Moritz Nicolas war der beste Mann in Hamburg und hatte Redebedarf. Foto: picture alliance/dpa | Marcus Brandt
Das 0:0 beim Hamburger SV deuteten die Akteure auf Seiten von Borussia Mönchengladbach teils unterschiedlich. Torhüter Moritz Nicolas kritisierte die Passivität seiner Vorderleute, für Sportchef Rouven Schröder war die 1:5-Niederlage in Hoffenheim mit ausschlaggebend. Die Stimmen nach dem Spiel.
Als »irgendwie gerecht« bezeichnete Rocco Reitz das Unentschieden von Borussia gegen den Hamburger SV am Samstagnachmittag. »Da hätte heute keiner als Gewinner vom Platz gehen müssen«, fügte er seinem Urteil über das Spiel an. Dabei hätten die Borussen sogar die Möglichkeit gehabt, in der Schlussphase in Führung zu gehen. »Entweder kam die Flanke nicht, oder der letzte Steckpass kam nicht, aber ‚all in all‘, waren auch unsere ersten 30 Minuten einfach viel zu wenig«, sagte Reitz.
Gladbach zu tief in der eigenen Hälfte
Dass der HSV in der ersten Hälfte jedoch selbst hätte in Führung gehen können – oder müssen – wusste Borussias Kapitän jedoch. »Da hatten sie schon zwei, drei offene Füße, wenn sie die ein bisschen besser abschließen, dann kann es da auch klingeln, das haben wir auch angesprochen, aber in der zweiten Hälfte abgestellt«, erinnerte er sich. Der Plan sei gewesen, dem Gastgeber die Tiefe zu nehmen, weswegen sich die Borussen mehr in der eigenen Hälfte aufhielten. »So weit hinten rein wollten wir es aber nicht machen«, gab Reitz zu.
Nach der Hamburger Drangphase konnten sich Reitz und Co. bei ihrem Torhüter Moritz Nicolas bedanken, der besonders in der ersten Hälfte wenig Luft zum Durchatmen bekam. »Es ist ja immer das Ziel, die Null zu halten. Das haben wir diese Saison schon das eine oder andere mal hinbekommen«, stellte Nicolas fest. Doch so passiv, wie es seine Vorderleute am Samstag angingen, soll es in Zukunft nicht mehr sein. »Wir waren sehr fehlerhaft mit Ball, insgesamt haben wir Hamburg Energie geschenkt, es war meiner Meinung nach eine schlechte Halbzeit«, befand er.
Schröder: »Spiel am Mittwoch hat etwas mit uns gemacht«
Ob die 1:5-Niederlage in Hoffenheim unter der Woche eine Rolle gespielt habe, wisse er nicht, sagte Nicolas. Dessen war sich jedoch Sportchef Rouven Schröder sicher: »Wenn man die erste Halbzeit gesehen hat, hätten wir gesagt, wir nehmen das 0:0. Wir sind nicht gut reingekommen, haben uns viel vorgenommen, aber ich glaube das Spiel am Mittwoch hat schon was mit uns gemacht, das hast du schon gesehen. In der einen oder anderen Situation waren wir zu passiv«, erklärte Schröder. Auch »wenn man es als Sportler nicht so wahrhaben will«, habe die Niederlage in Hoffenheim ihre Spuren hinterlassen, betonte er.
Letztlich sei es ein erkämpfter Punkt gewesen, sagte Schröder. Zufriedener gab sich Trainer Eugen Polanski, der die Unterschiede beider Halbzeiten hervorhob: »Eine erste Hälfte, in der Hamburg sehr gut und aktiv Fußball gespielt hat und viele Torchancen hatte. Da hat mir die Aktivität bei meiner Mannschaft gefehlt. In der zweiten Halbzeit haben wir mehr Ballbesitz gehabt, sehr kontrolliert gespielt und hätten am Ende vielleicht noch mehr mitnehmen können«, sagte er.
Nun haben die Borussen bis zum nächsten Sonntag Zeit, wenn zum zweiten Rückrundenspiel der VfB Stuttgart an den linken Niederrhein reist. Gegen die formstarken Schwaben wird jedoch eine andere Leistung nötig sein, um zumindest ein Unentschieden mitzunehmen.
