefunden und Zeit für einen kurzen Abstecher in die Stadt gab es auch schon. »Das Minto ist schon nicht so schlecht«, hat er feststellen können. Doch größere Ausflüge, um die Gegend besser kennenzulernen, wird er in den nächsten Wochen nicht unternehmen können. Dieter Hecking hat fast täglich zwei Trainingseinheiten angesetzt, in denen sich Bennetts beweisen will. Hohe Ansprüche stellt er erstmal nicht. »Ich muss Tag für Tag fitter werden und sehen, welche Fähigkeiten ich zeigen kann. Dann wird man sehen, was kommt. Es ist bisschen früh, jetzt zu sagen, dass ich am ersten Spieltag in der Startelf stehen will.«

»Es ist alles richtig cool«

Mit einem strahlen in den Augen schildert er seine ersten Eindrücke von der Mannschaft und dem Verein. »Alle sind super nett. In England ist das Trainingsgelände nicht direkt am Stadion. Es ist alles richtig cool. Die Plätze sind auch sehr gut, das ist schon alles sehr beeindruckend« Seine Stärken auf dem Rasen liegen vor allem in der Offensive. »Dribbeln, Tempo, Schnelligkeit, Fernschüsse«, fasst er seine Fähigkeiten zusammen. »Ich bin ein offensiver und dynamischer Spieler.«

»Wollte mich mit Profis messen«

Als die Anfrage von Borussia Mönchengladbach kam, musste Bennetts nicht lange überlegen, ob er diese Chance wahrnimmt. »Als ich herausgefunden habe, dass Borussia interessiert war, war das riesig. Ich kannte die Topspieler hier und wusste, dass das eine große Mannschaft ist. Das bekommt man in London mit«, erklärt er. „Ich habe sofort gedacht, dass ich dafür bereit sein muss. Ich wollte mich mit Profis messen und mit ihnen trainieren und in England ist das schwierig«, begründet er seinen Schritt zu den Fohlen, die in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie Talenten wie Bennetts das Vertrauen schenken und ihnen Spielzeit ermöglichen. Dann verabschiedet sich der 19-jährige in die Kabine zu seinen Kollegen, denn am Nachmittag steht bereits das nächste Training auf dem Programm.

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