Borussia Mönchengladbach ist bereit für das Derby gegen Köln, auch wenn Marco Rose gleich auf vier Spieler verzichten muss. Wer den gesperrten Alassane Plea ersetzt ließ Borussias Trainer allerdings noch offen. Eine Absage der Partie wegen des Sturmtiefs ist bislang noch kein Thema.

Stand jetzt findet das Derby statt

Normalerweise kümmert uns das Wetter vor einem Bundesliga-Spiel herzlich wenig, erst recht vor dem großen Derby gegen Köln. Doch aktuell ist Orkan-Tief „Sabine“ rund um den Borussia-Park ein Thema, denn am Niederrhein beschäftigt man sich mit dem drohenden Sturm. »Stand jetzt ist das Spiel nicht gefährdet«, gab Markus Aretz, Pressesprecher von Borussia, Entwarnung. Trotzdem »beobachten wir gemeinsam mit der Feuerwehr die Entwicklung, der heftigste Teil des Sturms kommt wohl eher bei der Abfahrt nach dem Spiel«. Am Samstag steht deshalb nochmal eine Sitzung mit allen Beteiligten auf dem Programm, dann sind wir alle ein bisschen schlauer. 

Rose erwartet wuchtige Kölner

Sportlich gesehen ist der Rhein-Gipfel immer noch kein Duell auf Augenhöhe, denn die Fohlen sind den Domstädtern seit Jahren überlegen. Zudem könnte Borussia am Sonntag den 50. Derbysieg gegen den Erzfeind feiern. Dennoch ist die Elf von Marco Rose gewarnt, denn unter dem neuen Trainer Markus Gisdol zeigt sich der „Effzeh“ deutlich stärker. Zwar gewannen die Kölner fünf ihrer letzten sechs Bundesliga-Spiele, doch gleichzeitig sind sie nur auf Platz 16 der Auswärtstabelle. 

»Köln wird sicher mit Selbstvertrauen hierher kommen, sie haben in den letzten Spielen richtig gut gepunktet«, merkte Rose an. Durch den Trainerwechsel »haben sie sich stabilisiert und arbeiten sehr gut und aggressiv gegen den Ball«. Trotzdem gehen die Fohlen als Favorit ins Rennen, vor allem nach dem Auftritt vergangene Woche in Leipzig. 

»Es wird ein spannendes Derby und man kann davon ausgehen, dass es intensiv wird. Wir wollen natürlich unsere Heimserie ausbauen. In Leipzig haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht und sind daheim lange ungeschlagen. Ich wünsche mir, dass es insgesamt friedlich bleibt, wir eine gute Stimmung haben und hoffe, dass uns unsere Fans nach vorne bringen«, zählt Rose auf den zwölften Mann.

Spieler sollen weiter Emotionen zeigen

Emotional wird es auf den Rängen auf jeden Fall werden, auch wenn für Eberl »die letzten Derbys recht gut abliefen«. Trotzdem wird vor dem Stadion wieder eine massive Polizeipräsenz aufgefahren, damit beide Fanlager auseinander gehalten werden. Die Bedeutung des Derbys für die Fans ist auch Marco Rose nicht entgangen: »Das Spiel ist sehr wichtig für die Menschen hier. Aufgrund von der Geschichte und der Tradition kommen ein paar Sachen zusammen. Das Derby geht für unsere Fans über ein normales Bundesliga-Spiel hinaus.«

Trotz des emotionalen Spiels letzte Woche erteilt Rose seinen Spielern kein Verbot für Emotionen, vielmehr »dürfen die Spieler so viele Emotionen zeigen, wie sie brauchen«. Überdrehen soll aber keiner seiner Spieler, die Fohlen wollen das Derby mit elf Akteuren beenden. »Man muss mit Herz und Feuer an die Nummer rangehen. Man braucht einen klaren Kopf, denn es macht Sinn, das Spiel mit elf Spielern zu Ende zu spielen«. 

Vier Fohlen fehlen 

Verzichten muss Marco Rose für die „Operation Derbysieger“ allerdings gleich auf vier Spieler. Ramy Bensebaini und Tony Jantschke leiden weiterhin an ihren Muskelverletzungen, ein Comeback nächste Woche ist nicht unwahrscheinlich. Christoph Kramer muss nach seiner Schädelprellung auch eine Zwangspause einlegen, für ihn hat es nicht gereicht. Unfreiwillig zusehen muss nach seiner Gelb-Roten-Karten auch Alassane Plea. »Wir sind noch nicht am Ende unseres Denkprozesses, die Chance für Breel ist grundsätzlich da«, meinte Rose zu einer möglichen Plea-Vertretung. 

Die Fans, soviel ist klar, fiebern dem Derby schon seit Tagen entgegen. Die Ultraszene ruft für das Abschlusstraining am Samstag zu einem gemeinsamen Treffen um 15.30 Uhr an der Raute am Borussia-Park auf, anschließend werden die Spieler nochmal auf das Spiel eingestimmt…