Michael Lang sieht sich beim VfL starker Konkurrenz ausgesetzt. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Michael Lang hat kein einfaches Jahr hinter sich. In der abgelaufenen Spielzeit wollte der Abwehrmann beim SV Werder Bremen wieder Fuß fassen und Spielpraxis sammeln. Gelungen ist ihm das nicht, weshalb der SVW die Kaufoption nicht zog. Zurück bei Borussia Mönchengladbach wird es für den Schweizer gewiss nicht einfacher. Das hat Marco Rose dem 29-Jährigen ganz offen mitgeteilt.

Michael Lang ist wieder zurück am linken Niederrein. Ein Jahr lang weilte der 29-Jährige an der Weser in Bremen. Vor allem mehr spielen und sich so für die Schweizer ‚Nati‘ empfehlen wollte sich Lang bei Werder. Beides gelang dem Rechtsverteidiger nicht. Dabei lief es zunächst gut an. Florian Kohfeldt setzte auf die Dienste des erfahrenen Abwehrmanns. Die ersten vier Spiele absolvierte Lang von Beginn an und über die volle Distanz. Da zeigte der erfahrene Routinier all seine Qualitäten und hatte Anteil daran, dass Werder aus diesen Spielen acht Punkte holte.

Enttäuschendes Intermezzo an der Weser

Doch ab dem 7. Spieltag ging es stetig bergab – für Lang und den SV Werder Bremen. Lang, im Sommer 2018 für 2,8 Millionen Euro vom FC Basel nach Gladbach gekommen, und als Soforthilfe auf Leihbasis an die Weser gewechselt, absolvierte in der Folgezeit nur noch zwei Startelfeinsätze – bei den beiden Klatschen gegen Bayern München (1:6) und Mainz 05 (0:5).

Ansonsten stand er, auch aufgrund einer Muskelverletzung, bis auf die Spiele gegen Wolfsburg und Freiburg (12 Einsatzminuten) nicht mehr im Kader der Werderaner, die den Bundesliga-Abstieg so gerade noch verhindern konnten. Am Ende zog Bremen die Kaufoption wie erwartet nicht, sodass Lang zurückkehrte an den linken Niederrhein.

»Wir sind da in ganz offenen Gesprächen«

Und da wird die Situation für den Schweitzer nicht besser. Zu groß ist der Konkurrenzkampf auf seiner Postion, auf der Stefan Lainer nahezu gesetzt ist. Dahinter stehen in Neuzugang Valentino Lazaro, Tony Jantschke und Jordan Beyer weitere Spieler bereit, die diese Position bekleiden könnten und auf die Marco Rose vor allem setzt.

Keine guten Aussichten also für Lang, was Marco Rose ihm auch bereits mitgeteilt hat. »Durch die Verpflichtung von Lazaro wird es für ihn natürlich nochmal schwieriger. Das weiß er auch, aber wir sind da in ganz offenen Gesprächen«, so Rose nach dem Testspiel gegen Paderborn und erläuterte: »Man muss sich die Kader-Konstellation anschauen und auch die Position, die er spielt: Wir haben Stevie Lainer und Valentino Lazaro dazugeholt und wissen, dass auch Flaco und Jordan Beyer Flügelverteidger spielen können. Also wir sind auf der Position sehr gut besetzt. Aber Michi weiß das und wenn er eine Idee hat, wird er auf uns zukommen. Wenn er da bleibt ist, er herzlich willkommen.«

»Wir werden nie jemanden vom Hof jagen« – Was macht Lang?

Lang wird sich also nun die Frage stellen, wie er seine Zukunft weitergestalten möchte. Gerade mit Blick auf die Nationalmannschaft und auf die in das kommende Jahr verschobene Europameisterschaft muss der Abwehrmann auf regelmäßige Spielzeit kommen. Bei den Borussen ist das trotz dem ‚Tanz auf drei Hochzeiten‘ nur wenig bis gar nicht möglich. Noch bis 2022 steht Lang bei den Borussen unter Vertrag, der Marktwert ist auf unter eine Million gesunken. Die berühmten Steine wird man ihm jedenfalls nicht in den Weg legen. Max Eberl wird sich gesprächsbereit zeigen, wenn ein Klub kommt, der Lang verpflichten möchte.

Doch die nächste sich bietende Option muss auf jeden Fall passen für Michael Lang. »Eine Trennung ist vor allem abhängig von Michis Möglichkeiten und seinen Ambitionen«, weiß Rose und stellt klar: »Michi ist ein super Typ und toller Mensch, der auch hier fleißig gearbeitet hat und sich in den Dienst der Mannschaft stellt. Wir werden nie jemanden vom Hof jagen. Er gehört bis zu dem Tag zur Mannschaft an dem er entscheidet, dass er irgendwo anders mehr Fußball spielen möchte.« Möchte Lang genau das regelmäßig tun, dürfte eine Luftveränderung unumgänglich sein…