Letztlich war der Sieg von Borussia Mönchengladbach beim FC Augsburg vor allem dank einer starken zweiten Halbzeit verdient. Durch eine taktische Umstellung und einen klugen Wechsel konnten die ersten drei Punkte beim FCA eingefahren werden. Lars Stindl war mit zwei Treffern erneut der Matchwinner.

Nichts los in Halbzeit eins

Die erste Hälfte in Augsburg war absolut nichts für Feinschmecker, denn bis zur 36. Minute leisteten sich beide Mannschaften eine Art Kreativpause. Erst danach wurde Borussia etwas bestimmender und spielte sich über Marcus Thuram, Florian Neuhaus und Lars Stindl erstmals gut in Szene. Bezeichnend: Bis dato hatte das Spiel mehr gelbe Karten (3) als Torschüsse zu bieten.

Dass sich in der zweiten Halbzeit ein völlig anderes Fußballspiel entwickelte lag an zwei Dingen: Marco Rose stellte in der Defensive auf Dreierkette um und brachte mit Alassane Plea für Marcus Thuram eine zweite Spitze. »In der zweiten Hälfte haben wir von Vierer- auf Dreierkette umgestellt, weil wir im 4-2-3-1 nicht so viel Druck auf den Ball bekommen haben. Da sind wir nicht so gut in die Räume in der Offensive gekommen« analysierte Marco Rose den ersten Spielabschnitt.

Plea brachte die Wende

Stefan Lainer fand ebenfalls, dass »in der ersten Hälfte ein wenig die Konsequenz im Spiel nach vorne gefehlt hat«. Doch durch die erwähnte Einwechslung von Plea kam mächtig Bewegung in die Offensive, denn der Franzose war an den ersten beiden Treffern beteiligt. »Er hat vorne für Entlastung gesorgt, viele Bälle festgemacht und verteilt. Den ersten Treffer hat er eingeleitet, den zweiten direkt vorbereitet. So etwas wünscht man sich natürlich von einem Spieler, der zur Halbzeit neu ins Spiel kommt«, schwärmte Stefan Lainer auf Borussia.de in den höchsten Tönen von Alassane Plea.

Was man den Fohlen am gestrigen Nachmittag allerdings vorwerfen muss, ist die Chancenverwertung. Dadurch kamen die Augsburger immer wieder ins Spiel, obwohl die Fohlen zwei Mal eine Zwei-Tore-Führung hatten. »Durch die Anschlusstreffer haben wir uns das Leben selber schwer gemacht«, bemängelte Lars Stindl bei „Sky“ die beiden Gegentore. Borussias Kapitän ist derzeit in einer bärenstarken Verfassung, vor allem sein zweites Tor war ein Schmankerl. 

Chancenverwertung machte Borussia das Leben schwer

»Wir hätten den Sack viel früher zumachen müssen, deshalb mussten wir bis zum Schluss um den Sieg zittern«, sprach Jonas Hofmann die vielen vergebenen Kontersituationen an. Breel Embolo und auch Hofmann selbst hatten kurz vor Schluss die Möglichkeit, den Deckel endgültig draufzumachen. »Es gab mehrere Kontersituationen, in der wir in Überzahl waren, es aber nicht fertig gebracht haben, den Ball im Tor unterzubringen. Da schließe ich mich mit ein.«

Anders als noch eine Woche zuvor gegen Hoffenheim kassierten die Fohlen in den Schlussminuten allerdings keinen entscheidenden Gegentreffer mehr, das wollten sie laut Stindl »unbedingt vermeiden«. Trotzdem stockte vielem der Atem, als Finnbogason nur Zentimeter am Ball vorbeirauschte, das wäre wohl der Ausgleich gewesen. »Wir mussten nochmal zittern. Aber wir wussten auch, wie schwer es hier ins Augsburg werden wird. Zwischenzeitlich hatten wir keine Spielkontrolle, aber wenn dir so etwas passiert, musst du mit Fleiß dagegen arbeiten«, beschrieb Marco Rose die Schlussphase.

Fleißig war seine Mannschaft am gestrigen Nachmittag definitiv, denn Borussia gewann knapp 52 Prozent aller Zweikämpfe und gab mit 16 Versuchen doppelt so viele Torschüsse wie der FCA ab. Unter Rose blieb Borussia nun erstmals fünf Pflichtspiele in Folge ungeschlagen und holte elf von 15 möglichen Punkten. Eine starke Ausbeute die auch wichtig ist, denn die Konkurrenz punktet munter weiter.

Erster Sieg in Augsburg 

Vielmehr freute die Fohlenelf aber wohl die Tatsache, dass sie erstmals ein Spiel in Augsburg gewinnen konnte. »Wir wussten vor dem Spiel, dass wir hier noch nie gewonnen haben, man bekommt das ja alles mit. Diese Statistik wollten wir brechen und umso schöner ist es, dass wir sie gebrochen haben«, freute sich Yann Sommer. Der Schweizer machte auch gestern wieder ein starkes Spiel und entschärfte in der ersten Halbzeit viele Situationen, bevor diese richtig gefährlich werden konnten. Auch Jonas Hofmann freute sich, dass die lange Durststrecke in der Fuggerstadt zu Ende ist: »Nach vielen vergeblichen Anläufen ist es schön, endlich drei Punkte aus Augsburg mitzunehmen.«

Durch den Dreier bleibt Borussia an den vorderen Tabellenplätzen dran und hat mit dem Nachholspiel weiterhin einen kleinen Trumpf in der Hand. Beim Spitzenspiel gegen den BVB bedarf es aber definitiv zwei starken Halbzeiten, denn die Dortmunder bestrafen die Fehler mit ihrer Offensivkraft ganz anders als noch der FCA. Dennoch wird die Partie wohl völlig ausgeglichen und vor allem richtungsweisend für die nächsten Wochen sein…