Borussia Mönchengladbach hat gestern Nachmittag in Wolfsburg zwei wunderbare Tore erzielt, doch leider hat es nicht zum Sieg gereicht. Wie schon in Berlin kassierten die Fohlen auswärts nach der Führung den schnellen Ausgleich. Damit waren die Borussen nicht einverstanden, auch wenn das Unentschieden leistungsgerecht war.

»Ich glaube, dass wir unter dem Strich ein verdientes Unentschieden gesehen haben. Es war von der Intensität das Spiel, was wir erwartet haben«, befand Trainer Dieter Hecking nach dem Schlusspfiff. Zuvor hatte er ein temporeiches Spiel von beiden Mannschaften beobachtet.

Und dass sich die Protagonisten hinterher alle einig waren, dass mehr drin gewesen ware als der eine Punkt, lag vor allem daran, dass man gleich zweimal eine führung wieder hergab. Zunächst war es Alassane Plea, der in der siebten Minute mit einem sehenswerten Treffer für das 1:0 sorgte. Es war bereits das vierte Saisontor für den Franzosen. Erstmals seit zwölf Jahren hat mit Plea wieder ein Borusse nach sechs Bundesliga-Spieltagen vier Tore auf dem Konto (damals war es Kahe).

Zweimal eine Führung nicht gehalten

Doch Wolfsburg machte Druck und antwortete prompt. So wie nach der erneuten Führung der Borussen. »Wir wissen, dass gerade die Minuten nach einem eigenen Tor sehr gefährlich sind, weil der Gegner viel Druck macht«, sagte Denis Zakaria und wusste: »Heute haben wir das jeweils nicht gut gemacht. Das müssen wir verbessern.«

»Wir haben uns nach beiden Treffern hinten zu tief reindrängen lassen. In diesen Situationen hätten wir die Kontrolle behalten und mutiger spielen müssen«, legte Christoph Kramer den Finger in die Wunde. »Mit mehr Ballbesitz hätten wir die Welle der Wolfsburger weiter vom eigenen Tor fernhalten können.«

»Die Tore waren kurios. In der ersten Halbzeit machen sie aus einer Chance ein Tor. Ansonsten haben wir so gut wie gar nichts zugelassen, sagte Patrick Herrmann. »Das war ein gravierender Unterschied zu Berlin.«

»Wie in Berlin haben wir die Führung nicht so lange gehalten«, haderte Matthias Ginter, der am zweiten Gegentreffer nicht ganz unbeteiligt war. »Wenn der Ball nicht abgefälscht gewesen, dann hätte ich ihn bekommen«, meinte der Abwehrmann. »Deshalb war es so nicht vorhersehbar. Es ist unglücklich gelaufen.«

Michael Lang nach Bundesligadebüt zufrieden

Alles andere als unglücklich war indes Michael Lang – im Gegenteil. Der Neuzugang aus Basel konnte nach seiner überstandenen Verletzung endlich in der Bundesliga auflaufen. »Ich bin überglücklich, jetzt wieder auf dem Platz zu stehen. Die ersten Minuten waren gut, da fühlt man sich noch frisch«, sagte der Schweizer, der dann in der Schlussphase den Platz verließ.

»In meiner letzten Aktion hat dann alles zugemacht. Meine Beine waren noch nicht ganz für 90 Minuten bereit. Vor dem Spiel hätte ich die 75 Minuten unterschrieben. Dann war einfach der Akku leer«, kommentierte der Schweizer erschöpft im Kabinengang.

Zuvor hatte er zusammen mit Patrick Herrmann die rechte Seite beackert – und das für das erste Mal gar nicht so schlecht. »Ich habe mich auf Anhieb mit ihm gut verstanden auf dem Platz. Er ist ein intelligenter Mitspieler und kennt meine Laufwege«, lobte Herrmann seinen Hintermann.

Das Lob seines Mitspielers gab Lang dann postwendend zurück: »Im Defensivverbund mit mir hat er gut gearbeitet und mich unterstützt. Deshalb hat es Spaß gemacht, mit ihm zusammen auf dem Platz zu stehen.«

»Den Ball erobern, dann schnell nach vorne spielen – so wollen wir die Tore machen«, unterstrich Herrmann, der mit 12,38 km die weiteste Laufstrecke aller Akteure zurücklegte und zudem mit 67 Prozent gewonnener Duelle die beste Zweikampfquote auf dem Platz hatte.

»Es war vielleicht ein bisschen mehr drin«