Alassane Pléa traf mal wieder für die Fohlenelf. Foto: Poolfotos/Firo/Päffgen

Dass Borussia Mönchengladbach in Berlin am Ende verdient einen Punkt in Unterzahl ergattert hat, ist vor allem auf das Comeback nach dem frühen Rückstand und die damit tolle Moral zurückzuführen. Dazu stand in Tobias Sippel nach der Roten Karte von Yann Sommer ein gut aufgelegter Vertreter zwischen den Pfosten. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von der Kessels GmbH – Schweißen & Gase – aus Mönchengladbach.

In Berlin gab es für Borussia Mönchengladbach ein beachtliches Jubiläum zu feiern. Der Auftritt in der Bundeshauptstadt war das 1800. Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte. Und dass dann im bis dato 900. Auswärtsspiel unter dem Strich ein Remis heraussprang und man durchaus von einem gewonnen Punkt sprechen kann, hat Gründe – und zwar positive.

Der VollBremsung folgt das tolle VollGAS-Comeback

Aber der Reihe nach. Zunächst sprach einiges dafür, dass Hertha BSC auch das dritte Heimspiel in Folge gewinnen würde. Yann Sommer musste nach einem Foulspiel an Jhon Córdoba außerhalb des Strafraums bereits nach einer knappen Viertelstunde vorzeitig unter die Dusche. Schiedsrichter Patrick Ittrich hatte die Aktion als Notbremse gewertet und Borussias Nummer eins mit glatt Rot vom Platz geschickt. Ob man das dann so werten muss, darf diskutiert werden, denn es ist spekulativ, ob Sommer so eine klare Torchance verhindert hatte.

Doch die Entscheidung stand und Tobias Sippel hütete fortan das Tor der Gladbacher. Und Borussias Nummer zwei war gerade einmal zwölf Minuten auf dem Platz, da musste er auch schon hinter sich greifen. Santiago Ascacibar hatte nach 27 Minuten für die Führung der ‚Alten Dame‘ gesorgt.

Wer aber jetzt vielleicht ‚Böses‘ geahnt hatte, konnte derartige Gedanken recht schnell verfliegen lassen. Denn die Borussen zeigten in Unterzahl eine tolle Moral und münzten den Rückstand innerhalb von elf Minuten in eine Führung um. 

Unsere VollGAS-Situation: Thuram auf Plea

Abermals war der in diesen Tagen starke Marcus Thuram daran beteiligt. Der Franzose behauptetet im Mittelfeld die Kugel gegen Matteo Guendouzi, schaltete direkt um und setzte Alassane Plea mit einem tollen Pass genau in den Lauf in Szene. Thurams Landsmann befand sich nicht im Abseits, rannte los und versenkte die Kugel an Keeper Alexander Schwolow vorbei zum 1:1-Ausgleich in den Maschen. Ein toller Spielzug der Borussen, dem eben ein starker Pass von Thuram vorausging. Auf Seiten der Borussen war Thuram mit 35.97 km/h der schnellste Borusse und gleichzeitig der schnellste Spieler auf dem Platz.

Und der Franzose war auch am Führungstreffer der Fohlenelf beteiligt. Nach einem tollen Umschaltmoment konnte Niklas Stark Thuram im Strafraum nur durch ein Foul stoppen -Elfmeter die klare Folge. Lars Stindl übernahm die Aufgabe und verwandelte sicher. Dem Kapitän gelang so der 12. Saisontreffer – neuer persönlicher Rekord. Für die Borussen war es bereits der zehnte Elfmeter in dieser Bundesliga-Saison. Fünf davon holte Thuram heraus, beides ist Ligahöchstwert.

VollGAS-Charakter der Borussen und Sippel ergattern einen Punkt

Die Borussen hatten also einen Rückstand gedreht – und das eben sogar in Unterzahl. Passiert ist das, weil die Rose-Truppe sich nicht hat einschüchtern lassen und Moral gezeigt hat. Dass am Ende dann ‚nur’ ein Remis heraussprang, lag am Ausgleich unmittelbar nach der Pause. Am Ende nahmen die Borussen so einen Punkt mit, weil sie Charakter zeigten und zudem in Tobias Sippel einen starken Vertreter zwischen den Pfosten hatten. Der 33-Jährige hat abermals unter Beweis gestellt, dass man sich auf ihn verlassen kann. Das zollt mit Blick auf einen derartigeren Kaltstart und wenig Spielpraxis großen Respekt. Tobias Sippel ist da, wenn man ihn braucht. Und nach der Eroten Karte von Yann Sommer wird das auch im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt der Fall sein.

Insgesamt ist der Punkt in Berlin als ein Gewinn zu bezeichnen, auch wenn man sich im Vorfeld der Partie mehr ausgerechnet hatte. Der Auftritt in der Bundeshauptstadt hat gezeigt: Die Fohlenelf hat Charakter und ist wieder gefestigter als noch vor Wochen. So ist es durchaus möglich, dass man den derzeit stark aufspielenden Adlern aus Frankfurt die Flügel stutzen kann. Gelingt das, kann man weiter mit VollGAS das Feld von hinten aufrollen und von Europa träumen…