Borussia muss am Mittwochabend in der Königsklasse wieder alle Kräfte mobilisieren. Archivfoto: Dirk Päffgen

Wiedermal wurde es nichts mit einem Sieg von Borussia Mönchengladbach im Breisgau. Im letzten Spiel im Schwarzwald-Stadion mussten sich die Fohlen gegen den SC Freiburg mit einem Punkt zufrieden geben. Ein Punkt, der mit Blick auf die Tabelle zwar nicht großartig weiterhilft aber dennoch besser ist, als keiner. Auf der Zielgeraden gilt es jetzt noch mal alles aus sich herauszuholen.

Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge gab es mal wieder einen Punkt im Breisgau. Unter dem Strich leistungsrecht, weil beide Mannschaften am Ende den Sieg wollten und auch die Möglichkeiten dazu hatten. In der Schlussphase hatte vor allem Patrick Herrmann die Möglichkeit, den ‚Lucky Punch‘ zu setzen, auf der Gegenseite war Yann Sommer mit starken Paraden zur Stelle und verhinderte eine neuerliche Niederlage.

So muss man den Punkt mitnehmen und ihn akzeptieren bei den Borussen, die sich zu Beginn der Partie schwer taten gegen die engagierten Gastgeber. Der Sportclub machte zu und erlaubte es den Borussen nicht, zu gefährlichen Umschaltsituationen zu kommen. 

Embolo tankt weiter Selbstvertrauen

Einer dieser gab es dann aber nach etwas über zwanzig Minuten doch, als Breel Embolo noch einem klasse Spielzug für die doch etwas überraschende Führung sorgte. Für den Angreifer, der mit 34.57 km/h der schnellste Spieler auf dem Platz war und 18 Zweikämpfe gewann, war es das erste Bundesliga-Tor in dieser Spielzeit, das er gleich mit seinem ersten Torschuss erzielte. Für Embolo der zweite Treffer im zweiten Pflichtspiel hintereinander. Zuvor hatte er spektakulär gegen Inter Mailand per Fallrückzieher getroffen und sich damit auch in die Auswahl zum „Tor des Monats“ November geschossen. Für den 23-Jährigen darf man sich durchaus freuen, hatte er doch bei seinen vorherigen Auftritten viele Chancen liegen gelassen.

Apropos Chancen. Eigentlich hätte die Führung den Fohlen den nötigen Rückenwind geben müssen, doch genau das Gegenteil passierte. Freiburg schlug zurück, die Fohlenelf verspielte in dieser Saison zum fünften Mal eine Führung.

Fohlenelf bleibt auf Schlagdistanz

Immerhin gab es m Ende einen Punkt für die Borussen, für den Alassane Plea mit einem Sahnetor gesorgt hatte. Danach witterte die Fohlenelf zwar nochmal Morgenluft und versuchte, den Sportclub müde zu spielen, doch es bleib beim gerechten Unentschieden. Die Borussen verpassen damit zwar einen Sprung auf die internationalen Plätze doch da auch die Konkurrenz sich nicht entscheidend absetzen kann, bleiben die Borussen mit 16 Punkten als Tabellensiebter  auf Schlagdistanz. 

Der Kräfteverschleiß ist spürbar

In den Spielen nach internationalen Auftritten stehen nun drei Siege, ein Remis und eine Niederlage. Eine respektable Bilanz für die Borussen, bei denen jedoch deutlich zu erkennen ist, dass die Kräfte langsam schwinden.

Die vielen Englischen Wochen Zähren an der körperlichen und geistigen Substanz, der Kräfteverschleiß ist spürbar. Zudem kommt, dass Marco Rose in diesen Tagen und Wochen vor allem in der Defensive mit personellen Engpässen zu kämpfen hat und improvisieren muss. So wie in Freiburg, als Christoph Kramer erstmals seit Jahren wieder in der Innenverteidigung ran musste. Die Ausfälle um Ramy Bensebaini, Tony Jantschke und Nico Elvedi sind dann doch zu viel. Mattias Ginter hat bisher alle Spiele über die volle Distanz absolviert und könnte sicherlich mal eine Pause gebrauchen. Geht aber eben nicht, weil Rose aktuell kaum Alternativen hat.

Bis zur Winterpause stehen jetzt noch 4 Pflichtspiele in 16 Tagen auf dem Programm. Ein straffes Programm, das es bestmöglich zu bewältigen und wo es nochmal alles rauszuholen gilt. Für Marco Rose ist die Belastungssteuerung eine Herausforderung, auch sie gilt es zu meistern wie wie die letzten Aufgaben.

Dann geht es in die Pause. Eine zwar kurze Pause, aber eine, die die Borussen bitter nötig haben, um mal abzuschalten und die Akkus wieder aufzuladen. Bis dahin gilt es, auf der Zielgeraden nochmal die Kräfte zu bündeln und das in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche Jahr 2020…