Max Eberl konnte Manu Koné zu Borussia locken. Foto: Dirk Päffgen

Borussia Mönchengladbach hat nach Joe Scally, der aus der MLS vom New York City FC an den linken Niederrhein wechselte, das nächste vielversprechende Talent unter Vertrag genommen und Manu Koné vom FC Toulouse verpflichtet. Der 19-Jährige wird im Sommer zu den Fohlen stoßen und erhält einen bis Sommer 2025 gültigen Viereinhalbjahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr. Die Saison wird der Mittelfeldmann in Toulouse zu Ende spielen.

Eigentlich hätte man sich als Beobachter und Anhänger der Fohlenelf in diesem Winter zurücklehnen und entspannt beobachten können, was denn so passiert oder eben auch nicht – zumindest was den Transfermarkt in Europa betrifft. Denn in diesem Bezug hatten Sportdirektor Max Eberl und Cheftrainer Marco Rose vor Weihnachten zu Protokoll gegeben, dass man zumindest in Bezug auf Zukäufe nicht tätig werden würde. Ausgenommen Joe Scally, den man bereits Ende 2019 für den Januar 2021 unter Vertrag genommen hatte.

Zumal sich Max Eberl nach seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2026 eine durchaus nachvollziehbare Verschnaufpause für den Januar genommen hatte. Wer aber Eberl kennt der weiß, dass der Manager auch während seines Urlaubs nicht gänzlich das Smartphone ignoriert.

Kontakt seit letzten Sommer und hochkarätige Konkurrenz ausgestochen

Und so arbeitete der pfiffige Manager zum wiederholen Male ‚verdeckt‘ und sicherte sich die Dienste eines in Frankreich aufstrebenden Talents. So wie er das immer macht – im stillen Kämmerlein, ohne großes Aufsehen im Vorfeld. Das muss der 47-Jährige auch, denn er weiß, dass er sonst den Kürzeren ziehen kann, wenn andere Klubs den ‚Braten riechen‘ und mit mehr Kohle wedeln. Bei Koné hat Eberl namhafte und finanzschwere Konkurrenz wie Manchester United, Atletico Madrid und AC Mailand ausgestochen.

Als Ablösesumme für Koné stehen zwischen 9 und 10 Millionen Euro plus zukünftige Bonuszahlungen im Raum. Der 19-Jährige absolvierte am Dienstag und Mittwoch erfolgreich die obligatorischen medizinischen Untersuchungen und konnte dann am Donnerstag die Unterschrift unter den Vertrag bis 2025 plus Option setzen. Bis Saisonende wird Koné an Toulouse ausgeliehen und mit dem Klub um die Rückkehr in die Ligue 1 kämpfen. Zur Vorbereitung auf die Saison 2021/2022 wird Koné dann zu den Borussen stoßen.

Max Eberl und Chefscout Steffen Korell kennen Koné nicht erst seit gestern. Im Gegenteil. Sie haben ihn mehrfach unter die Lupe genommen sowie ‚gescannt‘ haben und wissen genau, wen sie sich da ‚an Land‘ gezogen haben. »Der Kontakt besteht seit dem vergangenen Sommer und wurde jetzt im Winter konkret, verrät Koné und bestätigt die Arbeit um Scouting-Chef Korell. »Borussia hat meine Karriere aber schon viel länger verfolgt und mir den Eindruck vermittelt, mich sehr gut zu kennen. Die Verantwortlichen haben sich viele Spiele von mir angeguckt.«

»Ein hochinteressanter Spieler und großes Talent«

»Kouadio Koné ist ein hochinteressanter Spieler, den wir schon länger aus Spielen für die französischen Jugendnationalmannschaften und für seinen Klub FC Toulouse kennen«, verrät Max Eberl und ist sich sicher: »Er ist ein großes Talent, um den sich verschiedene Topklubs in Europa bemüht haben und wir freuen uns sehr, dass er sich für Borussia Mönchengladbach und die Bundesliga entschieden hat.«

Emmanuel Kouadio Koné, so der vollständige Name des im französischen Colombes geborene 19-Jährige, wechselte 2016 vom AC de Boulogne-Billancourt in die Jugend vom FC Toulouse und debütierte am 24. Mai 2019 bei der 1:2-Auswärtsniederlage gegen den FCO Dijon in der Ligue 1. Bis dato brachte es der 19-Jährige auf 14 Einsätze in der Ligue 1 und 19 in der Ligue 2. In der laufenden Spielzeit stand Koné in allen 18 Spielen auf dem Platz und hierbei vornehmlich im zentralen Mittelfeld.

Koné: »Kenne ich auch bereits die Franzosen ein wenig«

Dass der französische U-Nationalspieler wieder genau ins Beuteschema von Eberl passt, ist klar. Koné ist jung, aufstrebend, mit Qualitäten ausgestattet und mit seiner Entwicklung noch längst nicht am Ende. Ein weiterer und wichtiger Aspekt ist die Polyvalenz des Franzosen. Koné ist vor allem im zentralen, defensiven und offensiven Mittelfeld einsatzbar. Zudem ist es von großem Vorteil, dass mit Marcus Thuram und Alassane Plea zwei Landsleute im Kader der Borussen stehen. Und auch Teamkollege Yann Sommer ist dem Französischen mächtig und kann so für eine vereinfachte Eingewöhnung sorgen.

»Aus dem Team kenne ich auch bereits die Franzosen ein wenig, also Alassane Plea und Marcus Thuram. Ich hoffe natürlich, dass ich mich hier gut integrieren und mit Borussia dann auch etwas Gutes vollbringen kann«, so der 19-Jährige im Interview mit der Klub-Homepage.

Nachfolger für Zakaria und/oder Neuhaus?

Unterdessen könnte der Transfer ein Indiz dafür sein, dass sich Denis Zakaria im Sommer für den nächsten Karriereschritt entscheidet und den linken Niederrhein verlässt. Der Schweizer steht noch bis Sommer 2022 unter Vertrag (aktueller Marktwert 40 Millionen Euro) und wurde zuletzt hartnäckig mit dem FC Bayern München in Verbindung gebracht. Sollte Zakaria nicht vorzeitig verlängern wollen, wäre ein Wechsel nach dieser Saison wohl die letzte Möglichkeit, noch eine dicke Ablösesumme zu kassieren. Zudem steht auch Florian Neuhaus (Vertrag bis 2024) im Fokus. Koné könnte also der Ersatz für einen drohenden Abgang vor allem von Zakaria sein.