ES WAR EIN INTENSIVES SPIEL AN DER WESER, DIE BORUSSEN WUSSTEN DORT NICHT ZU ÜBERZEUGEN. FOTO: POOLFOTOS/DIRK PÄFFGEN

Borussia Mönchengladbach kam am Dienstagabend nicht über ein torloses Remis bei Werder Bremen hinaus. An der Weser fiel den Borussen gegen kompakt verteidigende Gastgeber kaum etwas ein. Dennoch hievten sich die Fohlen zurück auf Platz vier, da Leverkusen eine 1:4-Heimklatsche gegen den VfL Wolfsburg kassierte. Für die Champions League-Ambitionen war das allerdings zu wenig.


Borussias Trainer Marco Rose musste an der Weser weiterhin auf Fabian Johnson (muskuläre Probleme) und Denis Zakaria (Knieoperation) verzichten. Dazu konnten Breel Embolo (starke Prellung an der Wade) und auch Tobias Strobl nicht mitwirken. Beide Akteure hatten sich ihre Blessuren im Spiel gegen Leverkusen zugezogen. Strobl soll Berichten zufolge einen Muskelbündelriss erlitten haben. Als höhst erfreulich gestaltetet sich die Tatasche, dass Mamadou Doucouré im Aufgebot stand. Und auch Fohlenjuwel Famana Quizera saß erstmals in einem Profispiel auf der Bank. 

Im Vergleich zur Niederlage gegen die Werkself nahm Rose gleich Änderungen in der Startelf vor: Oscar Wendt, Tony Jantschke, Christoph Kramer und Lars Stindl spielten von Beginn an, während Ramy Bensebaini und Jonas Hofmann auf der Bank Platz nahmen. Strobl und Embolo standen aus bekannten Gründe nicht im Aufgebot. Taktisch formierte sich die Fohlenelf in einem 3-5-2.

Bremen gegen den Ball mit Fünferkette

Bei der in Blau spielenden Fohlenelf hatte Neuhaus den ersten Abschluss. Nach einem schönen Spielzug war es schlussendlich der Youngster, der abzog, allerdings genau in die Arme von Pavlenka (4.). Werder stellte gegen den Ball einen Bus vor den Strafraum und verteidigte mit einer Fünferkette. Da mussten die Borussen Geduld bewahren.

Generell gab es in der Anfangsphase wenig Highlights. Zwar zeigten sich beide Teams engagiert, doch nennenswerte Möglichkeiten gab es hüben wie drüben nicht. Bei den Borussen lag das auch daran, dass sich Bremen eben defensiv sehr kompakt versammelte. Auf der Gegenseite prüfte Klaassen Sommer mit einem abgefälschten Schuss, den der Keeper mit den Fäusten klären konnte (13.).

Immer wieder Neuhaus 

Generell war Werder anzuerkennen, dass ihnen der Sieg in Freiburg gut getan hatte. Die Gastgeber präsentierten sich mutig und bissig. Es war eine intensive Partie, in der sich die Fohlenelf schwer tat, Räume zu finden. Das traf aber auch auf Werder zu, denn die Borussen standen eben so gut und gingen energisch zu Werke. Dann mal ein satter Schuss von Neuhaus, der die Kugel aber über das Gehäuse setzte (29.). Sieben Minuten vor der Pause erneut Neuhaus. Der Mittelfeldmann startete in die Tiefe durch und hielt drauf, Pavlenka war mit einer schönen Flugeinlage zur Stelle (38.). Für Neuhaus war es vierte Torschuss bis dahin – die Fohlen hatten insgesamt 5 getätigt.

Bis zum Pausenpfiff tat sich nicht mehr allzu viel, so dass es torlos in die Kabinen ging. Ein leistungsgerechtes Ergebnis, bei dem gerade Taktik-Liebhaber auf ihre Kosten kamen. Die Borussen hatten bei den ein Übergewicht, doch bis auf Einzelaktionen gelang da wenig.

Sommer mit gleich zwei starken Paraden

Zum zweiten Durchgang kamen beide Teams unverändert aufs Feld. Kurz nach Wiederanpfiff sah Jantschke nach einem Foul an Sargent die Gelbe Karte – es war die 5. für den Abwehrmann, der damit im Heimspiel gegen Union Berlin zuschauen muss (48.). Zuvor hatte eine Ecke durch Wendt nichts eingebracht (47.). Im Gegenzug hielt Sommer mit zwei ganz starken Parade die Null. Erst klärte der Schweizer gegen Rashica, dann den Nachschuss von Friedl (51.).

Grundsätzlich war es auch weiterhin eine zähe Angelegenheit für die Borussen, die im Spiel nach vorne allerdings auch die nötige Gefahr und Durchschlagskraft vermissen ließen. Auf der Gegenseite hatte Werder weitere Abschlüsse. Wie die von Rashica (57.) und Klaassen (58.). Dann mal die Fohlenelf. Thuram war auf links durch und spielte zu Stindl im Strafraum, doch Moisander hatte so gerade noch den Fuß dazwischen (59.). Dann setzte Neuhaus einen Freistoß knapp am Tor vorbei (67.). 

Mittlerweile wäre ein Sieg an der Weser gleich doppelt wert, denn der VfL Wolfsburg schickte sich an, in Leverkusen zu gewinnen. Marco Rose nahm dann gleich einen Doppelwechsel vor. Bensebaini und Hofmann kamen für Jantschke und Stindl  (71.). Die Fohlenelf haute in der Schlussphase nochmal alles raus und drückte. Neuhaus hatte dann den Siegtreffer auf dem Fuß, zirkelte das Leder ab am rechten Pfosten vorbei (77.).

Beide Mannschaften wollten in der Schlussphase den Sieg, doch am Ende bleibe es beim torlosen Remis. Und da konnten sich die Borussen auch bei Sommer bedanken, der kurz vor Schluss klasse gegen Selke klärte (89.). Das positive an diesem Abend war, dass sich die Borussen mit einen Punkt aufgrund der besseren Tordifferenz wieder Platz vier zurückeroberten, da Bayer Leverkusen zuhaue eine 1:4-Klatsche kassierte. Allerdings wussten die Borussen diesen Patzer nicht zu nutzen, weil an diesem Abend wenig bis gar nichts ging. Für die Königsklasse war das an diesen Abend eindeutig zu wenig, 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Werder Bremen: Pavlenka – Veljkovic, Vogt, Moisander – Gebre Selassie, M. Eggestein, Klaassen, Friedl – Osako (62. Bittencourt), Rashica (86. Bartels) – Sargent (74. Selke)

Weiter im Kader: Kapino (ETW), Augustinsson, Lang, Langkamp, Gruev, Woltemade

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Jantschke (71. Bensebaini), Ginter, Elvedi – Lainer, Kramer (82. Bénes), Neuhaus, Wendt – Stindl (71. Hofmann) – Plea, Thuram (82. Herrmann)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Doucouré, Quizera, Traoré, Raffael

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten: Gebre Selassie, Veljkovic / Jantschke

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)

Zuschauer: Keine (Weserstadion)