Breel Embolo (hier gegen Wolfsburg) ist Borussias einzig verbleibender Trumpf in der Offensive. Foto: Poolfotos/Dirk Päffgen

Borussia Mönchengladbach hat vorgelegt im Kampf um die Champions League und Bayer Leverkusen mit dem klaren 3:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg unter Druck gesetzt. Ausschlaggebend dafür war eine »starke und ambitionierte Leistung«, wie es Marco Rose hinterher beschrieb. So bleibt die Champions League in Reichweite – und wäre auch auf die gesamte Spielzeit gesehen verdient.


Ein Blick auf die Statistik verrät: Borussia Mönchengladbach hat es in dieser Saison nicht allzu sehr mit einer positiven Chancenverwertung. Vor allem nach dem Re-Start besagt diese Statistik gemäß ‚Sky‘ eine Chancenverwertung von gerade einmal 14 Prozent! Normalerweise eine Bilanz eines Teams, das tief unten in der Tabelle steht.

Gerade auch bei den letzten beiden Niederlagen gegen Freiburg und gegen den neuen deutschen Meister FC Bayern München hat man sich am Ende nicht belohnt, weil man eben die sich bietenden Chancen nicht genutzt hat. Zwar hätte auch der Sieg gegen Wolfsburg am Ende noch höher ausfallen können, doch diesmal hat man zumindest viel besser zugeschlagen.

Nach dem Spiel gegen die Wölfe darf man festhalten: Die Fohlen waren effektiv. Im ersten Durchgang benötigen die Borussen nur drei Torschüsse für zwei Tore, für die Jonas Hofmann gesorgt hatte. Für den Mittelfeldmann war es im 149. Bundesliga-Spiel der zweite Doppelpack. Dass der 27-Jährige nicht „nur“ aufgrund dessen eine starke Partie ablieferte, untermauern weitere Statistiken: Hofmann war an sieben der elf Gladbacher Torschüsse beteiligt. Er gab die meisten Torschussvorlagen aller Fohlen (drei) ab und versenkte zwei seiner vier Torschüsse. Zudem war er der laufstärkste (11,7 Kilometer) und sprintfreudigste (37) Borusse der Partie.

Fohlenelf trotzt den gewichtigen Ausfällen

»Die Leistung von Jonas Hofmann war bärenstark, genauso wie die Leistung der ganzen Mannschaft. Alle haben heute einen sehr guten Job gemacht. Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaftsleistung«, lobte Marco Rose seinen Doppeltorschützen und die gesamte Fohlenelf.

Ohne jeden Zweifel war und ist das auch angebracht, denn seine Mannschaft bot gegen die Wölfe eine wirklich starke Leistung. Vor der Partie war das nicht unbedingt zu erwarten, hatte Rose doch vor allem den Ausfall seines Top-Duos um die Angreifer Marcus Thuram und Alassane Plea zu beklagen. Doch die Borussen, die zur Verfügung und auf dem Platz standen, haben gezeigt, dass der Kader in der Lage ist, solche Ausfälle zu verkraften. Man muss es aber eben konstant tun und alles reinwerfen.

Offensiv wie defensiv eine starke und reife Leistung

Mit Selbstbewusstsein, Konzentration und Wille gingen die Borussen ihre Aufgabe an und erlegten das Wolfsrudel am Ende hochverdient. Sicherlich ließ Wolfsburg an diesem Tage so ziemlich alles vermissen und kam gerade offensiv alles andere daher als wie ein bissiger Wolf, doch das lag eben auch an den Borussen. Alle Achtung, wie die Fohlenelf gerade auch im ersten Durchgang agierte. Nach Ballgewinn nahm der Fohlen-Express kontrolliert Fahrt auf und schlug dann zweimal eiskalt zu. Das war eine sehr gute erste Hälfte der Borussen, die Druck auf die Wölfe ausübten, zielstrebig nach vorne marschierten und eben aber auch gegen den Ball voll auf der Höhe waren. Gerade Matthias Ginter und Nico Elvedi ließen im Abwehrzentrum nichts anbrennen und Christoph Kramer hielt den Rücken mit frei.

Auch nach dem Seitenwechsel war die Partie dann spätestens nach dem 3:0 von Lars Stindl in Minute 65 entschieden. Wolfsburg versuchte es dann zwar noch mal musste aber einsehen, dass an diesem Tag gegen die Fohlenelf nichts zu holen war. Die spielte die Uhr routiniert und abgeklärt runter und nahm unter dem Strich verdient die drei Punkte mit.

Borussia hat von vorne bis hinten überzeugt an diesem Abend im Borussia-Park, in dem auch weiterhin ohne Zweifel das Salz in der Suppe fehlte: Die Zuschauer. Zwar geben die „Pappkameraden“ ein schönes Bild ab und ist besser, als auf leere Ränge zu schauen, doch Fußball ist und bleibt ohne seine Fans herzlich wenig bis gar nichts. Die Fohlenelf hätte für ihren Auftritt durchaus Applaus und Feiern in der Kurve verdient gehabt. 

Nun gut. So wie die Borussen gegen den VfL Wolfsburg und vor allem auch in der Hinrunde gespielt haben wäre es schade, wenn am Ende „nur“ Platz fünf und die Europa League herausspringen würde. Das hat Mathias Ginter nach der Partie auch klar gesagt. Dafür verantwortlich wäre zum wiederholten Mal eben eine schwächere Rückrunde. Mit zwei Siegen in den letzten beiden Spielen kann man noch hoffen, die Königsklasse doch noch erreichen. Es wäre mehr als verdient.