Eugen Polanski fordert von seiner Mannschaft eine klare Haltung und Lösungen. Foto: Dirk Päffgen
Borussia Mönchengladbach trifft am Samstag zu einem extrem wichtigen Auswärtsspiel bei Werder Bremen an. An der Weser müssen die Borussen nach der enttäuschenden Heimniederlage gegen Stuttgart aber definitiv anders auftreten, um gegen die seit neun Spielen sieglosen Werderaner nicht als Aufbaugegner zu fungieren. Kevin Diks und Giovanni Reyna fehlen weiterhin.
Es gibt Begegnungen, die man als sogenannte 6-Punkte-Spiele bezeichnet – weil man einen Mitkonkurrenten bei einem Erfolg auf Distanz hält und verbindet, dass dieser punktet. Die Partei der Borussen in Bremen ist genau ein solches Spiel. Gewinnen die Borussen, halten sie den Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt auf Distanz.
Die Truppe von Ex-Borussen-Coach Horst Steffen kassierte unter der Woche in Nachholspiel gegen die TSG Hoffenheim eine 0:2-Niederlage und ist somit seit nunmehr neun Ligaspielen ohne Sieg (3 Remis, 6 Niederlagen).
»Momentan verfallen wir zu schnell in Negativität«
Die Fohlen warten seit fünf Spielen auf einen Sieg. Lediglich das Spiel gegen Augsburg konnte gewonnen werden. Dabei blieb die Elf vom Niederrhein zuletzt erstmals unter Eugen Polanski zweimal in Folge ohne eigenen Treffer. Das letzte VfL-Tor erzielte Shuto Machino am 17. Spieltag bei der 1:5-Auswärtsniederlage gegen Hoffenheim.
Dass die Borussen also nicht so vor Selbstvertrauen strotzen, weiß auch Eugen Polanski. »Momentan verfallen wir zu schnell in Negativität. Die Jungs wollen, aber es scheint ein Kopfthema zu sein. Mit der Qualität des Gegners wird es dann schwer, zurückzukommen, weil du etwas Besonderes brauchst«, erklärte der 39-Jährige auf der Pressekonferenz am Donnerstag. »Das hatten wir zuletzt nicht. Aber wir haben schon bewiesen, dass wir aus noch schwierigeren Situationen herauskommen können. Deshalb fordere ich das ein. Weil ich weiß, dass die Mannschaft es kann.«
Und genau das muss sie in Bremen unter Beweis stellen, damit am Ende etwas Zählbares, am besten ein Sieg herausspringt. Dass die Mannschaft von Trainer Steffen seit neun Spielen nicht mehr gewonnen hat, spielt für Borussias Trainer dann – wenn überhaupt – nur eine untergeordnete Rolle. »Die Bremer haben zwar zuletzt neunmal in Folge nicht gewonnen, aber ihre Muster sind sehr klar, sie haben eine gute Struktur und wirklich gute Profile. Da ist viel Wucht drin, viel Tempo. Mein Trainerkollege dort bewahrt sehr viel Ruhe, das merkt man«, warnt Polanski.
»Wir stellen uns deshalb auf einen richtig guten Gegner ein und wir fahren nicht dahin und sagen: Die wären in einer schlechteren Verfassung als wir. Es wird ein heißes Spiel. Wir müssen unsere Abläufe auf den Platz bringen, wir müssen voll da sein und eine klare Haltung zeigen«, fordert Polanski. »Wir wollen unseren Auswärtsfans etwas zurückgeben und im besten Fall mit drei Punkten nach Hause fahren.«
Diks und Reyna fehlen fehlt weiter, Castrop zurück
Für dieses Vorhaben muss Polanski auf Kevin Diks (krank) und Giovanni Reyna (muskuläre Probleme) verzichten. Hinzu kommen Tim Kleindienst, Robin Hack und Nathan Ngoumou, die sich alle in der Reha befinden. Wenngleich Polanski sich zu Aufstellungsthemen nicht befragt wurde dürfte die Chance mehr als groß sein, dass Kota Takai erneut in der Defensive beginnt und mit versuchen wird, den Laden dicht zu halten.
Fest steht derweil, dass Jan Olschowsy nach dem Abgang von Jonas Omlin als Ersatztorhüter auf der Bank Platz nehmen wird. Ich bin sehr froh, dass er zurück ist. »Wir haben uns bewusst für Jan entschieden, und er hat uns signalisiert, dass er das gerne machen möchte. Jan hat seine Qualität schon bewiesen und kommt super bei der Mannschaft an. Er wirkt sehr positiv und freut sich auf die Aufgabe«, sagt Polanski.
»Die Ansprache an die Mannschaft und die Analyse sind sehr klar. Bei Siegen sprechen wir auch Dinge an, die nicht perfekt waren, und bei Niederlagen sprechen wir diese Sachen noch deutlicher an. Gleichzeitig schauen wir auch, ob es positive Dinge gab, weil es diese Balance braucht«. »Aber klar ist auch: Der öffentlichen Kritik und den Pfiffen der Fans müssen wir uns stellen. Die sind berechtigt, weil wir Spiele verlieren. Umso wichtiger ist es, Lösungen zu finden, um es besser zu machen.
Dafür ist es dann auch nötig, dass alles tun die Waagschale gelegt und sich nicht weggeduckt wird, wenn es mal brenzlig wird. Von der ersten Sekunde muss der Kampf angenommen und Zeichen gesetzt werden. Gerade auch was die Zweikampfquote betrifft. Damit den Fans auch etwas zurückgegeben werden kann. Die akzeptieren eine Niederlage nämlich eher, wenn alles dafür getan wurde, eine solche zu verhindern…

