Christoph Kramer leitete mit seinem Pass das 2:1 Von Marcus Thuram ein. Foto: Dirk Päffgen.

Borussia Mönchengladbach hat gegen den SC Freiburg den zweiten Sieg in Folge eingefahren. Verantwortlich für das 2:1 gegen die Breisgauer war vor allem eine deutliche Steigerung nach der Pause – in vielen Bereichen. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von der Kessels GmbH – Schweißen & Gase – aus Mönchengladbach.

Beinah wäre es für die Fohlenelf gegen Freiburg so gekommen, wie fast immer in den letzten Wochen. In der fünften Minute der Nachspielzeit zappelte die Kugel in den Maschen der Borussen, Keven Schlotterbeck hatte zum vermeintlichen 2:2-Ausgleich in buchstäblich letzter Sekunde getroffen. Doch im ‚Kölner Keller‘ hatte man in der Entstehung eine Abseitsstellung von Passgeber Lucas Höler gesehen, das Tor galt nicht.

VollGAS-Paraden von Sommer verhindern Schlimmeres

Glück für die Borussen, die so am Ende jubeln und die drei Punkte behalten durften. Ausgesehen hatte es danach zunächst aber nicht. Gerade in den ersten 45 Minuten bekam man kaum einen Fuß auf den Rasen und biss sich am clever agierenden Sportclub die Zähne aus. Offensiv harmlos und in der Defensive löchrig konnten die Borussen „froh sein“, nur mit einem 0:1 in die Kabine gehen zu müssen.

Dass das Spiel nicht schon zu diesem Zeitpunkt entschieden war, lag auch am gut aufgelegten Yann Sommer, der an der frühen Führung durch Roland Sallai zwar nichts machen konnte, in der Folgezeit aber dreimal ganz stark gegen den Torschützen, Ermedin Demirović und Lucas Höler parierte. »In der ersten Halbzeit haben wir sehr schlecht gespielt. Da hatten wir Glück, dass uns die Freiburger am Leben gelassen haben«, brachte es Lars Stindl hinterher auf den Punkt.

VollGAS-Gedanken von Rose in der Kabine

Zur Pause mussten sich die Borussen um Trainer Marco Rose etwas einfallen lassen und sich zudem deutlich steigern, um an diesem späten Samstagabend nicht leer auszugehen. Beides taten die Protagonisten. Rose brachte Denis Zakaria und stellte sein System von Vierer- auf Dreier- beziehungsweise Fünferkette um. So war man im Mittelfeld breiter aufgestellt, die Außenverteidiger konnten offensiver agieren und man konnte seinerseits die Freiburger in Schach halten.

Bei aller Kritik in den letzten Wochen darf man da auch mal Marco Rose loben, der erkannt hat, dass seine Mannschaft in den ersten 45. Minuten mit dem ausgedachten Machtplan keinen Blumentopf gewinnen konnte und das dann korrigierte. Da hat Rose durchaus gezeigt, dass er noch etwas reißen will mit den Gladbacher Borussen. Auch die richtige Ansprache schien der 44-Jährige in der Kabine gefunden zu haben, denn seine Mannschaft setze das Besprochene nach der Pause auch um und drehte das Spiel nach einem Rückstand.

Unsere VollGAS-Situation: Kramer auf Thuram

Angefangen hat das mit dem Ausgleich wenige Minuten nach der Pause. Über Mattias Ginter und Lars Stindl gelang die Kugel zum Franzosen, der vor dem Tor cool blieb – der abgefälschte Schuss landete in den Maschen der Freiburger. Ein sehenswerter Treffer, der aus der Umstellung zur Pause resultierte. Stefan Lainer zog Freiburger auf sich, so dass Ginter durch Absicherung von Zakaria viel Platz hatte, zur Flanke ansetzen und Thuram in letzter Instanz vollenden konnte.

Auch der Siegtreffer erzielte Thuram. Und das ganz nach dem Geschmack von Marco Rose. Christoph Kramer ergatterte sich im Mittelfeld die Kugel und schaltete blitzschnell auf Angriffsmodus um. Der Mittelfeldmann sah Thuram den Turbo zünden und spielte genau in den Lauf des flotten Angreifers. Der ließ dann seinen Gegenspieler stehen, Florian Müller im Tor der Freiburger keine Chance und vollendete zum 2:1-Siegtreffer für die Fohlenelf.

In der Folgezeit gab es zweimal Videobeweis. Einmal zu Ungunsten der Borussen, Lainer hatte beim Eigentor von Santamaria ein Foul begannen, dann zum Glück für die Borussen. In der letzten Minute der Nachspielzeit hätte die Fohlenelf beinah zwei Punkte verloren, doch Lucas Höler hatte bei seinem Zuspiel eben im Abseits gestanden. Eine hauchdünne, aber richtige Entscheidung der Unparteiischen. Unter dem Strich stand so zwar ein etwas glücklicher, aber auch verdienter Sieg der Fohlenelf. Weil man sich nach der Pause zusammenriss, Moral bewis und sich das Glück auch erarbeitete.

Der zweite Sieg in Folge, noch dazu gegen eine Konkurrenten und äußerst unangenehmen Gegner, tut gut – für den Kopf, das Selbstbewusstsein und die Tabelle gleichermaßen. So liegen zum Osterfest drei Punkte im Nest. In der kommenden Woche geht es nun in die Bundeshauptstadt zu Hertha BSC Berlin. Und wenn man mit der Einstellung und Moral der zweiten Hälfte von Freiburg und VollGAS an die Aufgabe herangeht, dann kann man auch die ‚Alte Dame‘ alt aussehen lassen…