Marco Rose schört die Borussen auf die Champions League ein. Foto: Poolfotos/Dirk Päffgen.

Borussia Mönchengladbach hat die Pflichtaufgabe in Paderborn gemeistert und sich den wichtigen Dreier geholt. Und nach den Patzern der Konkurrenz hat die Fohlenelf die Champions League wieder voll im Visier, ja sogar wieder in der eigenen Hand.

Die Ausgangslage vor der Partie war für die Fohlenelf klar: Beim SC Paderborn die Hausaufgabe erledigen und drei Punkte holen, um dann einen Blick auf die Konkurrenz richten zu können. Nach dem Schlusspfiff konnten die Borussen das mit gutem Gewissen tun, denn sie hatten am Ende mit 3:1 gewonnen.

Unter dem Strich auch verdient, allerdings erweis sich der feststehende Absteiger wie erwartet als ein unangenehmer Gegner, der in seinem letzten Bundesliga-Heimspiel noch mal alles reinwarf und den Borussen das Leben schwer machte. Aber die Fohlenelf schlug gerade nach dem Ausgleichstreffer durch Ex-Borusse Sven Michel postwendend zurück und zerschlug SCP direkt die Hoffnung, vielleicht doch noch was holen zu können. Generell war das 1:1 die Konsequenz der mangelnden Chancenverwertung der Borussen, die gerade nach der Pause davon eine Reihe an Möglichkeiten hatten.

Der Kapitän geht voran

Bestraft wurde das am Ende Gott sei Dank nicht. Spätestens nach dem verwandelten Foulelfmeter von Lars Stindl und dem damit verbundenen Platzverweis von Uwe Hünemeier war der Drops dann auch gelutscht. Apropos Stindl. Dass der Kapitän am Ende zum ‚Man of The Match’ gekürt wurde, lag auf der Hand. Stindl gab drei Torschüsse ab und nutzte zwei davon. Der Doppelpack war bereits der dritte in dieser Spielzeit. Insgesamt hat Stindl nun 9 Saisontore auf dem Konto, drei davon in der letzten beiden Spielen. Es ist schon bemerkenswert, wie der 31-Jährige vorangeht und den schwerwiegenden Ausfall des Top-Duos um Marcus Thuram und Alassane Plea zumindest etwas vergessen lässt. Stindl ist voll da und trifft. Das zeichnet einen Kapitän eben auch aus.

Die Fohlenelf spielte die Uhr in der Schlussphase in der Besteller-Arena souverän runter und ließ nichts mehr anbrennen. Am Ende durften die Borussen zurecht jubeln und sich im Einklang auch darüber freuen, dass sowohl Bayer Leverkusen als auch RB Leipzig ihre Hausaufgaben tatsächlich nicht erledigen konnten und die Borussen somit im Fotofinish noch auf Kurs Champions League gebracht haben.

Borussia rangiert nun vor dem letzen Spieltag mit zwei Punkten und neun Toren Vorsprung vor Bayer Leverkusen auf Platz vier und hat es in der eigenen Hand, doch in die Königsklasse einzuziehen – sie kann es aus eigener Kraft schaffen. Wer hätte das vor allem vor diesem Spieltag gedacht?!

Jetzt muss die Königsklasse das Ziel sein

Die Borussen haben starke 62 Punkte auf dem Konto und haben es über die gesamte Saison einfach verdient, in die Champions League einzuziehen. Dass das jetzt wieder einen Spieltag vor Schluss bei all den personellen Sorgen möglich ist, ist das Produkt einer Mannschaft, die einen tollen Charakter hat. Die Rose-Truppe hat ihre Aufgabe in Paderborn am Ende souverän gemeistert und gezeigt, dass sie mit Drucksituationen wie dieser umgehen kann und ihnen gewachsen sind.

Und dann hat man eben auch das nötige Glück – insofern, dass die Konkurrenz im wahrsten Sinne mitgespielt hat. Das haben sich die Borussen nach den letzten beiden Spielen auch erarbeitet und verdient. So wie die Fohlen die letzten beiden Aufgaben erledigt hat – das zeichnet eine Spitzenmannschaft, die eben viele Ausfälle zu kompensieren hat, aus. Wie sagte es Marco Rose seinen Jungs im Kreis nach dem Spiel: »Ich habe ihnen gesagt, dass wir ein cooler Haufen sind.«

Im letzen Spiel gegen Hertha BSC Berlin hat es die Fohlenelf nun selbst in der Hand, doch noch in die Champions League einzuziehen. Bereits ein Unentschieden reicht der Truppe um Marco Rose, um das Ziel zu erreichen. Natürlich sollte und wird man darauf nicht spielen, weil das nach hinten losgehen kann. Aber es beruhigt eben doch ungemein, dass man nicht abermals den Druck des Gewinnenmüssens mit in dieses Spiel nimmt. Die Champions League ist aus eigener Kraft zum Greifen nah – und die sollte beziehungsweise muss bei dieser komfortablen Ausgangslage jetzt auch das klare Ziel sein. Es gilt noch mal einen rauszuhauen, wie es Marco Rose nach dem Sieg gegen Paderborn sagte.