Jonas Hofmann machte bei seinem Liga-Comeback ein starkes Spiel. Archivfoto: Dirk Päffgen

Borussia Mönchengladbach ist mit einem Sieg in das neue Jahr gestartet. Der 1:0-Auswärtssieg bei Arminia Bielefeld war knapp und am Ende erarbeitet, unter dem Strich aber gleichermaßen verdient und von großer Bedeutung. An der Chancenverwertung muss die Fohlenelf aber nach wie vor arbeiten. Unser Kommentar zum ersten Spiel des Jahres. 

Guter Start ins neue Jahr 

Dass die Fohlenelf nach zuvor vier Spielen ohne Sieg in der Bundesliga mal wieder einen Dreier einfahren konnte, war extrem wichtig – für den Kopf und vor allem mit Blick auf die Tabelle. Mit nun 21 Punkten ist man in Schlagdistanz zu den internationalen Plätzen. Die Konkurrenten Dortmund und Wolfsburg nehmen sich im direkten Duell am Sonntagnachmittag die Punkte gegenseitig weg, Borussia könnte davon also profitieren. Vor Anpfiff des Spiels beträgt der Rückstand auf Platz vier ‚nur‘ noch drei Punkte. Apropos: Auf einem Champions League-Platz steht aktuell die Überraschungsmannschaft von Union Berlin. 

Der Start in das neue Jahr war also positiv – und das gleich von Beginn an. Denn die Gäste vom Niederrhein machten in der Anfangsphase richtig Druck und ließen den Bielefeldern nahezu keinen Raum zum Atmen. Marco Rose hatte seine Mannschaft also richtig eingestellt und die Fohlen wollten schnell für klare Verhältnisse sorgen, schafften es aber nicht. 

Verwertung der Torchancen bleibt weiter ein Thema 

Die Chancenverwertung ist ein großer Kritikpunkt und definitiv noch ausbaufähig. Von 22 Schüssen am Samstagnachmittag gingen sieben direkt aufs Tor, es sprang allerdings nur ein Treffer dabei heraus. Eine Quote, die die Fohlenelf dringend verbessern muss, um nicht Gefahr zu laufen, die Punkte in der Schlussphase wieder liegen zu lassen. Auch im ligaweiten Vergleich zeigt sich, da ist noch Luft nach oben: In der Chancenverwertung sind die Fohlen mit Rang acht nur Mittelmaß. Von 274 Torschüssen landeten lediglich 25 Versuche im Tor, das ergibt eine Quote von 9,1 Prozent. Vereine wie Hoffenheim, Frankfurt aber auch Union Berlin sind da deutlich effektiver. 

Zwar ging Marco Rose mit seinen Spielern nicht so hart ins Gericht, Borussias Trainer weiß aber auch, dass er im Training dringend an der Effizienz arbeiten muss. Apropos: In der Defensive zeigten sich die Fohlen auswärts erstmals tadellos, in Bielefeld gelang die erste Partie auf fremden Platz ohne ein Gegentor. 

Dennoch machen es die Borussen immer wieder zu spannend, in der Schlussphase beginnt immer wieder das große Zittern. Sicherlich sind die vielen Punktverluste, vor allem in der Königsklasse, doch diese Unsicherheit muss im weiteren Saisonverlauf abgestellt werden. 16 Punkte verschenkte die Fohlenelf bis dato in der Bundesliga, man hätte also jetzt Spitzenreiter in der Bundesliga sein können. 

Rose kann jetzt das Training wieder anders gestalten 

Positiv ist sicherlich, dass Marco Rose erstmal in Ruhe mit seinen Spielern arbeiten kann und die Trainingseinheiten anders gestalten kann. Ging es vor der kurzen Pause ausschließlich um Belastungssteuerung und Regeneration, kann sich der 44-Jährige jetzt wieder verstärkt um die Handschrift Borussias und einstudierte Spielzüge und Standards konzentrieren. 

Borussia muss die Phase der etwas ‚lockeren‘ Belastung nutzen, denn bis zum Saisonende warten noch 20 Spieltage in der Bundesliga. Hinzu kommt noch mindestens ein Spiel im DFB-Pokal, sowie das Achtelfinale der Champions League bei Manchester City. Als wäre das nicht genug, warten auf die Nationalspieler noch weitere Einsätze. Letztlich also ein ‚knüppelhartes‘ Programm für Borussia. 

Selbstvertrauen vor dem Duell mit Bayern 

Deshalb war das erste Erfolgserlebnis des Jahres enorm wichtig. Nicht nur, um den Anschluss an die Champions League-Plätze wiederherzustellen sondern auch, weil dadurch der Glaube an die eigenen Qualitäten gestärkt wird. Allen voran Jonas Hofmann war in Bielefeld wieder ein belebendes Element und einmal mehr zeigte sich, wie wichtig der Nationalspieler inzwischen für Borussia geworden ist. 

Nun hat Borussia also den Start ins neue Jahr erfolgreich gestaltet und Selbstvertrauen getankt. Das ist auch nötig, denn am Freitagabend kommt der FC Bayern München in den Borussia-Park. Florian Neuhaus sagte zwar, zurecht, dass der FCB aktuell wohl die beste Mannschaft der Welt ist, sich die Fohlen aber nicht verstecken müssen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Borussen gegen den Rekordmeister das ein oder andere Tor mehr erzielen…