Enttäusche Borussen nach dem Remis gegen Wolfsburg. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Die Gesichter der Spieler nach Schlusspfiff sprachen Bände: Keiner der Fohlen war nach dem enttäuschenden 1:1 gegen den VfL Wolfsburg zufrieden, die meisten gingen in den Interviews schon direkt auf Fehlersuche. Sicherlich eine willkommene Tatsache, doch dass es überhaupt so weit kam, hatte sich Borussia Mönchengladbach selber zuzuschreiben. 

Die erste Halbzeit war relativ passabel, doch so richtig viele Lösungen fielen den Hausherren gegen gut sortierte Wolfsburger auch nicht ein. Die zweite Halbzeit hingegen war dann für die eigenen Ansprüche viel zu wenig und hatte mit Champions League, die am kommenden Mittwochabend mit dem Spiel bei Inter Mailand beginnt, wenig zu tun. Viele Fehlpässe, zu leichte Ballverluste und kein gutes Zweikampfverhalten lautete das ernüchternde Urteil. 

Außerdem schafften es die Fohlen zum zweiten Mal im Borussia-Park nicht, eine Führung über die Zeit zu retten. Auch im ersten Heimspiel der noch jungen Saison gegen Union Berlin kassierte man noch den Ausgleich, so auch am Samstagabend gegen Wolfsburg. Die Fohlen wirkten irgendwie angeschlagen und körperlich noch weit von der Normalform entfernt. Dabei stehen die ‚Brocken‘ und intensiven Wochen erst jetzt bevor.

Der Offensive fehlt noch die nötige Power

Hier liegt das Problem: Schlechter hätte man in die Englischen Wochen nicht starten können. Moralisch sind die Fohlen nun erstmal etwas von der Rolle, denn die Spieler waren zurecht gefrustet, auch wenn sie den Ausgang hätten beeinflussen können. Marco Rose gab offen zu, dass Marcus Thuram und Breel Embolo noch einiges fehlt. Das hatte man gestern Abend auch schon beobachten können, denn Offensiv war das viel zu wenig, was Borussia in der Summe anbieten konnte. 

Die Hoffnungen für das Spiel in Mailand ruhen nun auf Alassane Pléa, der als frischgebackener Papa wohl hochmotiviert sein dürfte. Auch im Derby in Köln war der Franzose schon der beste Offensivspieler bei Borussia. Aber die Fohlen sind aktuell wohl noch zu abhängig von einzelnen Spielern, denn auch Denis Zakaria wird schmerzlichst vermisst. Wann der Schweizer allerdings wieder auf dem Platz steht ist völlig offen, noch vor einigen Tagen warb Marco Rose um Geduld.

Es fehlt noch einiges – Die Königsklasse ruft

Apropos Geduld. Die ist wohl auch als Beobachter und Fan der Borussen in der noch jungen Spielzeit gefragt. Es fehlt noch einiges, damit die Fohlenelf wieder im Galopp nach vorne prescht und seinen eigenen Ambitionen gerecht wird. Zumindest sollte beziehungsweise muss eine Mannschaft, die um die internationalen Plätze mitspielen möchte, auch ein solches Kampfspiel mit einer Führung zwölf Minuten vor Schluss nach Hause bringen – vor allem Zuhause.

Gewiss ist aber nicht alles schlecht. So, wie man es in der ersten Halbzeit angegangen hat, muss es gehen – aber eben noch besser. Die Qualitäten dazu sind da. Viel Zeit, um zu Üben und um an Stellschrauben zu drehen, hat Marco Rose mit seiner Mannschaft ab sofort nicht mehr viel viel. Die Borussen müssen sich in den Wettkämpfen eingrooven und Selbstbewusstsein holen. Dass das über Erfolgserlebnisse am besten geht, ist klar.

Nun gilt es, das Remis gegen Wolfsburg schnell zu analysieren und aus den Köpfen zu bekommen, denn bereits am kommenden Mittwoch beginnt das ‚Unternehmen Königsklasse‘. Nach dem Remis gegen Wolfsburg hält sich die Vorfreude darauf aber etwas in Grenzen, denn mit Inter Mailand wartet ein dicker Brocken auf die Borussen. Doch auch Inter Mailand hat am Samstag eine Niederlage kassiert. Im Derby gegen den AC Mailand unterlag die Conte-Truppe mit 1:2. Rommel Lukaku traf zum Anschlusstreffer. Gerade auch auf den Belgier müssen die Borussen höllisch aufpassen. In vier Spielen netzte der Angreifer bereits viermal ein und liegt damit in der Torschützenliste der Serie A ganz vorne.

Die Borussen müssen sich jetzt schnell sammeln und vor allem vorne in die Spur kommen, damit man auch in der Champions League vorne mitspielen kann…