Wael Mohya besorgte in Osnabrück das 1:2, am Ende stand es 2:2. Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Damian Kruczyn
Mit 2:2 Unentschieden trennt sich Borussia Mönchengladbach am Donnerstagabend im Testspiel beim VfL Osnabrück. In Abwesenheit zahlreicher Stammspieler gab Borussias Trainer Eugen Polanski vor allem jungen Spielern eine Möglichkeit, sich zu zeigen. Wael Mohya und Veit Stange erzielten die Treffer für die Fohlenelf. Tobias Sippel musste noch vor der Pause verletzt vom Feld.
Borussias Trainer Eugen Polanski nutzte das für die Länderspielpause angesetzte Testspiel gegen den Drittliga-Spitzenreiter in Abwesenheit zahlreicher Nationalspieler vor allem dazu, um den Spielern Wettkampfpraxis zu geben, die zuletzt eher weniger zum Zuge gekommen waren. Zudem durften zahlreiche Nachwuchsfohlen ihre Visitenkarte abgeben. So machten aus der U23 Tyler Meiser, Veit Stange, Yannick Michaelis, Yassir Atty, Kemal Cirpan, Justin Adozi, Florian Dimmer, Juri Schüchter und Simon Walde sowie aus der U19 Iaia Manco Danfa und Mathieu Nguefack die Reise mit nach Niedersachsen.
Jan Olschowsky (Knie verdreht), Jan Urbich (Oberschenkelzerrung), Robin Hack (Muskelfaserriss in den Adduktoren), Tim Kleindienst (Reha) und Nathan Ngoumou (teilintegriert) standen indes nicht zur Verfügung. Geschont wurden unterdessen Moritz Nicolas, Rocco Reitz, Franck Honorat und Philipp Sander.
Zunächst lief an der Bremer Brücke im 3-4-3-System zunächst folgende Elf auf: Vor Torhüter Tobias Sippel bildeten Veit Stange, Marvin Friedrich und Yannik Engelhardt die Dreierkette, Kevin Stöger und Florian Neuhaus als Kapitän im defensiven Mittelfeld agierten. Auf den Außen postierten sich Yannick Michaelis (rechts) und Yassir Atty (links)., In der Offensive liefen Wale Mohya, Hugo Bolin und Alejo Sarco auf.
Janotta bringt Osnabrück in Front
Der mit viel Selbstvertrauen ausgestattete Drittligist ging mit Elan in die Partie und wollte den Zuschauer zeigen, dass man auch einem Bundesligisten Paroli bieten kann. So gehörte auch der erste Annäherungsversuch den Gastgebern. Ajdini brachte die Kugel von rechts in den Strafraum, wo Engelhardt klären konnte (8.). Zwei Minuten später probierte es Kehl, blieb aber an Friedrich hängen (11.).
Auf der anderen Seite die Fohlen, die sich schwer taten, die passende Lücke zu finden. Dann gab es die erste Ecke für die Borussen, nach der Sarco aus der Distanz abzog, den Ball aber weit über das Tor drisch (15.). In dieser Phase waren die Fohlen gut in der Partie und kamen auch zu Abschlüssen, richtig gefährlich wurden diese aber nicht.
Stattdessen berichte sich Osnabrück dann in Front. Im Anschluss an eine Ecke von Christensen war es Janotta, der völlig frei aus kurzer Entfernung zum 1:0 einköpfen konnte (28.).
Sippel muss raus, Dimmer muss direkt hinter sich greifen
Gegen Ende der ersten Hälfte wurden die Fohlen dann zwar besser, zwingende Möglichkeiten gab es aber nicht. Dafür nutzten die Gastgeber ihre Chancen eiskalt. So wie in Minute 38. Stöger spielte einen Fehlpass im Spielaufbau, der VfL schaltete blitzschnell. Letztlich legte Badjie im Strafraum für Ajdini auf, der die Kugel zum 2:0 im langen Eck versenkte (38.). Keine Abwehrchance für Dimmer. Dimmer? Der U23-Keeper war erst wenige Sekunden für Sippel im Spiel. Der 38-Jährige hatte sich ohne Fremdeinwirkung verletzt und musste vom Platz. So ging es mit einem 0:2-Rückstand aus Sicht der Fohlen in die Kabinen. Und das ging in Ordnung.
