Rouven Schröder bezog imRahmen des Trainingsauftakts zu zahlreichen Themen Stellung. Foto: Dirk Päffgen
Zum Trainingsauftakt von Borussia Mönchengladbach stand Sportchef Rouven Schröder Rede und Antwort. Was er über die Transferphase, mögliche, weitere Neuzugänge und die Genesung von Tim Kleindienst sagte.
Rouven Schröder hatte beim Trainingsauftakt am Sonntag einiges zu tun – das passt zu den Wochen zuvor, in denen er einen Transfer nach dem anderen verkünden konnte. Dabei folgte Borussias „Head of Sports“ einer klaren Strategie. »Wir waren in diesem Transfersommer mutig und haben unsere Überzeugungen früh umgesetzt. Uns war wichtig, vor die Welle zu kommen, den Konkurrenzkampf vom ersten Trainingstag an zu entfachen und den Trainer möglichst früh mit einem vollständigen Kader arbeiten zu lassen«, sagte Schröder mit Blick auf die zahlreichen Transfers.
Schröder: »Mehr investieren als andere«
Dies sei auch für die Neuzugänge ein Vorteil, schließlich hätten sie so deutlich mehr Zeit, sich in den Kader zu integrieren und die Abläufe zu erlernen. »Sie können Borussia vom ersten Tag an erleben, die Mannschaft kennenlernen und den Konkurrenzkampf sofort annehmen. Genau das wollten wir erreichen. Gerade solche Kleinigkeiten machen am Ende den Unterschied«, weiß der Sportchef. Und gab zugleich eine Marschroute für die neue Saison aus: »Wer außergewöhnlich erfolgreich sein möchte, muss bereit sein, mehr zu investieren als andere. Genau dieses Mindset brauchen wir.«
Deshalb sei Borussia im Hinblick auf die neuen Saisonziele »ambitioniert.« Dennoch müsse sich die Mannschaft erst einmal finden – das brauche Zeit und wird zwangsläufig zu Fehlern führen, sodass Spiele verloren gehen, stellte Schröder klar. Dabei könnten sogar weitere Neuzugänge helfen. »Das Transferfenster läuft noch, wir wollen uns bestmöglich aufstellen und dann Schritt für Schritt die nächsten Etappenziele definieren«, verriet der Sportchef, der sich bereits »riesig« auf die neue Saison freue.
Lidberg soll Kleindienst herausfordern
Mithelfen, dass diese besser verläuft als die vergangene, wird Sturm-Neuzugang Isac Lidbeg, auf den Schröder große Stücke hält. »Isac ist ein Spieler, der sich in jedem Training zerreißen wird. Du merkst in jedem Satz, dass er ambitioniert ist, dass er den nächsten Schritt machen möchte und dass er bereit ist, sich weiterzuentwickeln. Genau solche Spieler suchen wir. Spieler, die nicht zufrieden sind, sondern die jeden Tag besser werden wollen«, sagte er. Auch, wenn er sich erst einmal an die Belastung der ersten Liga gewöhnen müsse.
Dafür wird Kapitän und Stamm-Stürmer Tim Kleindienst aller Voraussicht nach als sein teaminternes Vorbild dienen. Schließlich mache er nach seiner langen Verletzungspause einen »hervorragenden Eindruck. Er hat die Sommerpause mehr oder weniger durchgearbeitet und kommt mit sehr viel Selbstvertrauen zurück«, freute sich Schröder. Dennoch sei bei Kleindienst Vorsicht geboten: »Es geht darum, ihn bestmöglich heranzuführen und ihn vielleicht auch mal zu bremsen, wenn es notwendig ist. Nach einer so langen Unterbrechung geht es nicht nur darum, möglichst schnell wieder auf dem Platz zu stehen, sondern dauerhaft auf dem höchsten Niveau zu bleiben«, stellte er klar.
Auf der Abgangsseite wird sich noch etwas tun – Nicolas klare Nummer eins
Auf dem Platz stehen werden in 2026/27 definitiv nicht komplett die Spieler, die aktuell dem Kader angehören. Es wird weitere Veränderungen geben, wie Schröder klarstellte. Vor allem auf der Abgangsseite hat sich dahingehend bisher wenig getan. Florian Neuhaus, mit dem laut Schröder bereits Gespräche geführt wurden, kann sich ebenso einen neuen Verein suchen, wie Grant-Leon Ranos (am Sonntag freigestellt für Verhandlungsgespräche) und Tomáš Čvančara (aktuell verletzt). Keine Steine in den Weg legen dürfte man zudem Nathan Ngoumou und Jan Olschowsky.
Auch Joe Scally, der mit der englischen Premier League liebäugelt, könnte die Borussen noch verlassen. Zumal sein Vertrag nur noch ein Jahr läuft und es fraglich ist, ob der US-Boy seinen Vertrag nochmals verlängert. Gleiches gilt für Nico Elvedi, der ebenso noch ein Jahr Restlaufzeit hat und sich bei der WM mit starken Leistungen durchaus ins Schaufenster gespielt hat. Kommt hier ein Angebot jenseits der 10 Millionen Euro, dürfte Schröder gesprächsbereit sein.
Bei Moritz Nicolas hingegen sieht die Sache etwas anders aus. Der 28-Jährige erhält in dieser Saison auch auf seinem Trikot die Nummer eins und soll das bei Borussia nach Möglichkeit auch bleiben. Es sei denn, es kommt eines dieser Angebote, die man nur schwer ausschlagen kann. Und dann „muss“ Nicolas natürlich auch mitspielen und die Fohlen überhaupt verlassen wollen. »Die Nummer eins auf dem Rücken zu tragen, ist etwas Besonderes und zeigt auch seinen Stellenwert innerhalb der Mannschaft«, sagte Schröder, dem bisher kein Angebot für den noch bis 2029 gebunden en Keeper vorliegt. »Es war sein Wunsch, diese Nummer zu tragen, und das haben wir sehr gerne bestätigt. Er besitzt unser volles Vertrauen und hat sich diese Anerkennung durch seine Leistungen erarbeitet.«
Apropos Arbeit. In den kommenden Wochen gibt es einiges zu tun rund um den ista-Borussia-Park. Der Transfermarkt ist noch gar nicht so richtig in Schwing gekommen. Nach der WM dürfte das Karussell dann richtig Fahrt aufnehmen.

