Borussia ist bereit für den Endspurt um die Königsklasse. Foto: Poolfotos/Dirk Päffgen

Borussia Mönchengladbach setzte mit dem 3:0-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg im Kampf um die Königsklasse ein Ausrufezeichen. Vor allem die Art und Weise des Auftritts war nach zwei Niederlagen in Folge beeindruckend. Nach dem Schlusspfiff legten alle Akteure den Fokus aber schon wieder auf die nächste Aufgabe. 


Auf zwei Niederlagen stark reagiert 

Gut gespielt, keine Punkte mitgenommen: So oder so ähnlich lassen sich die letzten beiden Auswärtsspiele in Freiburg und München beschreiben. Die Fohlen ließen im Kampf um die Champions League mächtig Federn, sind aber dennoch weiterhin im Rennen um Platz vier mit dabei. Dafür sorgte jetzt auch der überzeugende Auftritt gegen den VfL Wolfsburg, der gegen stark aufspielende Borussen nicht den Hauch einer Chance hatte. 

Noch vor der Partie hatte Marco Rose von seinen Spielern ein anderes Auftreten gefordert, aber nicht die Mentalität oder Qualität in Frage gestellt. »Ich habe nicht die Mentalität meiner Mannschaft in Frage gestellt, ich habe von einer anderen Mentalität gesprochen. Charakterlich ist meine Mannschaft top. Die Jungs haben heute richtig reagiert und vor allem die Nerven behalten«, stelle sich Borussias Trainer ganz klar und richtig vor die Fohlenelf. 

Fohlen vor dem Tor eiskalt 

Auch die vielen verletzten Spieler sorgten für ein großes Fragezeichen, denn es liegt auf der Hand, dass ein Denis Zakaria, Marcus Thuram und Alassane Pléa schmerzlich vermisst werden. »Wir wussten, dass ein paar wichtige Spieler fehlen. Aber die Jungs, die zuletzt hinten dran waren, waren heute da. Das zeichnet uns aus in dieser Saison. Es freut mich gerade für diese Spieler, aber auch für die gesamte Mannschaft, dass wir mit dem klaren Sieg ein kleines Ausrufezeichen setzen konnten«, lobte Lars Stindl seine Mannschaftskollegen. 

Der Grundstein für den 3:0-Heimsieg wurde durch das stark herausgespielte Tor von Jonas Hofmann schon früh gelegt.  »Wir haben unsere Chancen eiskalt genutzt und defensiv wenig zugelassen«, fand auch Lars Stindl, der mit dem dritten Treffer das Spiel endgültig entschied. Dennoch meinte Borussias Kapitän, dass die Fohlen das entscheidende Tor »etwas früher machen können«. 

Rose hochzufrieden 

Viel Lob gab es nach der Partie vor allem von Marco Rose, der »hochzufrieden mit der starken und ambitionierten Leistung war«. Nach zuletzt zwei sieglosen Spielen in Serie hatten die Fohlen also etwas Wut im Bauch. »Meine Mannschaft war sehr konzentriert und fokussiert und hat – wie ich es vor dem Spiel angekündigt habe – um die drei Punkte gekämpft und dabei auch noch drei wunderschöne Tore erzielt«, verteilte Rose nach dem Spiel reichlich Komplimente. 

Dass die Fohlenelf den dritten Treffer durchaus etwas früher auf dem Fuß hatte und die ein oder andere Chance hätte besser verwerten können, war für Borussias Trainer am Dienstagabend »kein Kritikpunkt«. Borussia hat im Gegensatz zu Leverkusen ohnehin ein besseres Torverhältnis, am Ende könnte auch das ausschlaggebend sein.

Gegen die ‚Wölfe‘ war laut Yann Sommer, der mal wieder zu Null spielte, vor allem »die gute und kompakte Defensive« wichtig. Die Gäste aus der Autostadt konnten ihr erwartetes »Gegenpressing und Spiel mit vielen Flanken und hohen Bällen« nicht aufziehen, die Fohlen jagten die ‚Wölfe‘ vielmehr durch den Borussia-Park. 

Platz fünf wäre eine Enttäuschung 

Im Kampf um die Königsklasse ist Borussia also weiterhin im Rennen und hofft am Mittwochabend ausgerechnet auf etwas Schützenhilfe vom 1. FC Köln, der gegen die ‚Werkself‘ antreten muss. »Jetzt schauen wir gar nicht mehr groß auf die Tabelle. Wir müssen unsere Aufgaben erledigen – und die sind nun noch die zwei letzten Spiele erfolgreich zu absolvieren. Wenn wir in diesen Partien so eine Leistung bringen wie heute, dann haben wir gute Chancen, beide Spiele zu gewinnen. Wir konzentrieren uns nur noch auf uns, wir brauchen die Punkte«, gab Yann Sommer nach dem Heimsieg gegen Wolfsburg die Parole aus.

Mit dieser Einstellung fahren die Fohlen vermutlich am besten, denn Matthias Ginter weiß auch, dass es Borussia »nicht mehr in der eigenen Hand« hat. Dennoch soll am Ende die Königsklasse rausspringen, laut dem Nationalspieler wäre die Europa League nur ein Trostpflaster. »Vor der Saison hätten wir vielleicht den fünften Platz unterschrieben. Aber so, wie die Saison bis jetzt verlaufen ist, wäre es schon eine Enttäuschung, wenn wir am Ende Fünfter werden. Unser Ziel ist jetzt Platz vier.«

Wer den begehrten Platz in der Königsklasse letztlich einnehmen darf, wird sich vermutlich in einem Fernduell am letzten Spieltag entscheiden. Zuerst warten nämlich noch die schon abgestiegenen Paderborner auf die Fohlenelf, wo die Borussen laut ihrem Kapitän »unbedingt nachlegen möchten«…