Kleindienst trifft: Borussia spielt Unentschieden beim FC St. Pauli

Tim Kleindienst traf gegen St. Pauli zur Führung, am Ende hieß es 1:1-Unentschieden. Archivfoto: Dirk Päffgen

Mit 1:1-Unentschieden trennte sich Borussia Mönchengladbach am Samstag im Testspiel vom FC St. Pauli. In Abwesenheit zahlreicher National- und potenzieller Stammspieler erzielte Tim Kleindienst am Hamburger Millerntor den Treffer für die Fohlenelf, die sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat.

Das zweite Testspiel der Länderspielpause war für Borussias neuen Cheftrainer Alexander Blessin ein ganz besonders. Es führte den 53-Jährigen mit der Fohlenelf zurück an die alte Wirkungsstätte, genauer gesagt nach Hamburg, wo er bis zum Sommer den FC St. Pauli trainierte. Der Klub aus der Hansestadt hatte rund um das Testspiel zum „Bunten Treiben“ mit zahlreichen Vorhaben eingeladen.

Verzichten musste Blessin am Millerntor auf Jens Castrop (Schulter-OP), Enzo Leopold (Kreuzbandriss), Nicolas Kühn (Muskelbündelriss) und auf gleich sechs Nationalspieler. So konnten Hugo Bolin (Schweden), Fabio Chiarodia (U21 Italiens) Kevin Diks (Indonesien), Ko Itakura (Japan) Wael Mohya und Lukas Ullrich (beide U21) die Reise in die Hansestadt nicht mit antreten. Spontan fiel auch Franck Honorat aus, der eine Muskelverletzung erlitt und auch im Derby gegen den FC Köln in einer Woche nicht zur Verfügung stehen wird.

Zunächst lief am Millerntor im 3-4-3-System folgende Elf auf: Vor Torhüter Moritz Nicolas bildeten Daiki Hashioka, Philip Sander und Jan Leszczyński die Dreierkette, während Kevin Stöger und Florian Neuhaus im defensiven Mittelfeld agierten. Auf den Außen postierten sich Joe Scally (rechts) und David Herold (links). In der Offensive liefen Shuto Machino, Robin Hack und Tim Kleindienst auf.

Kleindienst besorgt Führung

Zunächst begann Blessins erste Startelf vielversprechend, Erst setzte Leszczyński seinen Kopfball im Anschluss an eine Ecke an die Latte, ehe es Kleindienst kurze Zeit besser machte. Ebenso nach einer Ecke, ausgeführt von Stöger, nickte der Stürmer zum 1:0 ein (16.). Zuvor hatte der Kapitän bereits eine Gelegenheit, bei der St. Paulis Torhüter Voll zur Stelle war. Doch nach dem Gegentreffer drehten die Gastgeber ein wenig auf, hatten ihrerseits Strafraumszenen, die Nicolas aber nicht forderten. Es schien, dass sich die Borussen erst einmal an Blessins Fußball gewöhnen mussten ob des etwas holprigen Beginns. 

Knapp eine halbe Stunde war gespielt, da musste Nicolas einen Freistoß aus halblinker Position festhalten, nachdem Hashioka die gelbe Karte für sein Einsteigen kassierte. Sechs Minuten später schickte Kaars Oppie im Strafraum, der Nicolas mit einem Flachschuss prüfte. Auf der anderen Seite hatte Machino direkt im Gegenzug die Gelegenheit, auf 2:0 zu erhöhen – doch der Schuss des Japaners kullerte rechts am Tor vorbei. 

Bei St. Pauli häufen sich die Chancen

Dann ging es wieder in die andere Richtung. Niang legte im Strafraum quer, wo Hashioka in letzter Instanz mit einer Grätsche dazwischenfegte (38.). Kurz vor der Pause hatte St. Pauli dann erneut die Gelegenheit zur Führung, als Kaars in der Mitte ebenso wie Machino auf der Gegenseite den Ball neben das Tor brachte (43.). So blieb es zur Pause bei der knappen Gladbacher Führung, die zwar verdient war, aber dennoch auf wackligen Beinen stand. Vor allem Kaars hätte kurz vor Pause den Ausgleich erzielen müssen.

