Polanski vor Dortmund: »Einfach ist auch langweilig«

Drei Punkte?! Gewinnen die Fohlen um Eugen Polanski gegen den BVB ist die Liga gesichert. Foto: Dirk Päffgen

Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel von Borussia Mönchengladbach gegen den BVB hallten die Eindrücke der Mitgliederversammlung nach. Was Trainer Eugen Polanski und Sportchef Rouven Schröder dazu sagten und wie Gladbach gegen den BVB bestehen will. 

Auch auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund rissen die Fragen nach der ereignisreichen und nachhallenden Mitgliederversammlung von Montag nicht ab. »Wenn man eine Mitgliederversammlung macht, dann kann man die über sich ergehen lassen, oder man kann sie annehmen – und ich bin jemand, der das annimmt und sich ein Feedback einholt«, sagte Eugen Polanski im Rückblick. Er habe seine Schlüsse gezogen, aus dem Positiven wie Negativen. Angesprochen auf die Rede von Aufsichtsratsvorsitzendem Michael Hollmann, der einen klaren Schnitt forderte, blieb Polanski gelassen.

Gladbach werde »Top-Leistung« brauchen

»Wir haben das im Hinterkopf und auch schon angeleitet«, versprach der Trainer im Hinblick auf eine umfassende Analyse im Sommer – und wollte dann aber zum bevorstehenden Heimspiel übergehen. Denn gegen Dortmund werde es eine »Top-Leistung« brauchen, da der BVB die statistisch beste Defensive der Liga stellt und gleichzeitig die zweitbeste Offensive hat. »Ich bin extrem zuversichtlich, auch aufgrund des Trainings heute, wo genau das vorkam, was eine Bundesligamannschaft ausmachen muss«, sagte Polanski. 

Dass die Konkurrenz im Kampf gegen den Abstieg zum Zeitpunkt von Borussias Spiel am Sonntagnachmittag bereits gespielt haben wird, ist für Polanski nur ein Nebenfaktor. Der Matchplan ändere sich schließlich nicht. Die Größe des kommenden Gegner könne jedoch in der Rückbetrachtung eine Auswirkung haben. »Ein Sieg ist ein Sieg, am Ende sind die drei Punkte zu feiern, das Gefühl des Gewinnens. Jeder Sieg ist aber ein Multiplikator – und gegen größere Gegner könnte es ein größerer Vertrauensbeweis in sich selbst sein«, befand Polanski. 

Einspruch bei Castrop-Sperre wirkungslos 

Ob mit defensiverer oder offensiverer Grundausrichtung ließ der Trainer offen. »Es ist absolut nötig, an unsere Grenze zu kommen. Es wird mit Sicherheit nicht einfach – aber einfach ist auch langweilig«, weiß er. Und umso schwieriger wird es, da Jens Castrop, zuletzt formstark, drei Spiele gesperrt sein wird. Borussia habe dagegen Einspruch eingelegt, erklärte Sportchef Rouven Schröder. »Wir haben uns da natürlich auch beraten. Aufgrund der Wiederholungstat von Jens ist das aber nicht zurücknehmbar und auch bei drei Spielen geblieben«, stellte er fest.

Durch die Castrop-Sperre wird ein Platz in der Startelf frei. Für eine Rückkehr von Tim Kleindienst ist es nach wie vor zu früh, und auch ein Startelf-Comeback von Robin Hack schloss Polanski quasi aus. »Wir sollten aber nicht davon ausgehen, dass wenn er zuletzt 20 Minuten gespielt hat, er auf einmal 90 spielen kann. Jede Minute die er kriegt, sieht er als Geschenk an«, weiß er, und auch 45 Minuten seien derzeit unrealistisch. Ob Nathan Ngoumou im Spieltagskader stehen werde, ließ Polanski ob seiner Verletzungshistorie offen. 

»Bei der nächsten Mitgliederversammlung besser dastehen«

Mit Blick auf die Zeit nach der laufenden Saison stellte Schröder noch einmal klar, dass es eine Analyse geben werde. »Entscheidend ist, dass wir als Borussia nach vorne kommen werden. Wie Eugen es auch gesagt hat: Die Schlüsse ziehen. Es gibt ja dann auch Nachbesprechungen: Unter uns, mit den Gremien. Was hätte man anders machen können? Da steht die Liebe zu Borussia drunter. Und über gewisse Dinge muss man sich auch ärgern, sonst wäre es ja langweilig. Es hat mir noch mehr gezeigt, dass wir bei der nächsten Mitgliederversammlung besser dastehen«, versicherte Schröder.