Borussia dufte sich über drei Punkte in München freuen. Foto: Ulrich Hufnagel / Hufnagel PR

Borussia hat nach einer langen Durststrecke endlich nochmal einen Sieg eingefahren und bei dezimierten Bayern ein kleines Ausrufezeichen gesetzt. Der frühe Gegentreffer rüttelte die Fohlen ordentlich wach, die danach eine kämpferische und couragierte Leistung an den Tag legten und sich für den Auftritt belohnten. 

Der Rückrundenauftakt zwischen Bayern München und Borussia Mönchengladbach stand unter seltsamen Voraussetzungen, schließlich hatten die Bayern gleich neun Corona-Ausfälle zu beklagen. Doch auch die Fohlenelf musste mit Denis Zakaria, Joe Scally, Mamadou Doucouré und Keanan Bennetts mit vier Spielern in Quarantäne ebenfalls auf zahlreiche Akteure verzichten. »Natürlich gehört es zur Wahrheit, dass die Bayern ohne sieben richtig gute Leute gespielt haben, trotzdem war ihre Startelf mit absoluten Top-Spielern besetzt«, wusste Christoph Kramer noch immer um die Qualität der Münchener. 

»Die Bayern hatten einige Ausfälle, aber davon wollten wir uns gar nicht beeinflussen lassen und einfach versuchen, unser Spiel durchzuziehen«, sagte Florian Neuhaus nach dem Spiel. Gelungen ist das der Fohlenelf allerdings in der Anfangsphase nur bedingt, denn die Hausherren gingen durch Robert Lewandowski in Führung. Wer fortan an einen Einbruch der Borussen dachte wurde ‚enttäuscht‘, denn der Gegentreffer rüttelte die Mannschaft von Adi Hütter ordentlich wach.

Das Spiel gedreht 

»Wir hatten etwas Probleme in das Spiel hereinzukommen, die Bayern sind zunächst verdient in Führung gegangen, doch wir sind sehr gut zurückgekommen und hatten vor der Pause eine sehr gute Phase, in der wir zwei Tore erzielen konnten«, sprach Neuhaus die Kehrtwende an. Der 24-Jährige selbst zeigte als ‚Zehner‘ eine ordentliche Leistung und leitete mir dem zwischenzeitlichen 1:1 die Wende ein. 

Dass es nach dem Gegentor besser für die Elf vom Niederrhein lief hatte Gründe, wie Christoph Kramer erklärte. »Wir hatten von Beginn an eine hohe Intensität im Spiel, und nachdem wir nach gut 20 Minuten das Anlaufen umgestellt haben, standen wir häufig in den richtigen Räumen.« Borussia bot, anders als noch in den Auftritten vor der Winterpause, eine starke kämpferische Leistung auf und zeigte, dass die drei Punkte unbedingt mit an den Niederrhein sollten. Das spiegelte sich auch in der Zweikampfquote wieder, die die Fohlenelf mit 54% anführte. 

Borussia mit Leidenschaft zum Erfolg 

Auch in puncto Laufbereitschaft war die Mannschaft von Adi Hüter wieder auf Augenhöhe, die Borussen spulten über 121km ab. Stefan Lainer spielte dabei wieder den ‚Leitwolf‘ und rannte in seiner gewohnten Art unermüdlich die Linie rauf und runter, kam dabei auf über 10km. Dennoch musste der Österreicher dem hohen Einsatz Tribut zollen und verließ nach rund 80 Minuten erschöpft den Platz. 

Im zweiten Spielabschnitt waren die Borussen nämlich deutlich mehr gefragt als noch in den ersten 45 Minuten.  »In der zweiten Hälfte haben wir viele einfache Ballverluste gehabt und oftmals die falschen Entscheidungen getroffen. Damit haben wir die Bayern zurück ins Spiel gebracht. Da hatten wir in ein paar Situationen das nötige Glück«, wusste Kramer. Dennoch fand der Weltmeister von 2014 auch, dass »man anders ein Spiel bei den Bayern auch kaum gewinnen kann«. 

Yann Sommer, der sich wieder mal als starker Rückhalt erwies, war »überglücklich, dass wir die knappe Führung über die Zeit gebracht haben. Die Bayern haben viel Druck gemacht in der zweiten Hälfte und in der einen oder anderen Situation hatten wir sicher auch etwas Glück, aber wir sind sehr froh, dass es zu den drei Punkten gereicht hat.« Auch Adi Hütter zeigte sich mehr als zufrieden mit der Leistung der Fohlenelf und fand nach dem Schlusspfiff lobende Worte. 

»Ich finde, dass das Ergebnis aufgrund der Chancen auch nicht unverdient war. Natürlich hätten die Bayern in der zweiten Halbzeit auch noch den Ausgleich schießen können, aber ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen. Sie hat über 90 Minuten kämpferisch und läuferisch dagegengehalten und streckenweise auch spielerisch überzeugt. All was, was wir in der zurückliegenden Woche trainiert haben, hat sie hervorragend im Spiel umgesetzt. Was mir besonders gefallen hat, wie die Mannschaft auf den Rückstand reagiert hat. Sie hat sich super ins Spiel zurück gefightet und den Spielstand innerhalb kurzer Zeit gedreht«, so das Fazit des Österreichers. 

Gladbach muss nun an die Leistung anknüpfen 

Nebenbei stellten die Borussen auch noch einen neuen Rekord in der Münchener-Arena auf: Keine andere Mannschaft hat dort nun so viele Spiele gewonnen wie die Elf vom Niederrhein (vier Siege). Dennoch wussten die Borussen das Ergebnis, mit den letzten Wochen im Hinterkopf, richtig einzuordnen. »Es war ein sehr, sehr wichtiger Sieg. Ich würde mir wünschen, dass das der erste Schritt in eine richtig gute Rückrunde wird. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir nach wie vor in einer schwierigen Situation stecken«, mahnte Christoph Kramer vor zu großer Euphorie. 

Borussias Schlussmann forderte ebenfalls, dass »wir in den nächsten Wochen so weitermachen müssen und mit genauso viel Mut, Intensität und Überzeugung in die nächsten Spiele gehen.« Diese haben es, trotz zwei Heimspielen in Folge, in sich: Mit Bayer Leverkusen und Union Berlin warten gleich zum Auftakt in die Rückserie zwei weitere Gradmesser…