St. Pauli mit dem besseren Start

Zur zweiten Hälfte nahm Blessin drei Wechsel vor. Batz, Lidberg und Nuguefack kamen für Nicolas, Kleindienst und Stöger. Den besseren Start nach Wiederanpfiff hatten die Kiezkicker. Erst flog Kleins abgefälschter Ball an den Querbalken (47.), ehe Fujita das Ziel mit seinem Distanzschuss nach einer Ecke nur knapp verfehlte (49.).

Kiezkicker drängen weiter, Fohlen in der Defensive

St. Pauli bestimmte in der Phase das Spiel und wollte den Ausgleich. Dann aber mal wieder die Fohlen. Erst legte Lidberg im Strafraum quer, fand aber keinen Abnehmer, dann versuchte es Nguefack mal, sein Schuss wurde zur Ecke abgefälscht, die nichts einbrachte (55.). Kurze Zeit später brachte Blessin Konoplia, um dem Ukrainer weitere Spielpraxis zu geben, Leszczyński ging (57.).

Die Kiezkicker spielten weiter nach vorne, während sich die Fohlen zurückhielten – allerdings zu viel. Der eingewechselte Jones versuchte es im Strafraum, zielte jedoch deutlich über da Tor (66.). Eine Minute später war der Arbeitstag für Hack und Machino beendet. Gerade der Japaner konnte sich heute nicht aufdrängen.

Erst scheitert Fleck, dann trifft Joker Jones zum Ausgleich 

Es liefen die letzten zwanzig Minuten am Millerntor und die Gastgeber wollten weiter den Ausgleich. Und den holten sie sich dann auch – mit einem Traumtor. Kaars schickte den schnellen Jones aus der eigenen Hälfte auf die Reise. Der Angreifer erlief die Kugel, schaute kurz nach oben und versenkte die Kugel mit einem Heber aus 20 Metern über den etwas zu weit vorm Tor stehenden Batz hinweg zum 1:1-Ausgleich in den Maschen (75.). Kurz zuvor hätte Fleck für die Entscheidung sorgen können, doch Voll war mit einer starken Parade zur Stelle (74.).

Am Ende blieb es beim 1:1-Remis, das auch in Ordnung geht. Große Erkenntnisse brachte diese Partie zwar nicht hervor, aber es ist dennoch schon zu erkennen, dass Blessin den Fohlen erstmal die nötige Sicherheit geben und kompakt stehen will. Da gab es in Hamburg aber auch Verbesserungspotenzial, in der Offensive war das gerade nach der Pause auch eher dürftig. In der kommenden Woche gilt es dann, wenn es am Sonntag nach Köln geht. Und da muss es insgesamt deutlich besser laufen als in Hamburg. Alexander Blessin hat noch eine Menge Arbeit vor sich, will man schnellstmöglich aus dem Tabellenkeller. Bleibt zudem zu hoffen, dass Franck Honorat nicht allzu lange ausfällt…

Die Kurzstatistik zum Spiel:

FC St. Pauli: Voll – Dzwigala (76. Westphal), Nemeth, Ritzka – Pyrka, Rasmussen (62. Jones), Klein, Oppie – Fujita – Niang (62. Ahlstrand), Kaars

Auswechselbank: Spari (ETW), Sabah

Borussia Mönchengladbach: Nicolas (46. Batz) – Hashioka, Leszczyński (57. Konoplia), Sander – Scally (81. Mujevic), Stöger (46. Nguefack), Neuhaus (81. Schweers), Herold – Machino (67. Fleck), Kleindienst (46. Lidberg), Hack (67. Danfa)

Auswechselbank: – 

Tor: 0:1 Kleindienst (16.), 1:1 Jones (75.)

Gelbe Karten: Klein / Hashioka, Herold

Besondere Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)

Zuschauer: 17.859 (Millerntor-Stadion)