Valentino Lazaro freut sich auf seine neue Aufgabe bei Borussia. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Valentino Lazaro ist endlich angekommen bei Borussia Mönchengladbach und konnte am Donnerstag erstmals mit der Mannschaft trainieren. Nach einem glücklosen Jahr in Mailand und Newcastle wagt der 24-Jährige bei den Fohlen einen Neustart. Schon im letzten Jahr hatte Borussia Interesse am Österreicher, deshalb fiel der Wechsel jetzt nicht schwer. 

Leihe zog sich in die Länge 

Am Donnerstagmorgen war es endlich soweit: Valentino Lazaro stand erstmals mit seinen neuen Kollegen auf dem Platz im Trainingslager an der Klosterpforte. Doch bevor es ans eingemachte ging, begrüßten die Fohlen ihren neuen Mitspieler in einem Kreis, Marco Rose stellte seinen neuen Schützling vor. Schon seit Sonntag war der Österreicher am Borussia-Park, doch bis der Wechsel offiziell verkündet wurde, mussten noch alle Papiere mit Inter Mailand unterschrieben werden. 

»Ich bin sehr froh, dass jetzt alles offiziell ist und ich jetzt endlich mit meinen neuen Teamkollegen zusammen trainieren darf. Es hat leider ein paar Tage gedauert, bis die letzten Formalitäten des Transfers geklärt waren«, sagte der 24-Jährige nach seiner ersten Einheit. Das gute an der Wartezeit: So konnte er schonmal den ein oder anderen neuen Teamkollegen etwas besser kennenlernen und wurde nicht direkt ‚ins kalte Wasser‘ geworfen. 

Lazaro und Lainer – Das passt

Einen den er besonders gut kennt ist ist Stefan Lainer. Die beiden kennen sich laut Lazaro schon mehr als sieben Jahre und haben zusammen bei RB Salzburg und in der österreichischen Nationalmannschaft gespielt. »Wir verstehen uns sowohl auf als auch neben dem Platz sehr gut. Es erleichtert den Einstieg bei einem neuen Verein natürlich enorm, wenn du jemanden so gut kennst wie ich Stevie«, so Lazaro über seinen neuen und alten Weggefährten. 

Wie schon in der bisherigen Zusammenarbeit soll er zusammen mit Lainer die rechte Seite der Fohlen beackern und dort für Furore sorgen. Zunächst bleibt der 24-Jährige auf Leihbasis ein Jahr bei Borussia, Max Eberl sicherte sich anschließend noch eine Kaufoption beim Österreicher. Dennoch gilt Lainer auf der rechten Abwehrseite als gesetzt, Lazaro sieht sich ohnehin mehr in der Offensive. »Ich selbst sehe meine Stärken eher auf den Außenbahnen im offensiven Bereich. Wenn einmal Not am Mann ist, kann ich aber beispielsweise auch als Rechtsverteidiger agieren«. 

Borussia hatte bereits letzten Sommer Interesse 

Diese Flexibilität weiß Marco Rose zu schätzen. Sogar so sehr, dass die Fohlen schon im letzten Sommer Interesse an Valentino Lazaro hatten. »Im vorherigen Sommer gab es schon einmal ein leichtes Interesse seitens Borussias«, gab der gebürtige Grazer zu. Doch er entschied sich für den Schritt nach Mailand, erlebte bei Inter aber eher eine unglückliche Zeit. »Ich bin mit großen Ambitionen nach Mailand gekommen. Anfangs lief es auch gut für mich. Zum Saisonstart habe ich dann eine Muskelverletzung erlitten und bin dadurch aus der Startelf gerutscht«, blickt Lazaro zurück. 

Anschließend spielte Inter Mailand erfolgreich und es gab für die Italiener keinen Grund das Personal zu wechseln. Deshalb verschlug es Lazaro im Winter zu Newcastle United. »Die ersten Spiele in Newcastle liefen auch sehr gut – doch dann kam die Corona-Pause. Dadurch hat sich viel verändert, denn der Verein hat sich danach dazu entschieden, mich nicht mehr spielen zu lassen. Es war sehr bitter für mich, aus diesen Gründen nicht mehr zum Einsatz zu kommen«, so der 24-Jährige. Ein Hauptgrund war sicherlich, dass Newcastle den Österreicher bei einer gewissen Anzahl an Spielen hätte verpflichten müssen, deshalb musste Lazaro unfreiwillig auf der Bank Platz nehmen. 

Neustart am Niederrhein

Doch das ist alles abgehakt und der 24-Jährige sucht jetzt einen Neustart bei Borussia. Das dieser funktionieren kann zeigte nicht zuletzt Breel Embolo, der nach glücklosen Jahren auf Schalke eine starke erste Saison bei den Fohlen spielte. Hannes Wolf wagte ebenfalls diesen Schritt, er konnte sich in Leipzig nicht durchsetzen. Für Lazaro war der Wechsel an den Niederrhein deshalb keine große Überraschung mehr. 

»Auch schon zu meiner Berliner Zeit habe ich den Gladbacher Fußball mit Interesse verfolgt. Die Art, Fußball zu spielen, schätze ich sehr und speziell die vergangene Saison hat mich sehr beeindruckt. Als sich dann jetzt erneut die Möglichkeit aufgetan hat, nach Gladbach zu wechseln, fiel mir die Entscheidung aber nicht schwer. Es ist kein Geheimnis, dass ich das Spielsystem Borussias gut kenne und es mir sehr gut gefällt«, äußerte sich Lazaro ausführlich zu seinem Wechsel. 

Paderborn-Test kommt noch zu früh 

Auch Florian Neuhaus freute sich in Harsewinkel über die beiden Neuzugänge Wolf und Lazaro und nimmt sich und seine Mitspieler gleichzeitig in die Pflicht. »Beide sind Top-Jungs, die sich gleich gut integriert haben. Auch auf dem Platz machen sie einen super Eindruck. Man muss aber auch sehen, dass beide zuletzt nicht so viel gespielt haben. Es ist ein Stück weit unsere Aufgabe, ihnen wieder ein gutes Gefühl zu geben und dass sie Spielpraxis sammeln, damit sie zu ihrer Leistungsstärke zurückfinden.«

Am Samstag, wenn die Borussen im Rahmen ihres Trainingslagers auf den SC Paderborn treffen, wird Lazaro aber noch nicht im Borussen-Dress zu sehen sein. »Das wäre nach drei Wochen Urlaub auf jeden Fall zu früh«, sagte Rose. Zwar findet auch dieser Test auf dem hoteleigenen Platz ohne Zuschauer statt, doch Hauptsponsor flatex macht es möglich, dass auch diese Partie frei empfangbar via Borussias YouTube- und Facebook-Kanal ab 17 Uhr live verfolgt werden kann.