Mohya mit dem Anschluss, Stange gleich aus
Während Polanski seine Mannschaft unverändert aufs Feld schickte, VfL-Coach Schultz einen Wechsel vor. Polanski wird mit seinen Jungs in der Kabine gut gesprochen haben, denn zu Wiederanpfiff zeigten sich die Fohlen deutlich aktiver und zielstrebiger. Zunächst hatte das für Osnabrück keine Folgen, ehe den Borussen dann aber der Anschlusstreffer gelang. Nach einem schönen Ball von Stöger hinter die Abwehr des VfL genau kam Mohya an den Ball. Der Youngster blieb im Eins-gegen-Eins gegen Sauter cool und schon durch die Beine des Keepers zum 2:1 ein (55.).
In der Folgezeit übernahmen die Borussen zunehmend das Kommando und drängten auf den Ausgleich. Kurze zeit später nahm Polanski einige Wechsel vor und gab der jungen Garde eine Bühne. Die Fohlen wollten dieses Spiel nicht verlieren und taten einiges dafür, doch es schlichen sich immer wieder einfache Fehler ein. Neuhaus probierte es dann mal aus der Distanz, setzte den Freistoß aber weit übers Tor (72.). Sechs Minuten später probierte es Cirpan aus de Distanz, verfehlte das Ziel aber (78.).
Sechs Minuten später belohnten sich die Borussen dann für Ihre Bemühungen und kamen zum Ausgleich. Flipper im Strafraum der Osnabrücker. Dann kam Stange an den Ball und stocherte ihn zum 2:2-Ausgleich über die Torlinie (84.). Kurz vor dem Ende rettete Dimmer mit einer starken Parade (88.) das Remis, bei dem es dann am Ende bei einsetzendem Schneetreiben auch blieb.
Für die Fohlenelf war der Ausgleich aufgrund einer besseren und engagierteren zweiten Halbzeit unter dem Stich auch verdient. An diesem Abend stand vor allem ‚Jugend forscht‘ im Vordergrund. Und die Jungfohlen haben durchaus einen guten Eindruck hinterlassen. Das gilt auch für Torschütze Mohya, der mit seiner unbekümmerten Art und starken Technik für viel Wirbel gesorgt hat. Bleibt zu hoffen, dass Sippel keine schlimmere Verletzung davon getragen hat. Für die Fohlemnelf stehen nach der Rückkehr nach Gladbach ein paar freie Tage an, ehe die Vorbereitung auf das wichtige Heimspiel gegen Heidenheim beginnt.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
VfL Osnabrück: Sauter – Wiemann, Müller (75. Karademir), Janotta (46. Wagner), Ajdini – Christensen (75. Henning), Tesche, Lesueur – Kehl, Badjie (64. Wiethaup) – Meißner (64. Riesselmann)
Auswechselbank: Jonsson (ETW), Kammerbauer
Borussia Mönchengladbach: Sippel (37. Dimmer) – Stange, Friedrich (61. Meiser), Engelhardt (61. Walde) – Michaelis, Neuhaus (76. Cirpan), Stöger (61. Nguefack), Atty – Mohay, Bolin (76. Bolin), Sarco (61. Danfa)
Auswechselbank: –
Tor: 1:0 Janotta (28.), 2:0 Ajdini (38.), 2:1 Mohya (55.), 2:2 Stange (84.)
Gelbe Karten: Keine
Besondere Vorkommnisse: Keine
Schiedsrichter: Timon Schulz (Lehrte)
Zuschauer: 5.621 (Bremer Brücke)
