Lars Stindl legte mit dem 1:0 den Grundstein für den wichtigen Sieg. Foto: Poolfotos/Päffgen

Borussia Mönchengladbach ist beim FC Schalke endlich der bitter nötige und langersehnte Sieg gelungen. Das 3:0 bei Königsblau war am Ende verdient, auch wenn gewiss nicht alles rund gelaufen ist. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von der Kessels GmbH – Schweißen & Gase – aus Mönchengladbach.

Was waren das für frustrierende Wochen für die Anhänger von Borussia Mönchengladbach. Die Art und Weise, wie die Borussen performten, hatte mit der Spielidee von Marco Rose nur ansatzweise etwas zu tun und Woche für Woche kassierte man Niederlagen. Sieben Pflichtspiel-Niederlagen am Stück waren es bis zum Spiel auf Schalke. Dort konnte die Fohlenelf endlich die Notbremse ziehen und so den freien Fall stoppen.

Am Ende stand ein verdientes 3:0 gegen einen Gegner, der den Borussen wenig bis gar nichts entgegenzusetzen hatte und zu Recht aus der 1. Bundesliga absteigen wird. Der Sieg ist die wichtigste Nachricht von einem Abend, an dem der Fohlen-Express wie auch in den letzten Wochen lahmte.  

Bezeichnender VollGAS-Jubel von Stindl und Lainer

Durchaus positiv anzumerken ist, dass die Borussen die Aufgabe in der Veltins-Arena von Beginn an annahmen und es versuchten, den taumelnden Gegner nicht aufstehen zu lassen. Nach einer Viertelstunde bog die Fohlenelf auf die Siegerstraße ab – und das nach einem sehenswerten Angriff. Nach einem Befreiungsschlag der Schalker kam die Kugel über Matthias Ginter und Florian Neuhaus zu Marcus Thuram, der auf links durchstartete und von der Torlauslinie quer in die Mitte spielte. Dort wehrten die Knappen um Keeper Frederik Rönnow zunächst die Schussversuche ab, ehe Lars Stindl im Rückraum lauernd abzog und die Kugel in den Maschen versenkte.

Für Borussias Kapitän war es bereits der 11. Saisontreffer. Neun davon erzielte der 32-Jährige auf des Gegners Platze. Wie wichtig dieser Treffer war, zeigte der ausgelassene Torjubel des Kapitäns, der seine Freude richtig rausbrüllte. Gleiches galt für Stefan Lainer, der nach etwas über einer Stunde mit seinem Kopfball-Treffer nach Jonas Hofmanns Ecke für die Vorentscheidung sorgte. Dass sich Keeper Rönnow dann noch die Kugel selbst reinlegte, passt zur Situation der Schalker, die seit Wochen nicht konkurrenzfähig sind.

Den Borussen war das vor allem an diesem Abend natürlich völlig egal. Hatten sie doch endlich den Negativlauf gestoppt und mal wieder einen Dreier eingefahren. Da musste man kein großer Hellseher sein um zu erahnen, wie erleichtert die Beteiligten hinterher waren. Schließlich warteten die Gladbacher seit über sechs Wochen auf einen Sieg im Pflichtspiel, zuletzt gelang es den Fohlen im DFB-Pokal Achtelfinale beim VfB Stuttgart (3. Februar). 

Der Beginn einer VollGAS-Serie? 

»Der Sieg steht heute über allem«, sagte Matthias Ginter nach dem Auswärtserfolg auf Schalke. Spielerisch hat die Fohlenelf nach wie vor noch viel Luft nach oben, vor allem der VollGAS-Fußball wurde schmerzlich vermisst. Aber das kann und sollte allen Beteiligten auch egal sein, das Ergebnis und der ‚Pflichtsieg‘ beim taumelnden Abstiegskandidaten hatte oberste Priorität. 

Was sich aber in den nächsten Wochen definitiv ändern muss ist die Kaltschnäuzigkeit und Effektivität vor dem Tor. Es war bezeichnend, dass erneut kein nomineller Stürmer (Lars Stindl ist ein offensiver Mittelfeldspieler) ein Tor erzielten konnte. Zwar ist es schön zu sehen, dass die Fohlen nicht nur von einem Spieler abhängig sind, bestes Beispiel ist Borussia Dortmund mit Erling Haaland, allerdings haben Marcus Thuram, Alassane Pléa und Breel Embolo seit Wochen ‚Ladehemmung‘. 

Mit drei Punkten und möglicherweise neuem Selbstbewusstsein im Rücken könnte aber auch das Angriffs-Trio in der Schlussphase der Saison nochmal neu angreifen. Das wollen die Fohlen nämlich, wie Stefan Lainer unmissverständlich klarmachte, auch. »Wir wollen jetzt eine Serie starten, nur so kommen wir wieder nach vorne. Wir haben gewonnen und müssen dieses positive Gefühl unbedingt mitnehmen und nach der Länderspielpause direkt weitermachen«, so der Österreicher. Töne, die gewissermaßen Mut machen, denn durch die Patzer der Konkurrenz könnten die Borussen doch noch ein Wörtchen im Kampf ums internationale Geschäft mitreden. 

Abhängig ist das Unterfangen ‚Schlussspurt‘ aber vor allem davon, dass den Worten nun auch endgültig Taten folgen. Denn in knapp zwei Wochen nach der Länderspielpause geht es gegen den FC Freiburg darum, den Sieg zu veredeln und eine regelrechte VollGAS-Serie zu starten…