»Müssen diese Spielfreude bewahren und den Schwung mitnehmen«

Torschütze Yannik Engelhardt traf an seinem 25. Geburtstag zur Führung. Foto: Dirk Päffgen

Gemischte Gefühle bei den Borussen nach dem Punkt gegen Leverkusen

Mit einem Punkt ging Borussia Mönchengladbach aus dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen. Insgesamt war es ein Auftritt, der für die kommenden Wochen Mut macht. Gerade Einsatz und Einstellung stimmten. Wie Torschütze Yannik Engelhardt die Leistung einordnet und was Trainer Eugen Polanski über die Leistung denkt.   

Als Schiedsrichter Christian Dingert die Partie im Borussia-Park nach 95 Minuten abgepfiffen hatte, holten sich die Borussen bei ihren Fans verdienten Applaus ab. Die Anhänger hatten honoriert, wie ‚ihre Jungs‘ über die Spielzeit aufgetreten waren. Und das war genauso, wie es im Abstiegskampf laufen muss.

Im Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen am Samstagabend zeigte Borussia Mönchengladbach eine deutlich bessere Leistung als in den vergangenen Wochen, manche sprachen über die erste Halbzeit sogar als beste Saisonleistung insgesamt. »In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel mit und gegen den Ball bestimmt. Wir hatten eine sehr gute Intensität und Passqualität«, befand Gladbachs Trainer Eugen Polanski nach der Partie.

Gladbach »sehr spielfreudig und dominant«

Nach dem Führungstreffer durch Yannik Engelhardt hätten die Borussen sogar auf 2:0 stellen können, unter Umständen sogar müssen, wie auch Polanski anmerkte. »Das Gegentor war leider sehr unglücklich, wir hätten eher das 2:0 machen können«, sagte der Trainer. Schließlich erlebte auch Engelhardt selbst seine Mannschaft als »sehr spielfreudig und teilweise auch dominant. Das hat richtig Spaß auf dem Feld gemacht.« 

Der Grund für die Leistungssteigerung in den ersten 45 Minuten? »Wir hatten uns vorgenommen, situativ hoch zu pressen. Das hat bei meinem Tor sehr gut funktioniert, als wir den Ball am Leverkusener Strafraum gewinnen konnten«, erinnerte sich Engelhardt. Die Fohlen ließen den amtierenden Vizemeister in der ersten Halbzeit überhaupt nicht zur Entfaltung kommen und gingen dann durch Geburtstagskind Yannik Engelhardt verdient in Führung. Der Treffer war das Resultat aus Galligkeit und nachsetzen. So, wie es sein muss. Janis Blaswich hatte einen Pass zu kurz gespielt, die Fohlen eroberten sich die Kugel.

Doch mit dem Gegentreffer kippte das Momentum, Borussia blieb unter diesen Umständen dennoch standhaft genug, um das 1:1 über die Zeit zu bringen, was auch Polanski hervorhob. »In der zweiten Halbzeit hat Leverkusen umgestellt, und wir haben vielleicht dann erst ein bisschen zu defensiv agiert. Aber im Laufe der zweiten Halbzeit haben wir das wieder besser gemacht, hatten wieder mehr Energie und Ballbesitz«, sagte er.

Castrop lobt seine Kollegen 

Ähnlich sah es auch Engelhardt. »Das Gegentor war sehr unglücklich. In der zweiten Hälfte wurde Leverkusen zwar etwas dominanter, aber wir haben dennoch gut dagegengehalten. Dass wir defensiv gut stehen können, ist uns bewusst«, befand der Torschütze und appellierte: »Jetzt müssen wir diese Spielfreude von heute bewahren und den Schwung mitnehmen.«

Bis zu seiner Auswechslung in der 78. Minute war auch Jens Castrop ein belebender Faktor im Spiel der Gladbacher, zeigte sich aggressiv in den Zweikämpfen und hatte sogar eine Möglichkeit, auf 2:1 zu stellen. »Wir haben eine super erste Halbzeit gemacht«, sagte er. »Nach zuletzt nicht so guten Spielen war das heute ein großer Entwicklungsschritt in die richtige Richtung. Wir waren konsequent in den Zweikämpfen, haben so viele Bälle gewonnen und haben auch in Drucksituationen Mut bewiesen. Das haben wir alle richtig gut gemacht heute«, lobte Castrop seine Kollegen. 

Polanski: »Ärgern uns ein bisschen«

Vor dem Spiel hätte man ein Remis gegen den Vizemeister sicherlich unterschrieben, nach der Partie sah das ein wenig anders aus. Am Ende ist der Punkt ein wichtiger, unter Umständen wären sogar drei möglich gewesen, doch nun gilt es, auf dieser Leistung aufzubauen. »Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Leistung, mit der Energie und Intensität der Mannschaft. Wir ärgern uns ein bisschen darüber, dass es „nur“ ein Punkt ist gegen einen Top-Gegner«, zog Polanski sein Fazit. Beim Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt am kommenden Samstag wird es ebenfalls auf eine Leistung wie in der ersten Halbzeit ankommen – dann aber bestenfalls über 90 Minuten.