Seit nunmehr zweieinhalb Jahren steht Tobias Sippel bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag. Sieben Bundesligaeinsätze konnte der Torhüter in dieser Zeit bisher verbuchen, alleine fünf davon in der laufenden Spielzeit. Ob noch weitere dazukommen, hängt natürlich von Yann Sommer ab. Doch der 29-Jährige fühlt sich wohl am linken Niederrhein und will dort auch über das Vertragsende in 2019 hinaus bleiben.

Nein, ein Lautsprecher ist Tobias Sippel sicher nicht. Der 29-Jährige behält sich im wahrsten Sinne im Hintergrund bedeckt und macht seinen Job. Nämlich den, im Training die Qualität hochzuhalten, sich in Form zu halten und bereit zu sein für den Fall der Fälle, wenn die etatmäßige Nummer eins zwischen den Pfosten, Yann Sommer, nicht einsatzbereit ist.

So wie in den letzten drei Spielen der laufenden Saison, in denen Sippel zwischen den Pfosten gestanden hat. Zwar gingen all diese Spiele verloren (4 Gegentore), doch einen Vorwurf zu machen ist dem gebürtigen Pfälzer da nicht. Im Gegenteil. Der Schlussmann hat seine Qualitäten stets unter Beweis gestellt und mit starken Paraden und Reflexen weitere Gegentore verhindert. Vor allem bei der 0:1-Niederlage gegen RB Leipzig verdiente sich Sippel eine Bestnote und stand zu Recht auch in der Top-Elf der ARD-Sportschau.

Lob von Kapitän Stindl

Tobias Sippel ist eine qualitativ hochwertige Nummer zwei, auf die man sich verlassen und die man vor allem ins berühmte Wasser werfen kann. »Es ist ein absolutes Luxusproblem, das wir haben. Wir haben mit Tobis Sippel einen Torhüter in unserer Mannschaft bei dem du einfach weißt, dass man sich auf ihn verlassen kann – egal, was passiert«, lobte Lars Stindl den Schlussmann im Interview mit Radio 90,1 am Mittwochabend. »Es ist ja als zweiter Torwart nicht ganz einfach, diesen Fokus zu haben und sich so auf das Spiel vorzubereiten und der Mannschaft trotzdem die Sicherheit zu geben, dass sich nichts verändert.«

»Und Tobi hat bei uns dieses Standing, dass es überhaupt keinen Bruch in unserm Spiel gibt, wenn er reinkommt«, so Borussias Kapitän weiter. »Tobi hat Erfahrung, strahlt Sicherheit aus und nimmt seine Rolle auch im Training gut an. Es tut einfach insgesamt gut, dass wir so einen Typen in der Mannschaft haben.«

Gespräche über die weitere Zukunft laufen

Zu schätzen wissen dürften das ebenso die Verantwortlichen im Klub, weshalb man das Ziel haben sollte/dürfte, mit dem Schlussmann zu verlängern. Und Sippel wäre diesbezüglich alles andere als abgeneigt. »Wir sind im Moment schon in Gesprächen, wie es in Zukunft weitergehen wird. Mein Vertrag läuft noch bis Sommer 2019. Dann wird man mal schauen, wohin die Reise geht«, sagte der 29-Jährige bei Radio 90,1 und äußerte sich klar: »Aber ich fühle mich in Mönchengladbach und bei Borussia sehr wohl und in der Mannschaft angesehen. Von daher würde es mir sehr schwer fallen, noch einmal umziehen zu müssen. Deswegen möchte in den nächsten Jahren schon hierbleiben und dann eventuell in Kaiserlautern noch ein Jahr dranhängen.«

Im Spiel gegen den BVB wieder auf der Bank?

Unterdessen kehrte Yann Sommer am Mittwoch nach seinem überstandenen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich wieder auf den Trainingsplatz zurück und konnte dort zumindest schon wieder individuelle Übungen absolvieren. Ob der Schweitzer Nationaltorhüter dann am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen Borussia Dortmund auch wieder zwischen den Pfosten stehen kann, bleibt abzuwarten. Von Tag zu Tag soll entschieden werden, wann und ob eine Rückkehr ins eigentliche Mannschaftstraining möglich ist. Noch drei Einheiten hat der 29-Jährige Zeit, um sich für ein Comeback die nötige Fitness zu holen und sich in Form zu bringen.

Gelingt das, rückt Tobias Sippel wieder ins zweite Glied. »Das ist nun mal das Los eines zweiten Torwarts. Es ist nun mal so, dass Yann wieder spielen wird, wenn er zurückkommt«, hat Sippel damit kein Problem und nimmt an: »Deswegen werde ich mich, so wie es aussieht, am Sonntag wieder auf die Bank setzen.«

Und so zog Sippel ein Resümee seiner bisherigen Einsätze: »Ich habe versucht, so gut es ging, meinen Job zu machen. Von den Ergebnissen her war es jetzt nicht perfekt. Aber ich denke, an meiner Leistung konnte ich nichts anzweifeln«. Dem kann man sich durchaus anschließen. Dazu wäre eine vorzeitige Vertragsverlängerung ebenso wenig anzuzweifeln, sondern zu begrüßen.